Sansui AU-D11

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Man schrieb das Jahr 1980 als die Marke Sansui versuchte ein völlig neues Verstärker-Konzept auf den Markt zu bringen. Bei diesem Konzept sollten im Leistungsverstärker die positiven und die negativen Signale getrennt verarbeitet werden. Hierzu ist es nötig sehr aufwändige Gegenkopplungs-Maßnahmen zu ergreifen. Die Endstufen sind mit insgesamt 52 Transistoren(!) bestückt. Das Ergebnis ist ein extrem fein auflösendes Klangbild, nebst einer beeindruckend impulsfesten Basswiedergabe. Dass Konzept war aber erst beim Nachfolger (AU-D11MKII) wirklich vollendet, denn der hatte konsequenterweise dann auch zwei völlig getrennte Endstufen pro Kanal(!), wobei die eine nur die positiven, die andere nur die negativen Signale verarbeitet.

Dieser Verstärker, den ich heute vorstelle ist also der AU-D11, und hat nur eine Endstufe pro Kanal, so wie es ja allgemein üblich ist. Dennoch hat dieser schicke Vollverstärker etliches zu bieten. Da wären eine sehr aufwändige MC-Vorstufe zu nennen, die allein mit 18 Transistoren (davon 12 FET) pro Kanal bestückt ist. Der Nachfolger AU-D11MKII hatte dann „nur“ einen Step-Up-Transformator statt dessen. Auch die nachfolgende MM-Stufe ist mit jeweils 25 Tansistoren und einem IC bestückt – pro Kanal! Das sind jeweils postkarten-große Platinen, nur für die Phonovorverstärkung.
Auch das Chassis weist eine Besonderheit auf – man färbte es kupferfarben (wozu auch immer) – aber das wurde später von anderen Herstellern fleißig kopiert – es wirkte einfach hochwertiger. Entgegen anderer Aussagen im Internet war der AU-D11 auch in Europa (auch in Deutschland) im Angebot. Er kostete damals 2.598,- DM, für 1980 ein recht stolzer Preis. Er bietet dafür zwei mal 120 Watt sinus an 8 Ohm – sehr streng gemessen bei max. 0,005% Klirr und über die Frequenzen zwischen 10 und 20.000 Hz. Er wiegt 17,5 kg und nimmt bis zu 600 Watt aus dem Netz auf.

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Hier der Blick von unten in das offene Gerät. Man erkennt rechts den Doppel-Mono-Aufbau (acht Kondensatoren), ringsherum die kupferfarbenen Bleche.

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Die beiden weichen Netzteile liefern +/- 67 Volt, die Endtransistoren von Sanken sind sehr schnelle 20MHz-Typen.

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Bei geschlossener Bodenklappe sieht das Ganze so aus.

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Hier ist die Endstufe (mit Ausnahme der Endtransistoren) gut zu sehen, da die damals brandneue „Heat-Pipe“ gerade ausgebaut ist. Diese neue Art der Kühlung besteht aus einem geschlossenen Kühlkreislauf, in der die Kühlflüssigkeit zirkuliert. Je wärmer es wird, desto schneller zirkuliert die Flüssigkeit. Dabei wird sie unten an den Transistoren (das weisse Kühlblech oben im Bild) erwärmt und kühlt sich auf der oberen Seite an dünnen Kühlblechen wieder ab. Das sollte damals die teuren Aluminium-Kühlkörper einsparen, man kam später aber wieder davon ab.

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Hier sieht man die acht 10.000µF-Siebelkos von oben.

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Hier ist die Heat-Pipe wieder montiert. Die Ringleitung, durch die die Kühlflüssigkeit zirkuliert, ist gut zu erkennen. Vorn im Bild der Kontrollverstärker (rechts) und das geregelte, harte Netzteil (links).

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Auch die Werkplatte (hinter der Frontplatte) ist kupferfarben. Es wurde im gesamten Gerät auf Lampen verzichtet – alles wird mit LED’s angezeigt.

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Hier sind die beiden Phono-Vorverstärker-Platinen zu sehen, MM und MC.

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Das ist der Kontroll-Verstärker von der Bauteil-Seite…

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…und die Netzteilplatine.

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Von aussen gibt es ein foliertes Holzgehäuse und eine (Sansui-typische) schwarze Frontplatte.

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Die Front ist recht übersichtlich, links Lautsprecherwahlschalter und Klangsteller, jeder mit zwei wählbaren Einsatzfrequenzen.

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In der Mitte eine Klangstell-Überbrückung (TONE ON/OFF) und Filter, sowie Muting.

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Daneben Lautstärke und Balance.

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Ganz rechts dann die Eingangswahlschaltung mit Umschaltung Phono 1 und 2, sowie Wahl zwischen MM und MC und zwischen HI und LO-Pegel (100 oder 200µV), das Ganze bei einem Geräuschspannungsabstand von 74dB (MC) bzw. 90dB (MM) bei Hochpegeleingängen sogar 110dB – das sind schon anständige Werte.

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Auch hinten alles kupferfarben. Der Frequenzgang des Gerätes reicht von 0 bis 300.000Hz (-3dB) und hat eine slew-rate (Anstiegszeit) von +/- 250V/µsec und einen Dämpfungsfaktor von 150 bei 8 Ohm – ganz erstaunlich, ist aber gut zu hören.

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Die robusten Lautsprecherklemmen, daneben das neue (VDE-gemäße) Netzkabel, wobei die US-Steckdosen, wie üblich, still gelegt wurden.

Ein Vollverstärker von 1980, der einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

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