neue Maßverpackung

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Nein, heute geht es ausnahmsweise mal nicht um ein Gerät. Es gegebenem Anlass mussten wir an unserer Verpackung etwas ändern, denn es kam in letzter Zeit zu einigen Transportschäden, wie z.B. ein an den Leimkanten geborstenes Holzgehäuse, eine gebrochene Glasscheibe und ein gestauchtes Chassis. Leider geht DHL inzwischen kein bisschen besser mit den Paketen um, als die anderen Paketdienste.

Wir haben daher die Innengestaltung der Maßverpackungen verbessert und (das ist wirklich neu bei uns) nunmehr eine Doppelkarton-Außenhaut. Damit ein jeder versteht, weshalb man 60 Euro (inkl. Hinversand) bei uns ausgeben muss, um eine solche Verpackung zu bekommen, haben wir die Entstehung eines solchen Maßkartons hier einmal mit der Kamera begleitet.

Es geht hierbei um die Verpackung eines Kenwood Verstärkers KA-7100 aus dem Jahr 1976, der hier bei uns komplett restauriert werden soll. Der Verstärker hat die äußeren Abmessungen 430 mm breit, 149 mm hoch und 378 mm tief. Das müssen wir vorher wissen, wenn wir so einen Karton bauen. Ist aber kein Problem, kann man ja googeln…

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Dies ist einer unserer schon seit Jahren verwendeten Kartons mit den Abmessungen 600 mm mal 500 mm (Innenmaße), die Höhe ist variabel 200, 250, 300 oder 350 mm. Dies kann man an den drei Rillen erkennen, denn dort lassen sich die Seitenwände falten. Der Karton ist in FEFCO 0201 Qualität 2.4 gehalten (für Verpackungsfachleute).

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Für die benötigte Geräte-Höhe von 150 mm verwenden wir eine Innenhöhe von 250 mm, also die zweite Rille von unten. Dazu werden alle vier Ecken mit einem Teppichmesser von der zweiten Rille bis zum Schlitz (oben) aufgeschnitten.

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Dann lassen sich die Laschen nach innen falten und der Kartonboden entsteht. Oben im Bild sind nur die beiden schmalen Laschen eingefaltet, die breiten Laschen stehen noch hoch.

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Hier sind nun alle vier Laschen umgefaltet. Dadurch, dass die Laschen länger sind, wenn der Karton flacher wird, entsteht ein besonders stabiler Boden (mehrlagig). Die Laschen werden mit einer H-Klebung gesichert. Eine H-Klebung heißt das wegen der Form des Buchstabens: einmal quer über die oberste Lasche und zweimal hochkant über die äußeren Kanten.

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Der Boden ist nun geschlossen und wir können in den leeren Karton schauen. Er hat nun die Innenmaße 600 mal 500 mm bei 250 mm Höhe.

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Als Boden unter das Gerät schneiden wir nun eine 40mm starke Styroporplatte zu. Die Styroporplatten haben handelsüblich die Abmessungen von 500 x 1000 mm, wir müssen also nur 600 mm abschneiden. Wir haben uns für diesen Zweck eine Schneidvorrichtung mit einem erhitzen Draht und einem rechtwinkligen Anschlag gebaut. So geht das sauber und in Sekunden.

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Diese Platte mit 40 mm Stärke liegt nun im Karton unten drin.

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Anschließend schneiden wir uns sechs Streifen von 150 mm Höhe und 500 mm Länge. Die 150 mm entsprechen der Gerätehöhe. Die 500 mm der Kartontiefe.

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Hier sind alle sechs Streifen fertig.

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Je zwei Streifen kommen rechts und links in den Karton.

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Auf einer Seite kommt noch zusätzlich ein Streifen von 10 mm Stärke zwischen die beiden 40 mm dicken Streifen. Das ist nötig damit man auf Breite von 430 mm kommt, denn bei einer Breite von 600 mm des Kartons, kommt man mit vier 40 mm Streifen auf 440 mm verbleibende Breite, mit dem zusätzlichen 10 mm Streifen ergeben sich die erforderlichen 430 mm.

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Die beiden letzten 40 mm Streifen sind für vorne und hinten und dürfen deswegen nur 430 mm lang sein. Wir schneiden sie etwas länger, dann kann man die Front und Rückwand aus Styropor einschieben und die hält dort ganz von allein fest.

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Die Tiefe des Verstärkers beträgt rund 380 mm, wir haben aber einen Hohlraum von 420 mm. Vorne am Gerät ist die silberne Frontplatte des Verstärkers, die Knöpfe zum Bedienen ragen alle daraus hervor. Deshalb kleben wir schmale Streifen von 40 mm mal 40 mm und einer Höhe von 150 mm vorne rechts und links in den Hohlraum. Dort kann die Frontplatte anliegen, alle Knöpfe und Kippschalter liegen dadurch in einem Hohlraum und berühren nichts. Da kann also während des Transports nichts stauchen oder verbiegen.

