Hitachi D-3500 und SR-6100

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Zwei der Geräte aus hadieho’s riesiger Sammlung (vorwiegend Hitachi) waren jetzt bei uns auf dem Tisch, die ich Euch nicht vorenthalten wollte, weil sie etwas wirklich Besonderes sind.

Zuerst das Kassettendeck D-3500 von 1975. Es ist noch eines von den Topladern – jedoch das erste echte 3-Kopf-Gerät, was ich in dieser Kategorie gesehen habe, vom Sony TC-177SD einmal abgesehen. Der mechanische Aufbau dieser Sorte Geräte (Toplader allgemein) ist ohenhin schon bemerkenswert, da wurde noch wirklich auf Langlebigkeit geachtet! In diesem Gerät befindet sich ein großer Motor, der alles antreibt und deshalb während des Betriebes mit einem Ventilator gekühlt wird. Nach dem Öffnen schaute ich auf zwei Ventilatoren, huch! – wozu das denn? Die Antwort ergab sich nach kurzem Nachdenken: um für alle Länder gerüstet zu sein, wurde der Synchronläufer mit zwei Pulleys ausgestattet – einer für 50 Hz, der andere für 60 Hz – und jeder hat einen Ventilator auf dem Rücken. Damit dieser zweite Pulley immer dort ist, wo er unter Umständen benötigt wird, hat man den zweiten einfach daneben geschraubt – genial einfach und so fürsorglich!

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Der Rücklauf funktionierte nicht mehr (eine allgemeine Krankheit bei den älteren Hitachi-Kassettendecks), denn die Mechanik ist wirklich exorbitant aufwändig konstruiert, weil man (aus welchem Grunde auch immer) unbedingt mit einem einzigen Motor auskommen wollte.

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In diesem Fall war ein Kunststoffhaken, wie im Bild im Vordergrund zwei zu sehen sind, abgebrochen und die dazugehörende Feder irgendwie abhanden gekommen. Den fehlenden Haken habe ich, durch die Schwungmasse hindurch (!), mit einer Schraube ersetzt, wobei natürlich zuvor ein winziges kleines Loch zu bohren ist, wohinein man anschließend die Schraube dreht.

[Bild: Hitachi_D_3500_01_38440_Wolfsburg.jpg]

Die schwarze Schraube hält nun die Feder und sorgt wieder für Rücklauf. Allgemein sind die Kupplungen an diesen Laufwerken schon arg abgenutzt, was sich meist in sehr schwachem Rücklauf äußert.

[Bild: Hitachi_D_3500_04_38440_Wolfsburg.jpg]

Hier ein Einblick in das geöffnete Gerät von unten.

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Um die Köpfe leicht reinigen zu können, hat Hitachi eine kleine Klappe installiert, die den Zugang sehr vereinfacht.

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Das Gerät von aussen. Es gibt ein Mischpult mit langen Schiebepotentiometern (100mm), große, beleuchtete VU-Meter und große Druckknöpfe für Bandsorte, Dolby und Hinterbandkontrolle. Sehr übersichtlich das Ganze.

[Bild: Hitachi_D_3500_08_38440_Wolfsburg.jpg]

Hier die VU-Meter aus der Nähe.

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Eine Besonderheit stellt die Einmessmöglichkeit des Aufsprechpegels dar, wie Hitachi das an seinen Decks gelöst hat – dort D.C.CS genannt. Mit Hilfe eines eingebauten 400Hz-Generators wird ein Messton auf das Band aufgezeichnet und mit den beiden silbernen Knöpfen kann hinter Band exakt auf den vor Band-Pegel eingestellt werden – mit jeder beliebigen Kassette. Sehr hilfreich. Die BIAS (Vormagnetisierung) ist allerdings nicht einstellbar.

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Der abschließende Blick von hinten zeigt eine weitere Hitachi-Besonderheit: der Ausgang ist abschaltbar – keine Ahnung wozu das dienen soll, ist aber an allen Hitachi-Decks der 70er Jahre vorhanden.

