Eumig FL-900

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Heute hatte ich wieder ein interessantes Gerät auf dem Tisch: ein Kassettendeck der Marke Eumig aus Österreich. Nein, nicht das legendäre FL-1000 von 1979 – das haben die Österreicher selber entwickelt und hergestellt:

[Bild: EumigFL1000uPy.jpg]

(Bild von magnetofon.de)

Nein, das dürfte sehr, sehr selten sein. Die Österreicher hatten aber noch andere Kassettendecks im Programm, die jedoch alle von Alpine zugekauft waren und daher waren die alle:

[Bild: eumig-fl900-14-13469bc2c8o.jpg]

Dieses Modell ist (bis auf die Frontplattenfarbe) baugleich mit dem AL-300.

[Bild: alpine_al_300_450px.png]

Das FL-900 war ebenfalls von 1979 und hatte eine wirklich gute Ausstattung: Doppelcapstanantrieb, drei Köpfe, Einmessmöglichkeit mit eingebautem Generator für 400Hz und 10 kHz und Meter umschaltbar VU oder Peak-Anzeige. Auch war es nicht ganz so teuer wie das 1000er, aber auch nicht billig.

Die Aufgabenstellung war klar: bitte alle Riemen erneuern und den Rest mal durchsehen. Den Elko am Hubmagneten noch nachrüsten, da der sonst so kräftig die Köpfe nach oben zieht, dass sich da leicht etwas verstellen kann. Nach öffnen und Ausbau des Laufwerkes muss dieses noch auseinander geflanscht werden. Nach entfernen von gefühlten vier Dutzend Schrauben, sah das ganze so aus:

[Bild: eumig-fl900-1-13469be9ffqt.jpg]

Schuat man dann mal etwas genauer in das Laufwerk, dann war da überhaupt kein Capstan-Riemen mehr vorhanden, der hatte sich in eine eklige klebrige Masse verwandelt, die nun überall aus dem Laufwerk herausgepult werden musste. Jeder, der das schon einmal gemacht hat, weiss wie eklig dieser schmierige Gummikram ist.

[Bild: eumig-fl900-2-13469bev9cgn.jpg]

 

[Bild: eumig-fl900-3-13469beg9fq7.jpg]

Der Haupteil des alten Riemens saß jedoch auf dem Capstan-Pulley (das ist das Messingrad auf dem Motor, welches den Riemen antreibt).

[Bild: eumig-fl900-4-13469beb5fgo.jpg]

Nachdem das alles entfernt war und ich mir gründlichst die Hände gewaschen hatte (mit grüner Tante!!), sah das Pulley wieder so aus:

[Bild: eumig-fl900-5-13469be1of70.jpg]

Danach konnte der neue Riemen aufgelegt werden:

[Bild: eumig-fl900-6-13469beaofwm.jpg]

Die Schwierigkeit liegt in dem Hebel für das Heben und Senken der Tonkopfeinheit (etwa in Bildmitte in silber zu sehen), der Riemen muss dort hinter eingefädelt werden, weshalb dieser Hebel auseinander gebaut werden muss. Das geht schnell, wieder zusammen dauert dann hingegen. Dabei ganz ruhig zu bleiben ist dann schon eher höhere Kunst… Nachdem auch die beiden anderen Riemen erneuert waren, lief das Laufwerk wieder – bis auf den Rücklauf. Die Kupplung dafür ist einfach völlig runter. Um das aufzuarbeiten müsste man das Laufwerk bis aufs Gelbe zerlegen und dann wäre es auch noch nicht ganz sicher, dass der Rücklauf wieder perfekt funktioniert…
Der Besitzer und ich kamen daher überein, den Rücklauf so zu belassen. Hier die Innenansichten des Modells, von unten:

[Bild: eumig-fl900-7-13469betee1o.jpg]

und von oben:

[Bild: eumig-fl900-8-13469bemtf3a.jpg]

Die Elkos an den beiden Hubmagmeten wurde noch montiert, ebenso bekam der Netzscahlter noch zweio Funkenlöschkondensatoren, damit es nicht so knackt beim Ein- und Ausschalten. Dann wurde das Deck komplett eingemessen und alle Schalter und Potis gereinigt und versiegelt. Danach wurde alles gründlich gereinigt und konnte sich nun wieder sehen lassen:

[Bild: eumig-fl900-9-13469beubfy3.jpg]

 

[Bild: eumig-fl900-10-13469b01e35.jpg]

 

[Bild: eumig-fl900-11-13469b9qckj.jpg]

 

[Bild: eumig-fl900-12-13469bpcdtk.jpg]

Es klingt jedenfalls wieder richtig gut, man muss sich anstrengen, zwischen Vor- und Hinterband Unterschiede heraus zu hören.

[Bild: eumig-fl900-13-13469bs3f0q.jpg]

Hier noch das Gerät von hinten. Glückwünsche an den Besitzer – für 100,- Euro war das ein Schnapp!

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