Accuphase C-220 - ein Phonovorverstärker von 1977

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Die Firma Kensonic, genannt Accuphase (später auch in diesen Namen umbenannt) ging 1973 mit drei Geräten an den Hifi-Markt. Es waren der Tuner T-100, der Vorverstärker C-200 und die Endstufe P-300 – alles absolute Spitzengeräte – bis heute!

Vier Jahre später erfüllte man den Wunsch etlicher Plattenliebhaber,  einen Vorverstärker nur für Phono heraus zu bringen, der dafür mit allen Tonabnehmer-Systemen harmonierte. Der C-200 hat eine Eingangsempfindlichkeit von 2,6 mV bei Phono, der neue C-220 dagegen 2,0 mV bei MM und 0,1mV bei MC. Zusätzlich kann man die Eingangsimpedanz umschalten (30, 47 oder 100kOhm für MM und 100Ohm für MC). Die RIAA-Kennlinie wird auf +/- 0,2dB eingehalten, die Eingänge sind bis 400mV für MM und 20mV für MC verzerrungsfrei (0,01%). Es gibt zwei Phonoeingänge und mehrere Ausgänge – zum Anschluss an andere Vorverstärker (150mV) oder direkt an Endstufen (bis zu 10V RMS). Somit konnte man sich die Anschaffung eines zusätzlichen Vorverstärkers ersparen und den C-220 direkt an beliebige Endstufen anschließen. Das war 1977 eine kleine Sensation.

Der Vorverstärker ist, wie bei Accuphase üblich, extrem aufwändig konstruiert. 119 Transistoren und 34 Dioden sind hier am arbeiten. Oben im Bild, die Ausgangsstufe.

Hier von der Vorderseite abgebildet. Die Relais sind alle völlig intakt und müssen noch lange nicht erneuert werden.

Hier die beiden großen Platinen auf der Oberseite, beide nach Lösen einer einzigen Schraube herausnehmbar, da gesteckt.

Hier die beiden Platinen der Unterseite, auf die gleiche Weise montiert.

Der Netztrafo erlaubt den Betrieb mit 100, 120, 220 und 240 V.

Von außen ganz schlicht und einfach gehalten, Accuphase-Konstrukteure sprechen in erster Linie Musikliebhaber an, erst auf den zweiten Blick auch technisch Interessierte.

Hinter einer zentral angeordneten Klappe…

…verbergen sich die verschiedenen Umschaltmöglichkeiten. Diese stellt man so ein, wie es benötigt wird und dann (außer bei einem Tonabnehmerwechsel) muss man da nicht mehr heran. Außerhalb der Klappe gibt es nur den Ein-/Aus-Schalter und die Lautstärke.

Links können die Impedanzen beider Eingänge per Drucktastenaggregat gewählt werden, rechts davon kann der Headamp (für low-output MC-Tonabnehmer) zugeschaltet werden, und weiter rechts zwischen Disc 1 und Disc 2 umgeschaltet  werden. Ganz rechts schließlich ein Schalter (!) für die Balance in 0,5 dB-Schritten, falls die Antiskating-Funktion ihrer Aufgabe nicht vollständig nachkommen sollte.

Auf der Rückseite finden sich neben den Eingängen für Phono noch ein zusätzlicher Eingang für fremde Vorverstärker, der bei ausgeschaltetem (!) C-220 für die dort angeschlossene Endstufe durchgeschleift wird. Auch ein einzigartiger Einfall von Accuphase. Rechts davon Ausgänge für hochpegelige Vorverstärkereingänge und dann Endstufenausgänge in Cinch und XLR-Norm (symmetrisch). Man hat schlichtweg an alles gedacht.

Es gibt zwei Versionen dieses außergewöhnlichen Phono-Vorverstärkers: Version A (wie hier gezeigt) mit glatter Frontplatte zum 19″-Gestelleinbau geeignet und Version B mit den Accuphase-typischen Seitenteilen, exakt passend zu den anderen Accuphase-Geräten (siehe unten).

Dieses Bild ist entliehen von der Radio-Röhre in Frankfurt/M., diese B-Version wird dort aktuell für 1.950,- Euro angeboten. So wertstabil sind Accuphase-Geräte!

Ein Kommentar für “Accuphase C-220 - ein Phonovorverstärker von 1977

  1. So ein Gerät von Accuphase muss ja unfassbar wertvoll sein, wenn schon das Bild so teuer ist.

    Ja, die Formulierung war etwas unglücklich – wurde aber korrigiert. Ich bitte dies zu entschuldigen. Beste Grüße Armin

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