Cybernet SP-A80, SP-R80 und ST-L80

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Der größte Hersteller der Welt für Keramikprodukte – Kyoto Ceramics, kurz Kyocera – beschäftigt sich auch mit Elektronik, hierzulande bekannt für gute Fotokopierer und Photo-Voltaik-Systeme. Man erwarb den deutschen Konkurrenten Triumph-Adler im Jahr 2010. Früher verkaufte man auch Fotoapparate unter den Namen Yashica und Contax, seit 2005 jedoch nicht mehr. In den frühen 1980er Jahren war dieser Konzern auch mit Hifi-Geräten am Markt vertreten, unter dem Namen Cybernet. Zeitweilig auch unter dem Namen des Importeurs Krauss Hifi.

Heute stelle ich Euch eine Anlage vor, die ich in dieser Woche zur Überholung auf dem Tisch hatte. Den vollständigen Prospekt haben wir auf Lulabus Seite hochgeladen, damit alle Hifi-Freunde sich dort informieren können hier .

Die Anlage erschien etwa 1980 und wurde in Deutschland von der Firma EPD vertrieben. Sie besteht aus den drei Geräten SPA-80 (Endstufe), SPR-80 (Vorverstärker) und STL-80 (Tuner). Genaue Daten kann man dem Prospekt entnehmen (siehe link oben). Es gab auch ein passendes 2-Kopf-Kassettendeck mit zwei Motoren dazu, das SCD-80.

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Hier Bilder der Anlage, alle drei Teile übereinander gestellt.

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Eine Ähnlichkeit zu anderen Geräten kann ich beim besten Willen nicht entdecken. Auch innen kein Hinweis darauf, dass diese von einem anderen Hersteller im Auftrag gefertigt wurde.

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Nach dem Öffnen der Endstufe stutzte ich erste einmal: da hatte jemand zwei 10.000µF-Elkos in axialer Bauweise mit Drähten angeschlossen und irgendwo im Gerät angeklebt. Einer war schon abgefallen und baumelte lose an seinen Anschlussdrähten.

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Diese sind Fabrikat SETRON, wurden also eindeutig später hierzulande nachgerüstet. Auf der Platine sind auch noch die Klebstoffreste der Original-Elkos aufzufinden gewesen.

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Das sind die Klebstoffreste aus der Heißklebepistole – eine typische Bastlerarbeit. Die blauen Elkos waren damit am Gehäuse angeklebt. So etwas geht gar nicht.

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Es wurde alles fachgerecht überarbeitet, inklusive einem neuen Relais und einigen neuen Elkos. Die Platine sieht hochwertig aus und ist ordentlich gelötet.

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Auch von oben ist alles in guter Verarbeitungsqualität – es gibt nichts zu meckern.

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Hier sind die neuen Siebelkos als Ersatz für die blauen oben. Auch die haben 10.000µF 63V in den Abmessungen 30 x 50 mm, Raster 10mm. (it-tronics.de).

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Hier sind die (Toshiba-)Endtransistoren zu sehen.

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Eine helle Gallium-Arsenid-Anzeige informiert über die abgegebene Leistung. Ganz ähnlich denen von Pioneer (blaue Serie) aus der gleichen Zeit (Hersteller NEC).

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An der Rückwand findet man zwei Cinch-Eingänge und vier Lautsprecher-Anschlüsse (A und B).

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So schaut die Endstufe von außen aus.

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Die Front – völlig ohne überflüssige Spielereien.

Der Vorverstärker musste ebenfalls überholt werden, Schalter und Potis reinigen, Elkos erneuern. Blick von unten auf die Platine.

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Hier der Blick von oben, rechts die Phono-Sektion, für MM und MC umschaltbar. Schön weit weg vom Netztrafo (wegen möglicher Einstreuungen) und auch weg vom übrigen Vorverstärker (wegen des möglichen Übersprechens).

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Der Phono-Vorverstärker aus der Nähe, teilweise bereits mit neuen Elkos bestückt.

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Der Vorverstärker von oben. Er ist, genau so wie der Tuner, extrem flach gehalten (50 mm).

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Vorne finden sich alle leichtgängigen Schalter und Potis.

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Links das Markenzeichen von Cybernet, Kyocera hat ein eigenes Emblem. Daneben finden sich Filter und eine dreistufige Klangstellung (Bässe,Mitten, Höhen), wobei Bässe und Höhen wählbare Einsatzfrequenzen haben (250/500Hz und 2,5/5 kHz).

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Die Klangsteller sind gerastet und wirken +/- 10dB.

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Drei gleich große Knöpfe zur Klangstellung, solche Knöpfe fand ich auch noch nie woanders.

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Neben der zuschaltbaren Loudness, gibt es zwei Tape-Monitore sowie die Wahlschalter für AUX, Tuner und Phono (MM + MC).

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Balance und Loudness finden sich ganz rechts.

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Alle Anschlüsse in Cinch, Tape 2 zusätzlich noch in DIN.

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Der Tuner ist ein Synthesizer (für 1980 sehr modern!) Blick von oben in das offene Gerät.

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Blick von unten auf die Platine. Die empfindlichen Bereiche sind extra abgeschirmt.

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Blick von aussen.

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Synthesizer haben Sendersuchlauf und Stationstasten – hier sieben Stück.

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Signalstärke und Stereo werden durch LED’s angezeigt. Das Display ist ebenfalls ein GaAs von NEC.

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Alle Tasten in übersichtlichen Reihen angeordnet.

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Beim Anblick von hinten wird klar, wie flach der Tuner ist.

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Hier das Typenschild – selten das Fabrikat, aber in wirklich akzeptabler Qualität. Die ganze Anlage spielt (wieder) wie neu.

3 Kommentare für “Cybernet SP-A80, SP-R80 und ST-L80

  1. Hallo,
    danke für den ausführlichen Bericht.
    Die Geräte, insbesondere die Enstufe sieht sehr Baugleich zur BASF 6390 aus.
    Da wird ja immer mal wieder gemunkelt das die Geräte von Luxman gebaut wurden.

    Gruß
    Herbert

  2. Hallo, ich besitze den Vorverstärker und die Endstufe und bin auf der Suche nach dem Tuner. Ist der noch irgendwo zu haben?
    Beste Grüße,
    M. Wilz

    Da können wir leider nicht behilflich sein – einfach immer wieder mal bei ebay reinschauen. Wird aber schwierig, denn häufig waren die nicht gerade.

    Beste Grüße Armin

  3. Hallo,

    ich besitze die BASF D-6390 Endstufe und kann bestätigen, dass sie bis auf den zusätzlichen Poti mit der Cybernet SP-A80 identisch ist. Gleicher Trafo, gleiche Platinen, gleiche Komponenten, gleiche Kühlkörper.

    LG Christian

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