Hitachi SR-302

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Lennart hat gestern einen netten, kleinen Receiver der Marke Hitachi restauriert, er gehört Holger (JoyJoke) hier aus dem Forum. Holger wohnt übrigens genau in der Gegend Berlins, in der ich von 1971 bis 1973 Hifi-Verkäufer in der Reichsstr. war (Kenner wissen Bescheid, denn dieses Geschäft existiert noch heute an der gleichen Adresse). Ab 1973 habe ich dann auf Technik umgesattelt. Aber das nur am Rande.

Der SR-302 stammt von 1975, kostete damals 600,- DM, wiegt 7,6kg und leistet 2 mal 20 Watt Sinus an 4 Ohm – ein kleiner, so genannter Einsteigerreceiver, aber es lohnt sich durchaus, den zu erhalten, denn er erstaunt im Detail und klingt mehr als ordentlich!

Zunächst galt es die Skalenbeleuhtung wieder erstrahlen zu lassen, da dort beinahe Dunkelheit herrschte. Hier die alten Lampen, man sieht an den geschwärzten Glaskolben, dass die ihre Lebenszeit hinter sich haben.

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Diese Sofitten haben 6V 250mA und sind weltweit nicht mehr zu bekommen. Daher wurden in den Lampenkasten Fassungen für Pilotlampen eingebaut und anschließend Pilotlampen 6,3V 300mA eingesetzt. Lampenwechsel in Zukunft also kinderleicht, die von uns nur noch verwendeten Lampen der Marke JKL haben allerdings eine Lebensdauer von 10.000 Stunden.

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Der Lampenkasten wurde von innen wieder vollständig gereinigt, damit das Licht ordentlich reflektiert wird.

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Eine absolute Besonderheit stellen diese kleinen Federn dar, die in wirklich jedem Schlitz aller Potiachsen stecken. Damit ist das sonst notwendige Spreizen der Achsen überflüssig. Haben wir so noch nicht woanders gesehen…

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Nachdem alle Schalter und Potis gereinigt und versiegelt waren und die beiden Siebelkos des Netzteils gegen etwas größere ausgetauscht waren, wurde innen alles schön gereinigt, der Ruhestrom der Endstufen eingestellt und der Tuner neu abgeglichen, auch die FM-Stereo-Lampe wurde erneuert. Dann war die technische Instandsetzung beendet. Sieht aber auch wieder gut aus.

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Danach kam das Äußere an die Reihe, es mussten einige Aufkleber des gewerblichen Verkäufers (springair, Preis 49,- Euro) entfernt werden, danach wurde alles wieder auch Hochglanz gebracht. Leider ist der Knopf ganz rechts als einziger nicht original, sondern nur sehr ähnlich, wenn also jemand zufällig einen solchen Knopf für Holger hätte…

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Der SR-302, den es auch in silber gab, hat eine für diese Preislage umfassende Austattung, mit Anschlüssen für Plattenspieler und AUX, Tape-Monitor (auch in DIN) und AM-FM-Empfangsteil, sowie Anschluss für zwei Paar Boxen. Die Verarbeitungsqualität ist sehr ordentlich, was die Hitachis zu echten Underdogs macht.

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Auch von hinten bietet sich dem Betrachter ein ordentlicher Aufbau. Das ist schon ganz ordentlich, was da für 600 DM so angeboten wurde. Der sieht wieder richtig gut aus und spielt mindestens noch weitere 20 Jahre. Glückwunsch!

4 Kommentare für “Hitachi SR-302

  1. Ja, das schaut doch prima aus.
    Ich habe mir auch vor einiger Zeit einen SR302 in wirklich schönen Zustand besorgt und er klingt sehr schön (bald noch besser als mein Marantz 2215BL). Ich habe ihn zusammen mit Magnat All Ribbon Pro 5s laufen und der sound kann sich echt hören lassen!
    Derzeit leuchten alle Lampen noch schön (bis auf die Stereoanzeige.
    Was nicht so geschickt gelöst ist, sind die fummeligen Lautsprecheranschlüsse (ohne selbstgefertige Adapter fast nicht sinnvoll montierrbar).
    In jedem Fall ein Tip.
    Hitachi ist seltsamerweise wenig gefragt. Ich würde diese Serie eindeutig auf Marantzlevel bewertenm, auch äusserlich!

    Wer auch immer Lust auf diesen kleinen, hübschen und vorallem hochwertigen Receiver mit wirklich gutem Sound hat, kann bedenkenlos zugreifen.

