Harman/Kardon Citation X-II

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Die Marke Harman/Kardon ist fast allen Hifi-Freunden bekannt, heute unter dem Namen Harman International, zu der bekannte Fabrikate wie JBL, Infinity, Mark Levinson und Bower und Wilkins gehören, aber auch hiesige Marken wie Studer/Revox, AKG, Uher und Becker (Autoradios) zählen. Ein weltumspannender Konzern. Das war aber nicht immer so. Sidney Harman und Bernard Kardon gründeten 1953 in New York eine Firma, die Hifi-Komponenten herstellte. Zu dieser Zeit noch etwas sehr seltenes und exklusives. Ein Meilenstein in der Hifi-Geschichte war der weltweit erste Stereo-Receiver Festival TA-230 von 1958 (haben wir hier im Juli 2010 schon einmal vorgestellt). Die Firma wuchs rasch und wurde sogar Marktführer in den USA. 1976 wurde Sidney Harman von Jimmy Carter ein Beratungsposten angeboten, den er annahm. Um Interessenskonflikte zu vermeiden, verkaufte er die Firma an einen großen Lebensmittelkonzern für 100 Millionen Dollar! Dieser Lebensmittelkonzern verkaufte jedoch wenig später die Marke für einen wesentlich niedrigeren Preis nach Japan an die Shin Shirasuna Elecric Company, da man es nicht verstanden hatte die Firma zu führen. Shin Shirasuna hatte zuvor unter dem Namen Silver schon längere Zeit versucht weltweit Geräte zu vermarkten, mit nur geringem Erfolg. Durch den Namen Harman/Kardon änderte sich dies augenblicklich. Waren zuvor schon einige Geräte als Auftragsproduktion in Japan für Harman hergestellt worden, verlagerte sich nun die gesamte Produktion zu Silver nach Japan. Da war die erfolgreiche Geschichte von Marantz und General Denshi wohl eindeutig das Vorbild. Auch Sanyo zog dann mit dem Kauf der amerikanischen Marke The Fisher nach. Später gehörte Sidney Harman nicht mehr zur US-Regierung und kaufte die Firma wieder zurück. Er führte und baute sie weiter aus, bis zu seinem Tod im Jahr 2011.

In Japan wurde dann die sehr erfolgreiche X30-Baureihe (nocturne) aufgelegt, die weltweit für Riesenabsätze sorgte. Noch heute haben diese Receiver überall Kultstatus (330, 430, 630, 730 und 930).

Im Jahr 1983 schwang man sich bei Shin Shirasuna zu einem Projekt auf, mit dem man in den absoluten Hifi-Himmel einziehen wollte. Geräte vom Schlage eines Pioneer Exclusive, Accuphase oder auch McIntosh sollten einfach übertroffen werden. Dazu spannte man den „TIM-Erfinder“ (transiente Intermodulations-Verrzerrungen) Prof. Matti Otala aus Finnland ein und entwickelte in einem no-cost-Projekt einen Vor- und einen Endverstärker – beides nur vom Feinsten und Teuersten! Diese beiden hießen Citation X (I= Endstufe und II= Vorverstärker). Die Endstufe haben wir hier bereits im Dezember 2014 ausführlich vorgestellt. Heute kommt noch der Vorverstärker hinzu, der übrigens dem gleichen Besitzer gehört und der damit sehr zufrieden ist.

Dieser Vorverstärker kostete Mitte der 80er Jahre rund 8.000 DM, die Endstufe gar 10.000 DM, für das Geld konnte man einen guten Mittelklassewagen kaufen damals! Die Ausstattung, die Verarbeitung und die Auswahl der Bauteile lassen keine Wünsche offen. Hier ein Blick in das offene Gerät:

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Oben links der Ringkerntrafo mit zwei Sekundärwicklungen, alles in Doppel-Mono-Aufbau und teilweise mit Modulen ausgestattet.

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Auch von aussen hat man nicht gespart und ist dem Nachtdesign (nocturne) treu geblieben. Ausgeschaltet zeigt sich eine schwarze Front, erst wenn man einschaltet, beleuchten Lampen alle Elemente.

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Links der Lautstärkesteller, rechts die Eingangswahl. in der Mitte die Anzeigen.

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Hinter einer Klappe verbergen sich seltener benötigte Bedienknöpfe.

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Hier das Bedienfeld, welches bei uns eine komplett neue Lampenbestückung erhielt.

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Auch das Bedienfeld wurde komplett neu beleuchtet.

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Der große Lautstärkesteller befindet sich ungewöhnlicherweise links.

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Hinten sind alle Cinchbuchsen vergoldet, es gibt neben einem hervorragenden Phonoteil
für MM und MC noch vier Hochpegeleingänge und zwei Ausgänge in Cinch und XLR (symmetrisch).
Ein wirklich beeindruckender Vorverstärker und so selten…

Ein Kommentar für “Harman/Kardon Citation X-II

  1. Hallo die Herren,

    vielen Dank für den Bericht und natürlich für die durchgeführten Reparaturen. Die beiden Amps spielen seitdem problemlos und wunderbar. Gemessen am notwendigen Reparaturaufwand fand ich den geforderten Preis übrigens in Ordnung. Solche Teile sollte man wirklich nur qualifizierten und engagierten Fachleuten wie Euch überlassen- da kommt man nämlich weder mit der Fernseh- und Radiowerkstatt (wenn´s die denn überhaupt noch gibt) noch mit den üblichen HighEnd- Bastlern und -Modifizierern weiter. Dies nur als Empfehlung an alle, die -meist aus Kostengründen- damit hadern, den Kahns Ihren Klassiker anzuvertrauen. Die durchgeführten Reparaturen amortisieren sich spätestens, wenn das Gerät im funktionsbereitem und überarbeitetem Zustand wieder verkauft werden sollte – falls das Jemand dann noch übers Herz bringt. Liebe Grüße aus der Dreiflüssestadt,

    Rafael

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