Acoustic Research A-03

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Im Jahre 1954 wurde in Massachusetts/USA eine Lautsprechermarke namens Acoustic Research, kurz AR,  gegründet, die etwas völlig Neues entwickelt hatte: das Prinzip der unendlichen Schallwand, also die geschlossene Box. Es war eine Sensation, so eine Basswiedergabe hatte es bis dahin noch nicht gegeben. 1959 folgte die Entwicklung des Dome-Tweeters (der Kalotten-Hochtöner). Die Boxen waren legendär und sind es teils noch heute. Später wurde die Marke AR vom Teledyne-Konzern übernommen und hatte zeitweise auch Elektronik im Programm, welches allerdings in Fernost produziert wurde.

Der kleine, aber durchaus repektable Verstärker A-03 von 1991 wurde in Taiwan produziert und birgt, trotz seines unscheinbaren Äußeres, einige Überraschungen im Inneren. Er kam wegen heftigen Aussetzens und Verzerrens zu uns, natürlich waren mal wieder heftigst gammelnde Schalter die Ursache. Also zunächst einmal selbige ausgelötet und zerlegt.

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Die Dreh-Schiebeschalter von Alps gibt es in vielen Geräten nahezu aller Hersteller.

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Hier die Kontakte, man kann deutlich sehen: stark korrodiert.

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Das sind keine neuen Kontakte, sondern dieselben, nunmehr gereinigt und poliert.

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Dies hier ist die ausgebaute Platine, die Bodenplatte ist leider nicht abnehmbar. Die Schalter sitzen oben mittig und sind bereits wieder eingelötet.

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Das ist das Doppel-Mono-Netzteil – hätte man bei einem so kleinen Verstärker gar nicht gedacht. Die acht Elkos von je 2.200µF gehören jeweils zu viert in jeden Kanal.

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Das sind die gereinigten Schalter wieder an ihrem angestammten Arbeitsplatz. Einer für die Eingangswahl, der andere für den REC-Out-Selector.

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Im Vordergrund der Phono-Vorverstärker.

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Von außen ist dieser ungewöhnlich designte Verstärker Modell A-03 von 1991 eher unscheinbar. Es gibt nur einen Netzschalter und einen Volume-Knopf an der Front. Alles Übrige verbirgt sich hinter einer Klappe. Die schräge Front ist hingegen recht einmalig und außergewöhnlich.

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Das recht flache Gerät leistet 2 mal 45 Watt sinus an 4 Ohm und wiegt 6,6 kg. Also eher ein kleines Gerät. Er kostete seinerzeit 648,- DM und war sicherlich ein klanglicher Geheimtipp. Immerhin kann er auf einen Dämpfungsfaktor von 120 (bei 1 kHz) verweisen.

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Hinter der Klappe finden sich die Kopfhörerbuchse, der Balance-Steller sowie die Schalter für den REC-Out-Selector und den Eingangswahlschalter.

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Ganz rechts gibt es noch einen CD-Direkt-Schalter, dafür gibt es keine CD-Stellung am Eingangswahlschalter. Klangsteller sucht man vergebens – aber: wer braucht die schon?

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Im Volume-Knopf gibt es eine rote LED, die gleichzeitig als Power-Anzeige fungiert.

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Hinten finden sich Cinch-Buchsen für Phono, CD, Aux, Tape und Tuner.

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Es kann nur ein Paar Lautsprecher angeschlossen werden, auch so kann man manche Probleme umschiffen.

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LIFE electronic GmbH war wohl seinerzeit der Importeur der Geräte. Es gab noch größere Brüder namens A-04, A-05, A-06 und A-07, sowie einen Tuner T-04. Aber auch einen Vorverstärker C-06, die Endstufe P-10 nebst drei Receivern X-04, X-06 und X-10.

Alle diese Geräte tauchen aber nur selten auf, weshalb ich es nicht versäumen wollte, den Verstärker hier vorzustellen.

Frohe Pfingsten Euch allen!

11 Kommentare für “Acoustic Research A-03

  1. «…eine Lautsprechermarke gegründet…»
    «…diese Firma…»

    Hallo zusammen

    Leider können nicht alle vom Logo auf die Marke Rückschlüsse ziehen… und vom Lautsprecher einfach den «kleinen, aber durchaus respektablen A-03 von 1991», zu wechseln, ohne zu sagen, was das ist (erster Gedanke: Videorecorder) ist stilistisch nicht gut gewesen.
    Ich weiss, Korinthenkacker, aber Eure Texte waren sonst immer sehr gut.
    Also versteht es als nett gemeinte Kritik. Ansonsten macht weiter so mit der Vorstellung der Schmuckstücke.

    Gruss
    Oliver

    Hallo Oliver,
    was genau willst Du mit Deinem Kommentar sagen? Das erschließt sich mir nicht. Einfach nur, weil Dir das Design nicht zusagt?
    Beste Grüße
    Armin

  2. Nun ja, auch und grade für mich als Aussenstehender ist die „Marke“, die Du um-/beschreibst, wie auch die Art des Gerätes welches Du vorstellst (Verstärker oder Videorecorder?) nicht ohne weiteres von Beginn Deines Textes an ersichtlich. Das es kleiner Verstärker ist, ergibt sich dann zwar später aus dem Kontext, aber den Markennamen nennst Du nicht – oder habe ich da etwas überlesen? Trozdem erst einmal herzlichen Dank für Bild & Text!

