Saba Box V

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In dieser Woche kann hier die Wiederauferstehungs-Geschichte eines Paar Saba Lautsprecherboxen erzählt werden, die schon 48 Jahre auf dem Buckel haben. Ein Fan dieser damals 1000,- DM teuren Boxen (pro Stück!) hatte dieses Paar erworben. Sah wohl gar nicht mal so übel aus. Der Trick eines der Vorbesitzer: er hatte folierte Hartfaserpappen seitlich auf die Boxen geleimt und vernagelt. Der Fan wollte diese Boxen aber so haben, wie sie seinerzeit ausgesehen haben. So haben wir die Boxen vollständig zerlegt und die leeren Gehäuse zu Niko (unserem Tischlermeister) gegeben. Der hat zunächst einmal die seitlich aufgeklebten Hartfaserplatten abnehmen wollen, um das Gehäuse für neues Furnier vorzubereiten. Doch da diese vollflächig verleimt und zusätzlich genagelt waren, stellte sich das rasch als ziemlich aussichtsloses Unterfangen heraus. Nur bruchstückhaft konnten die Hartfaserplatten herausgebrochen werden. Darunter bot sich ein Bild des Schreckens – da fehlten große Stücke des Original-Pressspans.

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Am Ende konnte Niko die Oberflächen nur mit einem Elektrohobel glätten und musste etliche Teile der Aussenwände durch neue Pressspan-Teile ersetzen.

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Erst nachdem alle Aussenflächen komplett verspachtelt und anschließend verschliffen waren konnte er daran gehen, alle Flächen neu zu furnieren. Um dem Original so ähnlich wie möglich zu kommen, verwendete er französisch Nussbaum-Furnier.

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Die Schallwand (hier im Bild) bedurfte auch einer gewissen Bearbeitung, denn die Körbe der alten Saba-Tieftöner sind aus (zu weichem) Alu-Druckguss und neigen daher dazu, sich im Laufe der Jahrzehnte zu verformen. Dies führt dazu, dass die Schwingspulen leicht im Spalt schleifen. Als Gegenmaßnahme drehen wir die Chassis um 180 Grad in der Box, so dass das Gewicht der großen Magneten nun in der entgegengesetzen Richtung am Korb zerrt. Diesen Vorgang sollte man vorsorglich in 40 Jahren wiederholen… Der 40cm-Tieftöner ist übrigens der größte Hifi-Bass aus deutscher Produktion (PA-Bässe gab es auch noch in 46cm Durchmesser), zudem war er auch noch mit einer Resonanzfrequenz von 16 Hz angegeben. Saba versprach zuversichtlich eine Basswiedergabe von 12 Hertz an aufwärts, was natürlich mehr theoretisch zu verstehen ist. Immerhin hat das geschlossene Gehäuse der Box ein Volumen von rund 100 Litern. Die kräftige Holzleiste stabilisiert die Schwingungen, indem sie die Schallwand mit der Rückwand verbindet.

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Die Saba-Box aus dem Jahr 1967 war mit so genannter Steinwolle gedämpft, welche nicht nur völlig zusammengefallen war, so dass nur noch die Hälfte der Gehäuse damit ausgefüllt war, sondern dieses Material ist auch gesundheitsschädlich und wird deswegen heute nicht mehr produziert oder verwendet. Wir haben das Ganze als Sondermüll entsorgt und eine moderne Polyesterfaser-Dämmwolle zur Neudämpfung verwendet. Dabei wurde die gleiche Menge verwendet wie seinerzeit.

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Das neue Dämpfungsmaterial ist jedoch in Platten gepresst, so dass die Anordnung vom Original abweicht – akustisch aber das gleiche Ergebnis erzielt wird.

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Hier der Magnet des Tieftonlautsprechers, der eine 63mm Schwingspule beherbergt und einen magnetischen Fluss von 210.000 Maxwell vorweisen kann.

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Das Hochtonhorn hat Saba bei Pioneer eingekauft, es ist das Modell PT-8.

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In dieser 5-Wege-Box werkeln, neben dem 40cm-Tieftöner, ein 20x13cm Mitteltöner, zwei 16x10cm Mittelhochtöner und zwei 10cm-Konushochtöner. Das Pioneer-Horn noch als Superhochtöner. Die Mittelhochtöner und die Konus-Hochtöner sind mit Kunststoffsockeln nach schräg aussen angewinkelt, um eine möglchst ungebündelte Wiedergabe zu erreichen.

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Hier sieht man die komplette Schallwand von aussen.

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Auf der ebenfalls neu furnierten Rückwand wurden die Klebe-Typenschilder erneuert, aus Overheadfolien angefertigt.

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Die rückwärtige Gesamtansicht der beiden komplett wieder hergestellten Boxen.

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Im Detail ist zu erkennen, welche Mühe sich Niko bei der Auswahl der Furnierblätter gegeben hat.

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Was noch fehlt ist die neue Bespannung, dies wird ein Polsterer am Wohnort des Besitzers gestalten. Die Rahmen haben wir schon komplett dafür vorbereitet.

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Diese Lautsprecher, die seinerzeit mehr als zwei durchschnittliche Brutto-Monatsgehälter kosteten, sind heute wirklich extrem rar geworden, mehr als einige hundert Paare dürfte Saba davon auch nicht verkauft haben, dafür sind sie auch zu groß und zu teuer. Sie stellen aber heute ein Stück eindrucksvolle Zeitgeschichte dar.

3 Kommentare für “Saba Box V

  1. Good day!
    I am Vu Quang Long from Vietnam
    Could you please sell and ship these SABA BOX V speakers to me in Vietnam?
    If you can not ship then i can ask shipping company to pick up at your location ok ?
    Thanks and best Regards
    Whatapps: +84918431960

    Schönen Tag!
    Ich bin Vu Quang lang von Vietnam
    Könnten Sie diese SABA BOX V Lautsprecher bitte in Vietnam verkaufen und versenden?
    Wenn Sie nicht dann versenden können, kann ich Verschiffenfirma bitten, an Ihrem Standort zu heben ok?
    Danke und beste Grüße
    Whatspps: +84918431960

    Dear Quang Long,
    we don’t sell anything, we only restore. Sorry.
    Best regards Armin

  2. Good day!
    Do you have contact of the person/owner that asked you to restore these speakers?
    I really want to buy SABA BOX V, do you know anyone having ?
    Thanks much

    I sent You the email-adress from this person.
    best regards Armin

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