Sansui AU-517

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In dieser Woche standen gleich zwei dieser wundervollen Verstärker von 1978 auf meinem Tisch – beide benötigen eine Komplettüberholung. Defekt an sich war nichts, aber eben viele altersbedingte  Wehwehchen.  Der AU-517 ist ein mittleres Modell, schon recht potent mit zweimal 115 Watt sinus an 4 Ohm.  Er wiegt 16,5 kg. Ein gemeinsames Merkmal dieser Familie (ab dem 517 aufwärts) sind die getrennten Netzteile in Doppel-Mono. Die gesamte Familie bestand aus: AU-117, 217, 317, 517 und 717. Darüber gab es noch den AU-919 und dann noch die getrennten und integrierten Verstärker der Definition Serie. Man kann daran erkennen, dass Sansui ein Anbieter mit ungewöhnlich umfangreichen Programmen war, allein neun verschiedene Vollverstärker im Jahr 1978!

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Nach dem Öffnen sagt der erste Blick: dicke Staubschichten. Das freut mich immer, denn meist handelt es sich dann um völlig unverbastelte Geräte. Ein klarer Vorteil.

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Zunächst einmal die Platine für die Netzteile und die Schutzschaltung. Hier wurden das Relais, etliche Elkos und die anfälligen Doppeldioden VD1212 (oder VD1221) erneuert.

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So sieht das von der anderen Seite aus, nun schon viel besser.

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Auch die Endstufenplatinen wurde in gleicher Weise behandelt. Man kann hier die Servicefreundlichkeit dieser Geräte erkennen. Vier Schrauben und ein paar (beschriftete) Stecker – schon hat man so eine komplette Endstufe auf dem Tisch.

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Weitere fünf Schrauben und die Platine löst sich vom Kühlkörper – prima gemacht von Sansui.

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Die großen Elkos werden getauscht, da sie seinerzeit im Werk mit einem Kleber an der Platine angeklebt wurden, der im Alter zunehmends agressiver wirkt und schon Anschlusssdrähte benachbarter Bauteile „durchnagt“.  Man beachte den Widerstand in der Mitte, der quer liegt. Der rechte Anschlussdraht ist schon arg gefährdet.

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Also, alles schön reinigen und dann sieht die Platine doch schon viel besser aus. Der Widerstand hat überlebt.

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Hernach die Lötseite der Platine auch reinigen – dann kann alles wieder zusammen gebaut werden.

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Hier sitzt wieder alles an seinem Platz, die neuen Elkos sind deutlich kleiner, haben aber den korrekten Wert.

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Auch die Klangregelplatine (hier im Bild) und auch die Eingangsplatine mit Phono-Vorverstärker (diese habe ich vergessen zu fotografieren) wurden ebenso behandelt.

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Nochmal eine Gesamtansicht, hier schon mit den schwarzen Abschirmblechen versehen.

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Das sind die Endstufenplatinen im Betrieb.

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Die Netzteil/Schutzschaltungsplatine im Betrieb.

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Hier erkennt man das Doppel-Mono-Netzteil: zwei Trafos, vier Elkos.

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Das sind alle ausgewechselten Teile eines AU-517.

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Aussenansicht von oben.

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Die Front: typisch Sansui – ein Vorreiter für schwarze Fronten.

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Wer ihn hat, kann sich freuen.

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Die Anschlussbuchsen an der Rückseite – alles was das Herz begehrt: 2x Phono, 2x Tape, dazu Tuner und Aux -Eingänge, Vor- Endverstärker auftrennbar mit Schalter, zwei Paar Lautsprecher. Dazu umschaltbar auf alle verbreiteten Spannungen – wurde auf 240V gesetzt.

Diese Verstärker werden auch in dreißig Jahren noch munter spielen – und das ist doch wirklich schön, oder?

 

Ein Kommentar für “Sansui AU-517

  1. Hallo Armin, hallo Lennart,

    herzlichen Dank für den ausführlichen Bericht über dieses schöne Gerät!

    Mir ist vor kurzem ein Sansui AU-717 zugelaufen mit ganz ähnlichen Symptomen. Viele „hochgegangene“ oder ausgelaufene Elkos und vor allem auch mit viel agressivem Klebstoff auf den Platinen.
    Deshalb meine Frage an Euch: Mit was habt ihr den alten Kleber so gut runterbekommen?

    Bisher habe ich den Kleber meist nur mechanisch entfernt, aber hier sind auch schon Bauteilbeine korrodiert und da ist Eure Arbeit einfach besser!

    Würde mich über eine Antwort freuen. Auch per email.

    Schöne Grüße nach Niemegk.
    Jan

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