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Hinten sind normalerweise ähnliche Streifen mit der norwendigen Tiefe eingeklebt.

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Der KA-7100 weist nun aber eine Besonderheit auf. Denn er hat zwei große Kunststoff-„Füße“ an der Rückwand, war bei Kenwood damals so üblich, man konnte die Geräte daher auf die Rückseite hochkant stellen. Rechts und links aussen kann man die hier sehen.

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Das muss natürlich berücksichtgt werden. Damit der Verstärker auf keinen Fall hin und her rutschen kann, sind hier zwei kurze Streifen eingeklebt, die sich an den Rückwandfüßen abstützen.

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Als einfachste Verklebung hat sich doppelseitiges Klebeband bewährt.

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Nun ist die Innengestaltung des Kartons fertig. Sozusagen als Bedienungsanleitung schreiben wir mit einem Edding auf den Boden, wie der Verstärker einzulegen ist.

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Jedes Gerät sollte vorher unbedingt in Luftpolsterfolie eingepackt werden, dazu legen wir in jeden Karton eine zugeschnittene Folie hinein.

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So etwa sollte das Gerät aussehen, bevor es in den Karton kommt. Schützt vor Schmutz, Kratzern und Feuchtigkeit.

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Am Schluss kommt als Deckel wieder eine 40 mm starke Styroporplatte oben drauf.

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Als Ausgleich für die fehlende Höhe kommt hier noch eine 20 mm starke Platte hinzu.

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Damit der Besitzer des Gerätes weiß, wie er das Gerät verpacken soll, legen wir noch eine kleine Anleitung dazu.

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Dieser Karton wird nur einfach verklebt, also keine H-Klebung.

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Denn: der ganze Karton kommt nun einen weiteren Karton, der noch fester ist als der innere und der dazu noch etwas größer ist. Wir haben uns diesen Karton extra herstellen lassen. Der unten im Bild ist der äußere Karton.

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In diesen äußeren Karton kommt unten zunächst eine 40 mm starke Platte aus Styropor hinein, sozusagen als Bodenpolster.

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Dann kommt der innere Karton hinein. Nun sieht man, weswegen keine H-Klebung vorgenommen wurde, oder?

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Oben auf wieder eine 40 mm starke Styroporplatte, als obere Polsterung.

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Dann wird der Karton verschlossen, diesmal mit H-Klebung.

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Die gestrichelten Linien dienen als Hinweis für den Empfänger, wo er den Karton öffnen soll.

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Dieses Schild ist oben auf dem Karton.

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Dieses Schild befindet sich auf dem Boden.

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An der Seite steht noch ein Hinweis für uns auf die Auftragsnummer und für welches Modell der Karton angefertigt wurde.

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Vielleicht erkennt man, weswegen da 60,- Euro (einschließlich dem Postversand zum Kunden) ganz angemessen sind.

4 Kommentare für “neue Maßverpackung

  1. Joachim Siedel|

    Liebe Armin und Lennart Kahn,

    vielleicht kann ich zur Verpackungsproblematik eine andere oder zusätzliche Verbesserung vorschlagen: Ich steife meine eigenen Versandkartons für stoßempfindliche Artikel innen an zwei gegenüberliegenden Seiten mit 8 mm Sperrholzplatten aus, die ich mir, paßgenau auf das lichte Innenmaß der entsprechenden Kartonseitenwände zugeschnitten, im Baumarkt besorge. Dadurch wird der Karton mit relativ geringem Kostenaufwand sehr gut ausgesteift.

    Beste Grüße,
    Joachim Siedel

  2. Liebe Armin und Lennart Kahn,
    danke für diese sehr nützliche Anleitung!
    Ihr macht Euch ja richtig Arbeit mit den Versandkartons.
    Aber die schönen alten Geräte sind es wert.
    Unglaublich wie auch DHL mit den Paketen umgeht.

    Wer einen preiswerten und praktischen Styroporschneider (elektrischer Brennstab) sucht, findet diesen bei AMAZON für ca. 20 EUR:
    https://www.amazon.de/gp/product/B01ISKV246/ref=oh_aui_detailpage_o01_s00?ie=UTF8&psc=1
    Wer einen Styroporkleber (Styropor auf Styropor) sucht, dem sei UHU POR empfohlen (normale Kleber zerstören mit ihren Lösungsmittel das Styropor).
    Statt der von Joachim Seidel empfohlenen Sperrholzplatten kann man auch gut MDF-Platten verwenden (war ein Tip von der Holzzuschnitt- Abteilung im Baumarkt.)

    Gruß Vera

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