Pioneer TX-8100

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Dies ist der Bericht von der „Wiederauferstehung“ des Tuners von Markus (im Hifi-Forum als“stetteldorf“ unterwegs). Der Tuner ist ein Pioneer TX-8100 von 1973. Damals gab es noch keinen Sparzwang in der Industrie und genau das merkt man dem TX-8100 auf Schritt und Tritt an. Er kostete seinerzeit (gemessen am Einkommen) teure 800,- DM und war der zweigrößte Tuner in der Familie, nur der TX-9100 war noch darüber (der kostete auch gleich 1.000 DM). PIONEER-TX 8100-1-A1120 WIEN Schaut man in den offenen Tuner, erkennt man sogleich, dass dort ein stabiles Blechchassis vorhanden ist, in dem für die Platinen eigens Löcher herausgestanzt wurden. Der Trafo steht so schräg, um ungewollten Einstreuungen entgegen zu wirken. PIONEER-TX 8100-2-A1120 WIEN Das ist das sogenannte Frontend, zu deutsch der Drehkondensator mit Peripherie. Es handelt sich um einen Viergang-FM-Drehko. Markus hatte, um dem Fehler der aussetzenden Stereo-Anzeige auf die Spur zu kommen, alle Platinen mit irgendeinem ölhaltigen Mittel gereinigt. Dabei haben sich die Einstellungen offenbar gründlich vestellt, denn da empfing der Tuner so gut wie nichts mehr, die Feldstärke zeigte auch nichts mehr an. PIONEER-TX 8100-3-A1120 WIEN Der Drehko von der Seite, hier wurden die Schleifkontakte alle gründlich gereinigt. Es kratzt nun nicht mehr leise im Lautsprecher beim Abstimmen. Danach ging es an einen kompletten Neuabgleich des FM-Tuners (nach Service-Manual). Und schon war der Empfang wieder voll da. In Stereo! PIONEER-TX 8100-4-A1120 WIEN Vorne habe ich noch ein paar merkwürdige Kabel entdeckt, da hat mal jemand die FM-Lampe erneuert, leider nicht sehr ordentlich, zudem eine sehr minderwertige „China“-Lampe. Da die benachbarte Stereolampe vermutlich ähnlich viele Betriebsstunden auf dem Buckel hat, habe ich die gleich mit erneuert. PIONEER-TX 8100-5-A1120 WIEN Hier sind die neuen Lampen bereits eingebaut, wir verwenden nur Lampen der Marke JKL (USA), die sind zwar teurer, es werden dafür aber 10.000 Stunden Lebensdauer garantiert. PIONEER-TX 8100-6-A1120 WIEN Nun leuchtet auch wieder Stereo und zwar sofort nach dem Einschalten. PIONEER-TX 8100-7-A1120 WIEN Hier der Anblick dieses wunderschönen Tuners von unten. PIONEER-TX 8100-8-A1120 WIEN Im Netzteil sah diesen Kondensator (rechts, der graue). Obwohl dort alles funktionierte habe ich den natürlich erneuert, denn der verkürzte Schrumpfschlauch zeigt deutlich an, dass hier durch starke Wärme übermäßiger Verschleiß stattfand. PIONEER-TX 8100-9-A1120 WIEN Nach dem Auslöten zeigte sich, dass der Elko bereits ausgelaufen war und ein Anschlussdraht bereits weggegammelt war. PIONEER-TX 8100-10-A1120 WIEN Hier sitzt der neue Elko an Ort und Stelle.

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Hinten an der Rückwand sitzt eine us-amerikanische-Netzsteckdose zur Versorgung von weiteren Geräten. Diese Steckdosen sind hierzulande aber auf keinen Fall zulässig, weswegen wir diese an allen Geräten stets außer Betrieb nehmen. Im Bild oben kann man sehen, dass kein Kabel mehr zur Steckdose führt. Der Schutzleiter wurde isoliert und alle netzspannungsführenden Leitungen „verstärkt“ isoliert. PIONEER-TX 8100-12-A1120 WIEN Markus hatte noch bemängelt, dass der Kopfhörerausgang nur auf einem Kanal funktioniert. Eine kurze Messung (Oszilloskop) zeigte, dass von der kleinen Platine des Kopfhörerverstärkers nur ein Kanal kam, die Unterbrechung musste also auf der Platine liegen. Auch hier zeigte sich, dass einer der beiden Ausgangskoppelkos ausgelaufen war und ein Anschlussdraht weggegammelt war – also auch hier zwei neue Elkos eingebaut und schon spielte der Kopfhörer wieder beidkanalig. PIONEER-TX 8100-13-A1120 WIEN Dies ist ein Reedrelais, zuständig für Muting (Stummschaltung) zwischen den Sendern beim Abstimmen – es schaltet mit einem lustigen leisen „Ping“. Ein Reed-Relais ist ein Schalter (hier zwei, für jeden Kanal einen) in einer mit Schutzgas gefüllten Glasröhre, die mit Kupferdraht umwickelt ist. Fließt durch die Kupferwicklung Strom, schaltet das Relais und zwar ziemlich verschleißfrei. Deswegen müssen solche Relais auch nur sehr selten erneuert werden. PIONEER-TX 8100-14-A1120 WIEN Hier ist das schwarze Abschirmblech über dem Empfangsteil wieder montiert, so sieht das doch schon viel aufgeräumter aus. PIONEER-TX 8100-15-A1120 WIEN Von aussen präsentiert sich der TX-8100 in einem Echtholzgehäuse (nix Folie!) – so etwas ist einfach zeitlos. PIONEER-TX 8100-16-A1120 WIEN Von vorne dominiert die in kräftigem blau beleuchtete Skala das Gerät. PIONEER-TX 8100-17-A1120 WIEN Beide Instrumente zeigen wieder völlig korrekt an. PIONEER-TX 8100-18-A1120 WIEN Der Skalenzeiger ist beleuchtet und gleitet leicht vor und zurück und das nach 43 Jahren Betrieb, das müssen heutige Geräte erst mal schaffen (da glaube ich aber nicht dran!). PIONEER-TX 8100-19-A1120 WIEN Die neue Lampe zeigt zuverlässig den Stereoempfang an. PIONEER-TX 8100-20-A1120 WIEN Frontplatten im Jahr 1973 waren (zumindest bei höherwertigen Fabrikaten) graviert, so auch hier. PIONEER-TX 8100-21-A1120 WIEN Hinten finden sich ein lautstärke-variabler und ein fixer Cinchausgang, zusätzlich noch Anschlüsse für ein Oszilloskop (gab es als Zubehör zu kaufen – heute nur noch ultraselten zu finden). PIONEER-TX 8100-22-A1120 WIEN Das war die montierte Netzzuleitung (eine so genannte Lakritzstrippe), die nur einfach isoliert ist und deswegen hierzulande unzulässig. PIONEER-TX 8100-23-A1120 WIEN Umgestellt auf 240V war der Tuner schon, da hatte Markus wohl selbst aufgepasst. PIONEER-TX 8100-24-A1120 WIEN Das ist das VDE-gemäße neue Netzkabel samt neuer Knickschutz-Zugentlastung. Jetzt darf der Markus sich freuen, denn der Tuner kann jetzt wieder nach Hause und wird wohl noch sehr lange einwandfrei seinen Dienst versehen.

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