  2. Das Q-AM-Verfahren wird nicht für Stereo-Rundfunkübertragungen auf AM benutzt, sondern für digitale Bildübertragungen z.B. beim hiesigen DVB-T. Der Hitachi SR-302 ist so alt, dass Q-AM seinerzeit noch gar nicht existierte – wie sollte er das daher können?
    Zudem: die letzten AM-Sender in Deutschland sollen 2016 endgültig abgeschaltet werden.

  3. Nach über drei Jahren der Praxis halte ich die Zeit für ein Resümee gekommen. Dieser SR-302 war mein Einstieg in die „Vintage-Szene“. Ohne jede technische Kenntnis suchte ich damals einen aus meiner Sicht optisch ansprechenden kleinen Receiver für unser Ferienhaus und wurde bei dem erwähnten Händler fündig; nach Abzug eines Rabatts kostete mich das Gerät letztendlich knapp 42,- Euro. Der nicht originale Kombi-Knopf (Power/Speaker) fiel mir anfangs gar nicht auf. Weil es halt der Power-Knopf war, erschien mir ein anderes Design hierfür nicht so ungewöhnlich. Nach meinen zwischenzeitlichen Recherchen könnte es sich um einen Knopf vom zeitgenössischen Hitachi-Tuner FT-300 handeln. Ist jetzt halt eine persönliche Note meines SR-302. Für die oben beschriebene reine Überarbeitung (Lohn und Teile incl. Steuer) habe ich damals rund 172,- Euro bezahlt. Seit Lennarts Restauration hat uns der Hitachi wirklich nur Freude bereitet. Die Investition hat sich – insbesondere aus emotionaler Sicht – mehr als amortisiert. Der SR-302 spielte anfangs zusammen mit einigen Yamaha-Geräten aus den 1990igern, einem Sanyo-Plattenspieler (TP-20; mein erster Plattenspieler überhaupt) und Regalboxen von JVC (alles aus Erstbesitz) zusammen. Das machte er ganz fabelhaft. Schöner voller und auch kräftig wirkender Klang – jedenfalls bei so genannter Zimmerlautstärke. In dem rund 30qm großen Raum hörte sich das wirklich nie nach so einem kleinen Receiver an. Und da ging auch deutlich mehr … bis meine Frau einschritt. Ein Highlight ist aber jedesmal der Anblick bei „Festbeleuchtung“: Schwarze Front, weiße Schrift und dann diese fast schon türkise Beleuchtung mit dem orangefarbenen Zeiger! Das von Burkhard oben erwähnte Problem mit den in der Tat sehr kleinen Lautsprecheranschlüssen habe ich mittels ganz dünner Strippen von Armin und kleinen Gabelschuhen gelöst. Dass passt alles sehr gut und lässt sich demzufolge problemlos händeln. Inzwischen spielt der Hitachi SR-302 in meinem Büro. Wieder mit dem CD-Player und dem Tapedeck von Yamaha; jetzt aber ohne Plattenspieler. Zur Seite gestellt hebe ich ihm nun kleine Lautsprecher von Hitachi und zwar die HS-1. Geschlossene 2-Wege-Boxen aus Metall, wohl von 1980 (über ebay erworben). Auch hier macht er eine gute Figur. Kurzum, ein toller kleiner Receiver, den ich jedem ohne Vorbehalte empfehlen würde, der etwas in dieser Größe und Preisklasse sucht. Der SR-302 hat einen etwas kräftigeren Bruder, den SR-502, der ansonsten aber nahezu gleich ist. Dann gibt es noch den „wirklich großen“ SR-802. In der äußeren Erscheinung eindeutig mit den anderen beiden verwandt, aber aufwändiger konstruiert und mit „mehr Knöppen und Leistung“. Der täte mich auch mal interessieren. Unser SR-302 gehört inzwischen zur Familie und hat lebenslanges Bleiberecht.
    Lennart und Armin an dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Dank für die vielen schönen Stunden und Momente, die uns bzw. mir der Hitachi SR-302 schon beschert hat.

    Nachtrag: Das von Armin oben erwähnte HiFi-Geschäft, in dem er von 1971 bis 1973 gearbeitet hat, ist leider Geschichte. Der Laden hat in diesem Jahr seine Pforten endgültig geschlossen. Die Räume stehen noch leer. Für mich als Stammkunden ein herber Verlust und irgendwie ist da auch allgemein betrachtet eine Ära zu Ende gegangen.

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