Pioneer M-22

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In dieser Woche hatten wir unter anderem eine seltene und gesuchte Endstufe der Marke Pioneer auf dem Tisch. Die M-22 ist eine reine Class-A-Endstufe von 1976, die bei einem Gewicht von satten 22kg eine Leistung von 2 mal 30 Watt (an 4 oder 8 Ohm) liefert. Optisch und auch akustisch ist diese Endstufe eine wirkliche Augenweide. Sie war seinerzeit recht teuer und daher auch sehr selten.

Dieses Exemplar hatte leider einen Reparaturversuch hinter sich, der wirklich unprofessionell durchgeführt wurde. Beide Kanäle gaben nur Gleichspannung ab und waren mit zum Teil abenteuerlichen Transistoren bestückt (2N3055 und MJ2955 – so etwas gehört in keine Audioendstufe!). Glücklicherweise ist diese Endstufe wirklich servicefreundlich aufgebaut. Auf dem Foto sind beide Endstufenplatinen, die über etliche Stecker mit dem Chassis verbunden sind, bereits ausgebaut und übersichlich nebeneinander gelegt.

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Auf dem Chassis sind die beiden Netztrafos (Doppel-Mono-Bauweise), zwei Lautsprecherrelais und vier kapitale Elkos von jeweils 33.000µF untergebracht, daneben noch der Netzschalter und eine Power-Anzeigelampe. Mehr Bedienelemente gibt es nicht – dies ist eine Endstufe für Klangpuristen!

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Alles andere sitzt auf den Platinen, die man sich wunderbar zur Bearbeitung auf den Tisch legen kann. Die eine Platine beherbergt zusätzlich noch die ungeregelten Hauptnetzteile (links im Bild).

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Auf der anderen Platine findet sich die Schutzschaltung (rechts im Bild).

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Nachdem sehr viele Bauteile erneuert waren, konnte man alles wieder zusammen bauen.

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Auch die Endstufentransistoren wurden alle acht erneuert, nunmehr ersetzt durch MJ21193 und MJ21194, die in dieser Endstufe völlig überdimensioniert sind, was jedoch keinesfalls schadet.

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Hier ist nun alles wieder montiert, nach einem Probelauf von etwa 30 Minuten wurden Offset und Ruhestrom penibel eingestellt, danach lief die Endstufe nochmals 6 Stunden. Sicher ist sicher. Sie wird relativ warm im Betrieb, was für eine Class-A-Endstufe aber völlig normal ist.

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So sieht die Endstufe von außen aus. Puristisch einfach – aber solide wie eine Burg. Das Chassis ist nicht aus Blech wie üblich, sondern aus dickem Aluguss.

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Zwei Cinchbuchsen und ein Paar Lautsprecherklemmen – mehr gibt es hier nicht (genügt doch auch, oder?)

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Die riesigen Kühlkörper sind notwendig, sonst könnte man nicht anfassen, ohne sich zu verbrennen.

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Auch von hinten nichts, nur ein Netzkabel.

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Die Bearbeitung hat, auf Grund der Servicefreundlichkeit, sehr großen Spaß gemacht. Leider hatte der Vorreparateur dort „einige Korken“ eingebaut, was doch einiges an zusätzlicher Zeit gekostet hat. Aber jetzt ist die M-22 wieder ein wahrer Genuss.

Ein Kommentar für “Pioneer M-22

  1. Hallo an das Team
    Habt ihr die M-22 noch zum Verkauf?
    Gruß
    Ronald Sehrig

    Wir verkaufen überhaupt keine Geräte – wir restaurieren ausschließlich.
    Deshalb bitte bei ebay oder ähnlichen Plattformen schauen…
    Beste Grüße Armin

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