HITACHI HT-840

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So als erstes im neuen Jahr möchte ich Euch einen sehr raren Plattenspieler vorstellen, den ein Hitachi-Sammler ersteigert hatte und den der Verkäufer leider mit aufliegendem Teller versendet hatte, wodurch der Plattenspieler leider etwas Schaden nahm. Sonst ist das wirklich ein ultrahübsches Modell, stylistisch an die großen DENON-Modelle angelehnt – aber technisch durch und durch von Hitachi hergestellt.

Dieser Spitzenklasseplattenspieler erschien 1977 und sein neuartiges Antriebskonzept nannte Hitachi „Unitorque“, weil damit ein konstantes Drehmoment erzeugt wird. Er arbeitet ohne Kollektoren, an Stelle deren er sternförmig angordnete Spulen hat – funktioniert so ähnlich wie eine kleine Magnetschwebebahn. Es entfällt dadurch das Rucken von einem Pol zum nächsten, welches man durch eine hohe Masse des Plattentellers ausgleichen muss. Dazu gab es eine quarzgeregelte Geschwindigkeitssteuerung und eine Wirbelstrombremse – das ist schon fast das Niveau eines Technics SP-10 (nur kleiner). Er ist rein manuell bedienbar, ohne Endabschaltung oder ähnliches – ein puristisches Hifi-Gerät. Es wurde von Werk aus stets ohne Tonabnehmer geliefert. Der Trumm wiegt 15kg, der Ruhegeräuschspannungsabstand beträgt 77dB und die Schwankungen liegen unter 0,02% nach DIN. Damals ein Traum, sogar einigermaßen bezahlbar, er kostete damals um die 1200,- DM. Aber er blieb selten, weil Hitachi nie einen guten Ruf erlangte, sieht man mal von der Kombination HMA-/HCA-7500 ab – ganz und gar ohne Grund, aber das ist nicht so selten.

Zunächst das Innenleben:

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Hier ein Blick in das ausgebaute und geöffnete Laufwerk – naherzu alle Bauteile sind ebenfalls von Hitachi, alle Transistoren und IC’s zum Beispiel.

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Hier das wieder montierte Laufwerk, immer noch ausgebaut. Es wurden die Potis gereinigt und der Schalter für Start/Stop erneuert.

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So sieht der Rest des Plattenspielers aus, ohne das Laufwerk.

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Die Zarge ist wirklich sehr hochwertig aufgebaut, ca. 20mm Kunststein oben auf rund 60mm dichte Spanplatte mit Furnier.

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Auch der Tonarm ist sehr hochwertig und robust ausgeführt, der umherschlagende Teller konnte den Lagern offenbar nichts anhaben – man kann die Schäden aber recht gut sehen.

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Hier ist nun wieder alles zusammen gebaut.

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Dann kam der Tonarm heraus, denn hier musste das Gummi unter dem Tonarm instand gesetzt werden, da die Antiskating den Tonram bereits nach aussen wandern ließ. Ebenso musste der Lift geöffnet und mit Silikonöl aufgefüllt werden.

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Hier sieht man das neu eingeleimte Gummikissen unter dem Tonarmrohr.

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Das ist der leere Tonarmsockel.

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Der Ausbau des Tonarms gestaltet sich recht einfach, da das Kabel abnehmbar ist.

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Hier nun der komplette Gerät beim Arbeiten.

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Und aus einer anderen Perspektive.

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In dieses Modell ist ein Shure V15 MKIII eingebaut, dass sich an diesem Arm erstaunlicherweise ausgesprochen gut macht – hätte ich nicht gedacht!

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Hier die Tonarmmechanik mit dem Lift – ganz aus dem Vollen und unter Verzicht auf jedwedes Plastik gefertigt. Im Hintergrund sieht man Lennart an einem Sanyo JCX-2600KR arbeiten, vom gleichen Besitzer übrigens.

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Das Stroboskop, dass innerhalb von weniger als einer Sekunde wie angenagelt steht, auch wenn man von 33 auf 45 umschaltet oder umgekehrt – das schafft noch nicht einmal ein Technics.

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Auf diesen Antrieb war man mit Recht stolz bei Hitachi, es gab auch noch einen großen Vollautomaten (mit 2 Motoren) in dieser Serie, der heißt HT-860.

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Dank eines dritten Scharniers in der Mitte hält nun auch die Haube wieder oben.

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Die Haube hat der Besitzer mit einer alten Wollsocke und viel Autopolitur wieder hinbekommen wie neu! Und so erstrahlt der HT-840 wieder in voler Pracht und wird noch viele, viele Platten abspielen. Herzlichen Glückwunsch Hans-Dieter!

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