Akai AM-57

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Heute schon am Freitag, da morgen ja unser Nationalfeiertag ist. Hust.

Vorstellen möchte ich heute einen Verstärker der Marke AKAI von 1993, der damals 1.000,- DM kostete und dafür stramme 2 mal 180 Watt sinus an 4 Ohm nach DIN leistet. Er hatte ein paar Wehwehchen an den Schaltern, von denen hier nur noch wenige vorhanden sind, denn der AM-57 hatte bereits einen elektronischen Eingangswahlschalter, der entweder mit Tastern an der Front oder per Fernbedienung betätigt werden kann. Demzufolge ist auch ein Motorpotentiometer eingebaut, damit lässt sich die Lautstärke bequem vom Sessel aus einstellen.

Ärger machten die Schalter für die Auswahl der Lautsprechergruppen, die an der Frontplatte nur die Relais für die Gruppen A und B schalten. Eben diese Relais klackerten ständig im Betrieb, da der Kontakt nur noch sporadisch vorhanden war. Da für SOURCE-DIRECT und für den REC-OUT-Selector bauähnliche Schalter verwendet werden, wurden sicherheitshalber alle drei ausgebaut, zerlegt und gereinigt.

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Hier ist der erste der drei Schalter schon ausgebaut und zerlegt, links das Unterteil, rechts das Oberteil. Beim Zerlegen muss man sehr vorsichtig sein, reißt einem eine der Blechlaschen ab wird es brenzlig.

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Hier das Unterteil des Schalters von Nahem, man erkennt an der gelblichen Farbe und den Schleifspuren des Schalters den Verschleiß.

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Das sieht doch nach der Reinigung wieder ganz anders aus. Die spiegelblanken Flächen werden mit Kontaktfett versiegelt, um ein erneutes Anlaufen zu verhindern.

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Auch die gegenüberliegenden Schleifer werden gereinigt, nachgebogen und mit Kontaktfett versiegelt.

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Dann kann der Schalter wieder zusammengebaut und enigelötet werden, hier an seinem angestammten Arbeitsplatz.

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Nachdem die zum Reinigen der Schalter ausgebauten Platinen wieder eingebaut wurden, erstmal einen Testlauf, ob alles geräuschlos aber korrekt arbeitet – Test bestanden!

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Hier die kräftige Endstufe aus der Nähe.

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Nun müssen wir uns noch um die Äußerlichkeiten kümmern, hier hat sich Staub und Schmutz angesammelt, in über 20 Jahren…

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Aber nach einer gründlichen Reinigung der Frontplatte und Knöpfe kann sich der Verstärker wieder wohnzimmergerecht sehen lassen.

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Ach ja, da war doch noch ein Fehler: nach dem Ausschalten vergaß der Verstärker die zuletzt gehörte Quelle und meldete sich beim nächsten Einschalten immer mit „TUNER“ wieder. Dafür ist ein kleiner Backup-Kondensator mit 220.000µF eingebaut, der sich das ungefähr 14 Tage lang merken kann – dann isser leer. Der werkseitig eingebaute Kondensator hatte überhaupt keine Kapazität mehr und daher bereits nach zwei Sekunden alles wieder vergessen. Also einen neuen eingebaut und schon klappt es wieder…

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Auch hinten alles gereinigt und nun kann er wieder zurück zu seinem Besitzer – der macht locker nochmal 25 Jahre!

8 Kommentare für “Akai AM-57

  1. Hallo habe auch so einen Verstärker.

    Ich finde ihn nur klasse, habe auch noch eine Tape Deck + AT dazu.

    Akai hat eine gute Qualität geliefert und auch von Design ist es top.

  2. Hallo,
    ich besitze seit kurzem einen Akai AM-67. Auch bei mir musste ich den Source-Direct-Schalter reinigen, bevor ich den tollen Klang geniessen durfte.
    Leider vergisst auch mein AM-67 nach dem Ausschalten die zuletzt gehörte Quelle. Ich habe mich auf die Suche gemacht, aber den von Euch beschriebenen 220.000µF-Kondensator zur Speicherung noch nirgends entdeckt. Sitzt der auf dem SysCon PCB direkt hinter der Frontblende?
    Dankeschön im Voraus!

    Hallo Mario,
    der Stützkondensator sitzt auf der Syscon-PCB (unter der Frontplatte) direkt unter dem Ausschnitt für das Volume-Poti. Viel Glück beim Austausch.
    Beste Grüße Armin

  3. Bitte, mit welcher Chemikalie reinigen Sie die Kontakte?
    danke

    Hallo Jan,
    wir verwenden dafür simple Metallpolitur z.B. von Poliboy oder Sidol. Diese mit einem Watte- oder Lederstäbchen auftragen, dann polieren. Zum Schluss nicht die Versiegelung mit einem geeigneten Fett oder ähnlichem vergessen!
    Beste Grüße Armin

  4. Hallo Armin
    und wie versiegelst du diesen Weg? Silikonpaste kann sein?
    Vielen Dank und alles Gute.

    Nein, Silikonpaste ist ganz verkehrt. Am besten geht Electrolube treatment Grease G2X.
    Beste Grüße Armin

  5. Doofe Frage, aber ist das ein Transistor oder Röhrenverstärker? 😅

    Das ist selbstverständlich ein Transistorverstärker! Das kann man an den Bildern des offenen Gerätes auch direkt sehen.

    Beste Grüße Armin

  6. Vielen Dank für die Anleitung! Ich versuche meinen AM 67 seit 15 Jahren reparieren zu lassen. Nun habe ich es selbst geschafft.
    Beim AM67 sitzt glaube ich der 220.000µF-Kondensator anders. Es gibt einen Kondensator, breit und flach statt schlank und hoch, der über dem Balance Regler auf der Front-Platine sitzt – könnte der es sein? Diese Platine hat keinen Ausschnitt für den Volumen Regler – der sitzt außerhalb und weiter links.
    Gruss
    Alex

    Hallo Alex, der Backupelko sitzt auf einer etwa postkartengroßen Platine unter der Frontplatte. Er hat die Bezeichnung C1 und befindet sich direkt unterhalb des Ausschnittes für das Volume-Poti.
    Beste Grüße Armin

  7. auch ich besitze seit gestern einen von einem Privatanbieter hier in Münster überholten AM-57, den ich an ALR-Jordan Nummer 3 betreibe. Ein gutes Gespann! Allerdings gibt es da ein leichtes Brummen auf dem rechten Kanal, das über Kopfhörer nicht zu vernehmen ist – vermutlich alternde Siebelkos in der Endstufe?

    Danke für Eure tollen Restaurationberichte 🙂
    Gruß aus Münster – Andreas

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