AKAI GXC-715D & AKAI AM-2650

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In den letzten Tagen haben mich zwei Geräte viel Nerven gekostet: ein AKAI Kassettendeck GXC-715D und ein AKAI-Verstärker AM-2650. Beide gehören demselben Besitzer – wundervolle Geräte, nur die Fehler waren etwas nervtötend…

Das GXC-715D stammt von 1979, wiegt stolze 8,5kg und hatte eigentlich keine besondere Ausstattung, also nur 2 Köpfe, eine Capstan-Welle und zwei Motore – aber GX-Köpfe und eine irrsinnig solide Mechanik. Besonderheit sind die von innen beleuchteten Laufwerkstasten, die wie aus Glas bestehend wirkten. Schönere Tasten an einem Kassettendeck gibt es für mich kaum.

Der Verstärker AM-2650 ist von etwa 1979/80 und löste den AM-2600 ab. Er besitzt zwei Power-Meter mit Zeigern, leistet 2 mal 65 Watt Sinus an 8 Ohm und wiegt 10,9 kg. Über ihn ist im Netz nur schwierig etwas in Erfahrung zu bringen. Der dazu passende Tuner hieß AT-2650.

Zunächst hatte ich den GXC-715D auf dem Tisch, der als Fehler folgende Angaben hatte: spult schlecht um, bei PLAY Klackergeräusche.
Das stimmte auffallend, denn auch bei FF/REW gab es diese Klackergeräusche – nur eben in weitaus kürzeren Abständen. Was mich aber schier verzweifeln ließ und auch nicht angegeben war: die wundervollen und beleuchteten Laufwerktasten (es gibt kaum schönere auf dieser Erde!) wollte so gut wie keinen Kontakt mehr geben. Ein Ausbau der Tasten brachte es rasch an den Tag: die Kontaktfelder hinten an den Tasten waren einerseits durch langjähriges kräftiges Drücken zerquetscht, zudem war auch jegliche Federkraft aus dem Gummi gewichen, manche waren bereits zerbrochen. Da war guer Rat teuer: woher so etwas als Ersatz bekommen?? Und wozu soll ich das Deck instandsetzen, wenn man es nicht betreiben kann, weil die Tasten den Druckbefehl nicht weiter geben? Nach einigen Versuchen habe ich eine alte, nicht merh benötigte Fernbedienung zerlegt und die dortigen Gummis samt den Kontaktfeldern mit einem Skalpell ausgeschnitten und diese dann hinten an die Tasten angeklebt. Siehe da: es werden wieder alle Befehle willig entgegen genommen, die zwei Lampen hinter PAUSE und REC wurden auch gleich erneuert (da waren die Anschlussdrähtchen gebrochen, die Lampen noch o.k!).

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Anschließend durfte ich noch das Zwischenrad erneuern, was bei diesem Modell einer beinahe kompletten Demontage gleichkommt. Nachdem das Deck rundum ofen vor einem steht, muss man die Rückwand demontieren, dann den Netztrafo, dann die große Platine hinter dem Laufwerk, dann die Schwungmasse… und dann irgendwann kann man den Wickelmotor mitsamt dem Wickeltrieb und den Bandtellern nach hinten heraus ziehen und kommt an das Zwischenrad heran. Nach einigen Einstell- und Reinigungsarbeiten lief das GXC-715D wieder wie neu und erstaunt mit einem Klang, den modernere Decks auch kaum besser können.

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Dem Wunsch nach Umrüstung auf LED-Beleuchtung bin ich lieber nicht nachgekommen, denn es sieht bei Geräten dieses Baujahres einfach völlig unauthentisch aus. So habe ich lieber herkömmliche Glühlampen eingebaut, verwenden wir doch neuerdings nur solche der Marke JKL (wir importieren diese aus den USA – Helmut Rüsselschorf sei Dank für den Hinweis an dieser Stelle!), die eine so hohe Lebensdauer haben, die ziemlich sorgenfrei macht.

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Hier nun dieses Deck im Ganzen, wundervoll designt und seiner Zeit weit voraus!

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Dank des glasferritbeschichteten Tonkopfes auch extrem langlebig. Die Gummiandruckrolle wurde natürlich auch überarbeitet.

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Ich liebe diese schweren Decks der Marke AKAI !

Dann kam der Verstärker an die Reihe, ein ebenfall grundsolide aufgebauter Verstärker, der aber ebenfalls sehr unzugänglich ist, da die Hauptplatine hochkant stehend im Gerät untergebracht ist. Seine Fehler waren doch sehr suchintensiv.

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Einerseits war die Schutzschaltung defekt, andererseits verzerrte eine Endstufe nur mit Last (Lautsprecher) und nur bei höheren Lautstärken. Ursache für viele defekte Bauteile in der Schutzschaltung war ein Kurzschluss in der Freilaufdiode des Lautsprecherrelais, welches natürlich auch mit erneuert wurde. Die Endstufe war ebenso ein Fall, wie ich ihn noch nie zuvor gehabt hatte (in 40 Jahren!), denn zwei (jawohl, alle beide) PNP-Transistoren einer Endstufe, die paralleel arbeiten, hatten eine intakte B-C-Strecke, aber eine relativ hochohmige B-E-Strecke (einer 0,85V und der andere 1,82V). Dadurch wurde der Treibertransistor gezwungen Endstufe zu spielen, was ihm nicht so gut bekam. Als das alles gefunden und beseitigt war, wurde noch der Phono2-Eingang zu einem zusätzlichen hochpegeligen Eingang umgebaut, sozusagen ein AUX2. das ist aber jederzeit wieder beschädigungsfrei rückbaubar. Dann erhielt der Verstärker eine komplette umfassende Schalterkur und eine gründliche Reinigung innen und aussen und kann sich nun wieder sehen lassen.

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Hier die beleuchteten Power-Meter aus der Nähe:

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Ein schöner Verstärker, die Knöpfe der Kippschalter erinnern mich stark an bestimmte Serien von Kenwood (z.B. KA-8004 u.ä.), bei denen aber gerne die schwarzen Kappen abgebrochen sind. Bei AKAI existiert diese Schwäche offensichtlich nicht.

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Auch diesen Verstärker habe ich nun in mein Herz geschlossen, schön dass er hier war, wenn es auch Nerven gekostet hat.

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