Fisher CA-4500 und BA-4500 von 1978 Teil 1

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Die Marke Fisher, besser The Fisher Radio hatte in den USA einen ausgezeichneten Ruf für hervorragende Hifi-Produkte, gegründet 1945 von Avery Fisher, der unter anderem auch den Transistorverstärker erfand. Er verkaufte seine Firma 1969, da war er 63 Jahre alt und dachte an den Ruhestand, an den Klimanlagenhersteller Emerson. Der verkaufte jedoch die Marke wenige Jahre später weiter an Sanyo in Japan. Sanyo war ein sehr umtriebiger Hersteller mit vielen innovativen Ideen, der jedoch nie sein Billigimage  loswerden konnte. Dies sollte sich mit dem Erwerb der Marke Fisher ändern. Das klappte in den USA ganz gut, in Europa merkwürdigerweise jedoch nie so recht – obschon es dafür nicht den  geringsten Anlass gibt.

Sowohl unter dem Namen Fisher, als auch unter dem Namen Sanyo enstanden zum Teil ganz ausgezeichnete Geräte, die auch noch heute sehr beliebt bei Hifi-Freunden sind. Viele wissen jedoch nicht, dass diese beiden Marken seit 1975 untrennbar zusammengehören. In Deutschland gab es lange Zeit eine Niederlassung in Neu-Isenburg, die den Namen Sanyo-Fisher Deutschland GmbH trug. Auch etliche Geräte mit deutschem Namen an der Gerätefront stammen von Sanyo-Fisher (z.B. Saba und Nordmende).

Nicht nur mit der Receivereihe  RS-1020 bis hinauf zum Monsterreceiver RS-1080 feierte man hierzulande Achtungserfolge, sondern auch mit Komplettsystemen wie der Serie 7000 und einigen Vor-Endverstärker-Kombinationen hinterließen die Japaner nachhaltigen Eindruck. Die größte je angebotene Kombination war die hier heute vorgestellte Kombination, bestehend aus dem Vorverstärker CA-4500 und der Endstufe BA-4500. Damit wollte sich Sanyo, unter dem Namen Fisher endgültig in die High-End-Klasse (obwohl das seinerzeit noch gar nicht so hieß!) aufsteigen. Die Geräte kosteten 1978 zusammen 5.000 DM, wofür man bei der Konkurrenz bereits beinahe vergleichbare Geräte wie Accuphase C-200II und die Endstufe P-300II bekam. Die kosteten zusammen 6.150,- DM, hatten aber auch einen ganz ausgezeichneten Ruf und wurden nur über ausgesuchte Händler vertrieben. Die nicht ausgesuchten Händler konnten nun mit den großen Fisher-Geräten dagegen halten.

Die Fotos dieser schwarzen und heute sehr seltenen Vor-/Endstufen-Kombination wurden alle vor Beginn der Bearbeitung gemacht. Aus Termingründen kann ich erst später mit den Arbeiten beginnen und werde diese am kommenden Samstag ausführlich dokumentieren. Daher bitte nicht wundern, wenn auf den heutigen Bildern an vielen Stellen reichlich „Patina“ zu sehen ist.

Hier beide Geräte von außen, oben der Vorverstärker unten die Endstufe.

Der Vorverstärker fällt durch sehr viele Bedienelemente und reichlich Anschlussmöglichkeiten auf.

Die Front der Endstufe wird von den beiden Power-Metern dominiert, obschon da VU (Volume Units) drin steht. Man hat auf die Skalierung in Watt verzichtet und zeigt nur dB an.

Der Vorverstärker ist, dem Accuphase C-200 auffallend ähnlich, mit Steckkarten ausgestattet.

Die Karten sind, auch hier wieder auffallend ähnlich zur Konkurrenz, teilweise mit Folienkondensatoren bestückt.

Auch die Endstufe ist sehr sorgfältig konstruiert, die Aufteilung ähnelt der P-300 ebenfalls.

Ein drittes Paar Lautsprecher kann an der Front mit Bananensteckern angeschlossen werden – das ist wohl einmalig.

Pro Kanal arbeiten zwölf TO-3-Transistoren in der BA-4500, sie leistet damit 2 mal 250 Watt sinus an 4 Ohm und 2 mal 370Watt Musik.

Erstaunlich finde ich den Netzstecker, der für maximal 3A zugelassen ist, was rund 700 Watt entspricht – da stehen aber bis 1200 Watt an der Rückwand. Das muss geändert werden.

Auch die Lautsprecheranschlüsse an der Rückwand haben eine auffallende Ähnlichkeit mit denen der Accuphase P-300.

Wie angekündigt folgt am nächsten Samstag der Arbeitsbericht dieser beiden Geräte und wird dann auch Fotos von den vollständig restaurierten Geräten zeigen.

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