Pioneer Exclusive C-3 und F-3

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Heute kommt der Wochenbericht ein wenig verspätet – denn wir hatten am Freitag und Samstag geschlossen, da unsere Tochter (Lennarts Schwester) geheiratet  hat und deswegen eine große Feier am Samstag in Berlin anstand, nach der amtlichen Trauung am Freitag. Ich hoffe, niemand ist enttäuscht – denn hier folgt der Bericht – von zwei echten Juwelen, die kaum jemand wirklich kennt, so selten sind die.

Die beiden Geräte aus der Exclusive-Baureihe stammen von 1973 (C-3) bzw.1975 (F-3). Diese Geräte waren seinerzeit wohl einige der hochwertigsten Komponenten ihrer Zeit, das was man später „High-End“ nennen sollte. Hier wurde an nichts gespart, der Verkaufspreis spielte überhaupt keine Rolle – es sollte die Position von Rolls-Royce auf dem Automarkt übernommen werden, sozusagen die Königsklasse. Diese Geräte erhielten alle die Bezeichnung „Exclusive“, so wie z.B. Toyota seine Luxusfahrzeuge Lexus nennt. Diese Luxusklasse bei Hifi-Geräten hatte die 1973 neu gegründete Edelmarke „Kensonic“, bekannt unter dem Label „Accuphase“ weltweit als erster vorgemacht. Die Strategen bei Pioneer wollten der Welt zeigen, dass sie das schon längst beherrschen. Und das kam dabei heraus:

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Ein Blick in den offenen C-3 verrät dem Kenner sofort – hier ist alles vom Feinsten. Rotstifte der Kaufleute waren bei der Entwicklung verbannt. Hochwertige Epoxidharzplatinen mit höchstwertigen Bauteilen, die fein säuberlich von Hand miteinander verdrahtet wurden – wohin man auch schaut, alles edel und teuer.

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Dabei achtete man sogar auf gute Zugänglichkeit, jede Platine ist nach Entfernen von zwei Schrauben herausnehmbar. Die Kabelbäume sind lang genug. Es wurden alle gefährdeten Kondensatoren erneuert und alle Platinen wurden sofern notwendig nachgelötet.

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Auch die Schalter wurden alle zerlegt und gereinigt. Oben noch im“vorher“-Zustand.

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Nun wieder blitzeblank.

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Auch die Schaltreiter wurden gereinigt.

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Das Volume-Potentiometer ist in Wirklichkeit ein Schalter mit etlichen Stufen und Metallfilmwiderständen, voll gekapselt und abgeschirmt, dabei sehr fein gerastert.

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Die Klangsteller sind als Schalter ausgeführt, ein Kanal oben, der andere unten.

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Hier der Blick von oben in das offene Gerät – das spricht für sich, oder?

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Der gleiche Blick von unten, viele Elkos wurden erneuert.

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Das Gerät stammt aus einem Raucherhaushalt, offensichtlich von einem sehr starken Raucher – es fanden sich an einigen Stellen noch dicke Nikotinschichten. Der stolze Besitzer hier im Deutschland hatte die Geräte schon vorher weitgehend von dieser Nikotinschicht befreit – es fanden sich aber noch etliche Spuren an verborgenen Stellen.

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Die neue Power-Lampe verrichtet hier ihren Dienst.

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Die Front strahlt nun wieder in neuem Glanz.

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So schaut das Gerät von oben aus.

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Eine absolute Eigenheit ist die schräge Anordnung der Anschlussbuchsen, von denen es am C-3 etliche gibt. Dies erleichtert das Anschließen ganz erheblich.

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Die Frontansicht des Vorverstärkers. Der Besitzer hatte die Geräte mit den Original-Holzgehäusen (die serienmäßig stets dabei waren) erworben und bat uns diese in palisander zu furnieren. Niko hat dies in der üblichen Pefektion bewerkstelligt.

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Da wirkt der C-3 doch schon erheblich „exclusiver“ und teurer, nicht wahr?

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Hier die Front mit dem großen Exclusive-Schriftzug.

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Unten gibt es noch eine Klappe, hinter der sich seltener gebrauchte Bedienelemente verbergen.

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Die vielen Knöpfe verwirren zunächst, sind aber gar nicht so umfangreich, wie man zuerst glaubt.

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Es gibt zwei Filter,  jedes mit zwei wähbaren Einsatzfrequenzen. Ebenso sind die Einsatzfrequenzen der Klangsteller durch das Betätigen direkt wählbar – ohne die bei anderen Geräten üblichen – Schalter. Nein, hier hatte Pioneer einfach vier Klangsteller eingebaut. Bässe bei 50Hz und 100 Hz, jeweils nur schwach ausgeprägt mit einer maximalen Anhebung oder Absenkung von 7,5dB. Bei den Höhen sind die Einsatzfrequenzen 10 und 20 kHz.

