Drehschalter richtig reinigen

sind hier: Home » Do-It-Yourself Tipps » Drehschalter richtig reinigen

Da ich immer wieder gebeten wurde, mal zu zeigen, wie ich Schalter reinige, möchte ich dies kurz illustrieren. Hier an einem aktuellen Beispiel aus einem Pioneer Verstärker SA-8800, dessen Eingangswahlschalter so oder in ähnlicher Form in sehr vielen Geräten zu finden ist. Es handelt sich um einen Drehschalter mit (hier) drei Ebenen. Zunächst muss der Schalter aus der Platine ausgebaut werden, dann liegt er vor uns.


Nun müssen die sechs Laschen, jeweils rechts und links von den Schaltplatinen aufgebogen werden. Vorne am Schalter müssen vier Blechlaschen gerade gebogen werden, damit die Achse abgezogen werden kann. Vorher sollte man sich genau merken (evtl. Zeichnung oder Foto anfertigen) wie die Achse stand, wie die Drehteller standen und welche Platine wo vorher saß! Nun kann man die Achse langsam nach vorn heraus ziehen.

Oben rechts sieht man den Schalter schon ohne Achse, man kann die Laschen, die die Platinen halten, gut erkennen.
Jetzt können alle Platinen nach oben herausgezogen werden und sind zur Reinigung bereit.
Links unten eine Platine vor der Reinigung, na ja, 30 Jahre Betrieb sind nicht spurlos an ihr vorüber gegangen.


Zunächst mit einem guten Kontaktspray (z.B. Teslanol Oszillin T6 oder Kontakt 60 plus) die Schaltebenen einsprühen und dann mit einem Wildlederstäbchen die Kontaktflächen blank rubbeln. Die feststehenden Kontakte mit einem Kontaktreinigungs-Streifen von Electrolube durchziehen. Dabei die Kontaktfläche drehen, damit auch die Flächen unter den feststehenden Kontakten sauber werden.

Beide Seiten bearbeiten! Anschließend werden sämtliche bearbeiteten Flächen mit Sprühwäsche (Kontakt WL) gereinigt und anschließend mit Pressluft getrocknet (zu Hause kann man sie auch so trocknen lassen). Dann werden mit einer Versiegelung (Kontaktfett von Electrolube) alle Flächen gegen erneutes Anlaufen geschützt, zudem schmieren diese Mittel auch.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen.


Wenn alle Platinen dermaßen behandelt sind, kann man an den Zusammenbau gehen. Darauf achten, dass alle Drehteller wieder so stehen, dass sie fluchten in der Stellung wie vor der Demontage. Dann alle Platinen an ihren richtigen Platz, die Laschen zubiegen und dann die Achse wieder einschieben und die kleinen Laschen vorne wieder schräg stellen. Es sieht dann so aus wie in den Bildern oben mitte (von vorne) und rechts (von hinten).

Damit ist der Schalter wieder in neuwertigen Zustand und hält wieder etwa 15-20 Jahre, das lohnt sich in jedem Fall. Ich benötige, samt Vorarbeiten wie Ausbau usw. etwa eine Stunde für diese Arbeit.