    Hallo Mathias,
    vielen lieben Dank für den Hinweis, ich habe es nunmehr geändert.
    Manchmal ist man eben „betriebsblind“.
    Beste Grüße
    Armin

  3. Hallo Armin

    Im Nachhinein war mein Kommentar auch etwas kompliziert geschrieben, aber schlussendlich hat Mathias es ja gut erklärt 😉 Es war nicht böse gemeint!

    Danke für die tollen Bericht… habe gerade den neuen Sony-Bericht gelesen.

    Gruss
    Oliver

  4. Kai Langeheinecke|

    Hallo Armin Kahn,
    da ich selber Besitzer genau dieses Verstärkers bin, möchte ich noch folgendes hinzufügen/erwähnen.
    Acoustic Research hat diesen Verstärker in 3 verschiedenen
    Modellen auf den Markt gebracht, und nicht jeder war brauchbar !
    Da wäre :

    1. das Grundmodell, welches der Hammer war (Baujahr `91-92)
    und zu recht als Klassiker bezeichnet werden darf.
    Gewaltiges Bassfundament und messerscharfes, klares Klangbild !
    (Eher beinharter Rocker als Feingeist – aber geil)

    2. das klanglich völlig verhunzte Revision 1 (R1) Modell (Baujahr `93-94), welches stark „verschlimmbessert“
    und den zuvor erworbenden Status wieder völlig zunichte machte.
    Lediglich die Phonostufe klang etwas runder/ausgewogener !

    3. das HP (High Power ?) Modell (Baujahr `95-96),
    welches angeblich wieder mehr Richtung Grundmodell ging.
    (AR`s letzter Versuch die Scharte wieder auszuwetzen).
    Hat aber leider nicht funktioniert, weshalb letzlich die Produktion Mangels Nachfrage eingestellt wurde !
    Den angegebenen und beworbenen Spitzenstrom von 12 Ampere halte ich zudem für Augenwischerei, da dieser bei allen Modellen gleichermaßen angegeben war !

    Wer nicht das Glück hatte das Erstmodell zu erwerben,
    dem bleiben eigentlich nur 2 Möglichkeiten :

    a) entweder verkaufen oder
    b) den Amp (nach Vorlage des Erstmodells) sinnvoll zu modifizieren !
    (Ich habe mich für letzteres entschieden und bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis)

    – Hoffe ich konnte da etwas sinnvolles zu diesem Thema beisteuern –

    Gruß Kai

    Vielen Dank, Kai
    Beste Grüße Armin

    • Hallo Kai,
      ich habe mir jüngstens einen AR-03 gekauft. Kann ich anhand der Seriennummer sehen, ob es das Erste, die Rev. 1 oder der HP ist? Dein Beitrag hat mich erstmalig darauf hingewiesen.

      Viele Grüße Olaf

      Der Kai, der hier einen Kommentar abgegeben hat, weiß da etwas – wir leider nicht. Beste Grüße Armin

    • Hallo Kai,

      kannst Du mir sagen, ab welcher Seriennummer welches Modell vom AR-03 existiert? Leider kann ich nichts dazu im Netz finden, außer Deinem Beitrag. Ich wüßte gerne, welches Modell ich habe;
      gibt es noch andere augenfällige Unterschiede, an denen man erkennen kann, ob es sich um die Basisversion oder ein Nachfolgemodell handelt?

      Danke im Voraus Olaf

      Nein, leider wissen wir auch nichts Weiteres über diesen Verstärker, tut uns leid. Beste Grüße Armin

  5. Hans-Christian Gottwald|

    Hallo Kai,

    wie kann man das Teil denn modifizieren?
    Ich habe auch so einen.

    Gruß Christian

    Wir gehen nicht davon aus, dass Kai das hier liest und dann darauf antworten wird.
    Man kann jedes Gerät modifizieren, tunen oder pimpen – was alles dasselbe bedeuten soll. Über die Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen lässt sich streiten, vernünftig ist so etwas jedoch nie. Meistens findet eine „Verschlimmbesserung“ statt! So jedenfalls ist meine Erfahrung seit 1969!
    Beste Grüße Armin

    • Kai Langeheinecke|

      Hallo Armin & Christian…
      …mit „sinnvoll modifizieren“ meine ich den Rückbau des
      Haupt-Verstärkers (nicht der Phonostufe!) vom 93/94er Modell
      zum 91er Modell, dessen Schaltplan man als komplettes
      Service-Manual aus dem Netz herunterladen kann !
      Suchbegriff : „acoustic research a-03 service manual“
      (SM1 von elektrotanya.com)

      !!! Achtung !!!
      Es sind ein paar Fehler enthalten,
      welche im A/B/C Vergleich, (also dem des Schaltplanes/
      der Stückliste sowie dem tatsächlich vorliegendem Verstärker),
      recht gut und schnell erkennbar sind !!!
      —Also genau hinsehen und Hirn einschalten—

      Im Grunde gilt neben dem Rückbau :
      alle zusätzlichen keramischen Scheiben-Kondensatoren,
      die nicht im Schaltplan enthalten, und auch nicht auf der Platine gekennzeichnet sind (!), zu entfernen.