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Neben dem Volumesteller, gibt es noch ein Balance-Poti, darunter ein dritter Reserve-Eingang (AUX) an der Front mit Klinkensteckern. So kann man mal ein Gerät rasch anschließen, ohne hinten herumfummeln zu müssen.

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Der Schalter rechtes neben Volume ist ein zweistufiger Abschwächer, mit dessen Hilfe man auch die lautesten Quellen extrem feinfühlig einstellen kann.

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Der Ausgang ist abschaltbar, das Klangstellteil ist überbrückbar („defeat“).

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Unter dem Netzschalter gibt es einen Kopfhörerausgang, der C-3 besitzt dafür einen extra Kopfhörer-Verstärker.

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Hier kann man die tischlerische Kunst von Niko erkennen – das Furnier läuft um die Kanten herum.

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Hinten gibt es eine einmalige Schiebetür über dem Anschlussfeld – so etwas habe ich sonst noch nie gesehen – großartig!

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Hier aufgeschoben.

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Anschluss bietet der C-3 für drei Plattenspieler, einen Tuner, drei Tapes und drei mal Reserve. Kaum zu übertreffen!

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Das Gerät ist für den japanischen Markt und funktioniert daher nur mit 100V. Ohne Vorschalttrafo geht da nichts.

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Der dazugehörende Tuner heißt F-3 und ist ebenfalls einer der schönsten und aufwendigsten FM-Tuner weltweit, er erschien 1975 und ergänzte die übrigen Exclusive-Baureihe. Oben wurde die Front entfernt, ebenfalls sehr servicefreundlich gemacht das Ganze.

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Der Skalenzeiger war aus seiner Führung gerutscht und war nicht mehr beleuchtet, da das Lämpchen durchgebrannt war, wie auch die meisten anderen Lämpchen.

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Der Drehko ist ein Siebengang-Modell und sorgt für außerordentlich sauberen Empfang. Der F-3 dürfte damals zu einer Handvoll Geräten gehört haben, die die besten Tuner der Welt darstellten.

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Hier sind alle Abschirmbleche entfernt und man kann erkennen, welcher Aufwand hier getrieben wurde – extrem!

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Auch von unten, alles von Hand miteinander verdrahtet.

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Nachdem alle Lampen erneuert waren, konnte man auch wieder alles wunderbar ablesen. Es gibt ein Signal-Meter (Feldstärke), ein Mitteninstrument mit einer Lock-Anzeige, zusätzlich noch eine Multipath-Anzeige und ganz rechts noch eine Peak-Anzeige für den Ton.

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Die Stereo-Anzeige ist orange (typisch für Pioneer).

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Hier ist der nun wieder beleuchtete und korrekt montierte Skalenanzeiger zu erkennen.

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Von aussen – noch ohne Holzgehäuse.

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Die Front ist sachlich und zurückhaltend, strahlt aber eine sehr starke Exklusivität aus, nomen est omen!

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Auch hier gibt es die Klappe mit dem speziellen Schriftzug.

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Nun mit Holzgehäuse. Der FM-Frequenzbereich in Japan ist 76 bis 90 MHz,der Tuner daher hierzulande nur sehr eingeschränkt verwendbar.

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Hinter Klappe befinden sich der Einschalter, ein Schalter und ein Poti für die Rauschunterdrückung zwischen den Stationen (Muting), ein schaltbarer Rauschunterdrücker (Noise-Filter), der Bandbreitenumschalter (narrow/wide) und ein Mono-Schalter.

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Die riesige Scheibe ist rundherum schwarz eingefasst.

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Der Magnet in der Mitte hält die Klappe geschlossen.

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Das Peak-Level-Meter für den Ton.

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Auch hier wieder das wahrlich schicke Holzgehäuse, nunmehr in palisander.

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Blick von hinten auf den Edeltuner, da lässt sich noch der Pegel einstellen, damit es beim Umschalten auf den Plattenspieler keinen Lautstärkesprung gibt.

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Auich der Tuner kann nur mit 100V betrieben werden.

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Zum Abschluss ein Foto von den beiden zusammen. Welch gewaltige Geräte das doch sind. Wer so etwas besitzt, darf mit Fug und Recht richtig stolz darauf sein.

3 Kommentare für “Pioneer Exclusive C-3 und F-3

  1. Hallo.
    Zuerst einmal: Gratulation der Tochter zur Hochzeit! Wünsche alles Gute 🙂
    Zum Bericht: Ein Vintage Prachtstück. Wundervolle Arbeit. Hat der Kunde auch die M3 am Start?

    Gruss
    Oliver

  2. Einmalige Stücke und einmalige Arbeit, perfekter geht nicht.
    Ich verschlinge ihre Berichte förmlich.
    Gruss
    Frank

    Vielen Dank, das freut uns sehr!
    Beste Grüße Armin

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