Ich muss immer wieder feststellen, dass der Hersteller Hitachi viele, viele Dinge einfach völlig anders gelöst hat, als alle anderen Hersteller in Japan dies zu dieser Zeit getan haben. Dadurch fallen die Geräte dieser Marke immer wieder auf. Auch die Qualität dieser Marke wird von den meisten stark unterschätzt, aber wir wollen das hier nicht weiter betrachten, sonst steigen am Ende bloß wieder die Preise bei ebay…

Ein weiterer Vertreter von Hitachi ist dieser Receiver, der mal so ganz anders aussieht. Dieses Modell SR-6100 stammt von 1977 und musste sich im Katalog gegen seine Brüder SR-302, 502, 603, 703, 803 und 903 durchsetzen. Zusätzlich gab es noch einen SR-4410 mit vier Wellenbereichen. Der SR-6100 ist völlig anders als man Receiver bis dahin kannte: Skala – gibt es nicht, Drehkondensator – ist nicht vorhanden, AM-Bereich – wozu denn?, Senderwahl – da genügt ein kleiner Knopf. Im Prinzip ist der 6100 ein Verstärker mit einem angebauten FM-Empfangsteil. Allerdings stehen hier sechs Stationstasten im Vordergrund, manuelle Einstellung geht auch, aber nur auf einer winzigen Skala im Halbkreis wird angezeigt, welche Frequenz gerade empfangen wird. Aber mal Hand auf’s Herz, wer sucht schon ständig neue Sender? Normalerweise hat man seine Lieblingstationen und geht nur selten auf die Pirsch, oder? Also ist die Anordnung nur logisch. Das Gerät leistet zweimal 30 Watt sinus (genügt für die allermeisten Zwecke völlig), wiegt rund 8 kg und kostet damals rund 800,- DM.

[Bild: Hitachi_SE_6100_01_38440_Wolfsburg.jpg]

Dafür steckt eine Menge ordentlicher Technik in diesem Gerät. Hinten ist das Empfangsteil angeordnet, in der Mitte das große Kühlblech mit den TO-3-Transistoren, vorne das Verstärkerteil. vorn oben rechts ist das Bedienteil für die Einstellung der Stationstasten zu erkennen, dies steckt im Betrieb unter einer Klappe. Links ist das Netzteil zu sehen, welches doch etwas schwachbrüstig ausgelegt war. Die Siebelkos waren doch etwas klein und es waren nur zwei.

[Bild: scaled.php?server=819&filename=hitachisr6100vi.jpg&res=medium]

Hier ist ein Bild von hadieho, welches er vor rund anderthalb Jahren mal hier im Forum eingestellt hat. Dort sieht man noch die Originalkondensatoren (ganz links in schwarz). Die hatten 2.200µF. Wir haben dort nunmehr vier Stück eingebaut (die Platine bietet diese Möglichkeit!) mit jeweils 4.700µF, woraus sich eine Gesamtkapazität von knapp 10.000µF je Spannung ergibt, also eine Steigerung um ein Vielfaches – was man im Bass nun auch sehr gut hören kann. Klingt gar nicht mehr nach einem kleinen Gerät…

[Bild: Hitachi_SE_6100_02_38440_Wolfsburg.jpg]

So schaut der Gute von aussen aus, eigentlich eine kleine Schönheit, wenn man sich die Zeit nimmt, ihn zu beachten.

[Bild: Hitachi_SE_6100_03_38440_Wolfsburg.jpg]

[Bild: Hitachi_SE_6100_04_38440_Wolfsburg.jpg]

[Bild: Hitachi_SE_6100_05_38440_Wolfsburg.jpg]

Hier noch die oben angebrachte Klappe, die die Einstellmöglichkeiten der Stationstasten verbirgt.

[Bild: Hitachi_SE_6100_07_38440_Wolfsburg.jpg]

Das FM-Teil, welches hervorragend empfängt, ist über die beleuchtete winzig kleine Skala und zwei Leuchtdioden für TUNED und STEREO zu bedienen. Geht ganz wunderbar, allerdings nur bis 104 MHz – offenbar war das Gerät nur für Europa gedacht, denn höhere Frequenzen waren damals in Europa noch nicht frei gegeben.

[Bild: Hitachi_SE_6100_06_38440_Wolfsburg.jpg]

Dafür spricht auch die Auslegung der Anschlussbuchsen, die ausschließlich in DIN ausgeführt sind.

[Bild: Hitachi_SE_6100_08_38440_Wolfsburg.jpg]

Beide Geräte sind aus meiner Sicht kleine Juwele, die man nur gewillt sein muss, sich näher anzuschauen. Dann erkennt man das Besondere an Ihnen…

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