      Zusätzlich sollten die zahlreichen Keramik-Cs (330pF),
      welche sich in jedem Hochpegel Input/Output,
      sowie Phono Input befinden, entfernt werden…
      …denn sie verhärten das Klangbild merklich !

      Ebenso kann man die Koppel-Cs (wenn man den will)
      durch bessere Typen wie z.B. den Elna Silmic / Nichicon FG/KZ oder gar MKP`s ersetzen.

      Aber Achtung : der Amp reagiert hier sehr sensibel drauf und spätestens jetzt beginnt das eigentliche „tunen“ !

      Wer sich das nicht selber zutraut bzw. löten kann,
      sollte unbedingt die Finger davon lassen oder besser gleich
      dem Armin die Sache anvertrauen, denn der weiß, was er da macht !

      Gruß Kai

      Vielen Dank, Kai, für diese speziellen Hinweise.
      Beste Grüße Armin

  6. Den besaß ich als Student in meiner Ofenheizungswohnung in Moabit.
    Damals war das Gerät unter HiFi-Freunden durchaus bekannt – es galt als preiswertester Einstieg in die High-End-Welt. Hatte ihn günstig gebraucht gekauft (ca. 170 Mark), zwei Jahre betrieben und danach für 150 an einen Freund verscherbelt. Einerseits fühlte ich mich stolz, so was Besonderes und doch Unscheinbares zu besitzen; andererseits habe ich keine Erinnerung mehr daran, dass ich vom Klang besonders fasziniert gewesen wäre.
    Hatte ein Paar Dali 103 Regalboxen damit angetrieben – die besitze ich sogar noch. 🙂

  7. Hallo zusammen,
    ich kam zum ersten Mal am Ende meiner Ausbildung als R/F Techniker 1991 mit dem A-03 in Berührung. Damals schon einige Jahre mit dem Hifi-Bazillus infiziert, lieh ich ihn aus. Antreten durfte er gegen meinen damaligen H/K PM 635. Ich ging unvoreingenommen an die Sache, aber der hörtechnische Unterschied war dramatisch, zugunsten des A-03! Seinerzeit konnte ich mir ihn als Lehrling nicht leisten, aber vor 3 Jahren entdeckte ich einen sehr gut erhaltenen A-03 in der Bucht.Da gab es kein zurück! Nach Reinigung aller Schalter, und einem kompletten Re-Capping spielt er heute an einem Rotel RCD-971, selbstgebautem DAC, und einem Pärchen Indiana Line Diva 655. Klangliche Beschreibungen erspare ich mir, da oft viel zu abgedroschen klingend. Nur soviel…wer noch einen findet, und tolles Hifi/High End erschwinglich bekommen möchte sollte zuschlagen! Ich hoffe euch nicht gelangweilt zu haben 🙂

    Gruß Olaf

  8. Kai Langeheinecke|

    Hallo Olaf Kohlmetz sowie andere Interessierte…

    …ich werde nun letztmalig auf dieses Thema antworten !

    Der `91/92 iger hat, wenn überhaupt angegeben,
    die TRP-Nr. 496 auf der Rückseite (unter der Seriennummer),
    der R1 die 587 – beim HP hingegen steht`s direkt auf der Frontplatte !
    Genau kann man es aber erst bei einem Blick unter die Haube
    (also Platine) sagen, denn AR hat damals schon einige unterschiedlich bedruckte Gehäuse verbaut !
    (Wohl auch etwas Landes- wie Lagerbestandsabhängig)
    Beim Gerät vom Armin z.B. (siehe Foto`s) befindet sich noch
    der alte „Teledyne Acoustic Research“ Aufdruck,
    welcher streng genommen eigentlich nur auf dem `91 Erstmodell sein dürfte, da sich die Firmen schon kurz danach trennten !
    Zu den Seriennummern kann ich allerdings auch nichts sagen…
    … da bräuchte man schon einen echten Insider/Kenner !

    Nur eines möchte ich noch zu meinen Tips anmerken/hinzufügen :

    Unbedingt die Trafo`s gleichherum einbauen und auf korrekten Anschluss achten/überprüfen !

    (Bei mir war das nicht der Fall und führte zu deutlichen Phasen-Problemen zwischen den Kanälen)

    So wie die Anschlüsse seitlich aus dem Trafo herausgeführt werden, ist auch die tatsächliche logische Wickel-Anordnung auf dem Spulenkörper !
    Entsprechend muß diese logische Reihenfolge auch auf die Anschlüsse der Platine übersetzt werden, da die Wicklungen immer einen Anfang und Ende haben,
    und somit eine eindeutige Phasenlage !
    (…Ja, auch Symetrische !!!)

    Ich hoffe ich konnte Dir/Euch damit weiter helfen…
    …ich melde mich jetzt ab und lausche den Klängen meines A-03s

    Gruß Kai

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