Accuphase E-206

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In dieser Woche möchte ich Euch einen Verstärker aus dem Jahr 1990 vorstellen, der häufig bei uns in der Werkstatt auftaucht, genauso wie seine älteren Brüder E-202, E203, E204 und
E-205. Dieses Modell ist die preiswerteste Möglichkeit gewesen, einen Accuphase zu erwerben. Dieser Vollverstärker mit 2 mal 100 Watt an 8 Ohm bzw. 2 mal 140 Watt an 4 Ohm (Sinusdauertonleistung) kostete seinerzeit 2.398,- DM und war damit um 30-50% teurer als vergleichbare Konkurrenten. Warum das? Der Accuphase kann nichts besser als seine Konkurrenten – aber: er ist deutlich besser konstruiert und vor allem viel besser verarbeitet! Jiro Kasuga, einer der beiden Firmengründer, kam von Kenwood, wo er sich mit seinen Brüdern genau darüber zerstritten hatte. Die wollten größere Stückzahlen verkaufen und darunter litt die Qualität schon ein wenig. Jiro wollte den anderen Weg gehen und stets eine extrem gute Qualität liefern. Er zog das durch – bis heute und der Erfolg blieb nicht nur aus, nein, er hielt über die Jahrzehnte an und Accuphase ist noch heute ein nicht wegzudenkender HiFi-Anbieter, der seine treue Kundschaft hat.

Dieser E-206 hier hatte die üblichen Wehwehchen, die man ihm nach 25 störungsfreien Jahren hochwertiger Musikwiedergabe nicht übelnehmen sollte. Da gibt es ein paar kleinere Verschleißartikel, ein wenig Reinigung rundherum, ein paar Einstellarbeiten und die obligatorische Umstellung auf 240 Volt – und schon können die nächsten 25 Jahre kommen.

Da sind diese kleinen Schalter der Marke Alps, hier für die Funktionen Klangstellteil an oder aus, bzw. Mono/Stereo, die nicht nur kratzen beim Betätigen, sondern auch für eine verzerrte Wiedergabe sorgten. Zum Glück bekommt man diese Schalter noch neu aus laufender Produktion (also nicht aus alten Beständen). Diese tauschten wir also aus.

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Links die neuen (erkennbar am blauen Schaft), bereits in den Rahmen eingebaut. Rechts die alten, ausgebauten Schalter.

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Einer der alten Schalter mal zerlegt, die sind winzig klein, weswegen eine Reinigung etwas schwierig wird. Da so ein Schalter keine 5 Euro kostet, lohnt sich das auch nicht.

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Ganz aus der Nähe kann man erkennen, wo die Verzerrungen herrühren.

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Die Relais im Lautsprecherausgang sollten bei einer Überholung eines alten Gerätes immer erneuert werden (falls möglich), denn dort gibt es immer erhöhten Verschleiß. Zum Glück gibt es auch diese noch neu und zwar vom selben Hersteller (Omron), nun jedoch mit durchsichtigem, statt schwarzen Gehäuse.

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Auch einige Elkos wurden erneuert, das machen wir aus Vorsichtsgründen immer dann, wenn die zulässige Spannung des Elkos unter 16 Volt liegt. Erfahrungsgemäß sterben diese zuerst.

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Hier ist die Platine wieder eingebaut an der Rückwand des E-206, sie beherbergt die Schutzschaltung und die Ausgangsrelais.

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Als nächstes wurde der Ruhestrom eingestellt. Die Messpunkte dafür sind an den gelben Messklemmen zu erkennen, eingestellt wird an dem blauen Trimmer links im Bild.

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Der Sollwert ist 3 mV.

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So eine abgebaute Frontplatte reinigt man am besten mit Glasreiniger und einer Zahnbürste, anschließend mit einem Baumwolltuch nachwischen und zum Schluss mit einem Mikrofasertuch nachpolieren.

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Die Knöpfe werden im Ultraschallbad mit Heizung gereinigt. Dies garantiert, dass auch in winzigen Spalten der Schmutz gelöst wird.

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Dies ist ein Blick in den offenen Verstärker, in der Mitte der Netztrafo, davor zwei 22.000µF Siebelkos, rechts und links davon die Endstufenplatinen an großen Kühlkörpern.

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Her eine Endstufe aus der Nähe, sie arbeitet teilweise mit MOS-FET-Transistoren.

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Der Verstärker von aussen, völlig zeitlos designt – das muss er auch sein, bei der zu erwartenden Lebensdauer.

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Die Front, sauber und aufgeräumt – ohne jeden überflüssigen Schnörkel. Stattdessen wird solide Wertigkeit ausgestrahlt.

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Ein vierstufiger, abschaltbarer Klangregler – fast schon ein Equalizer.

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Massenhaft Eingänge, allesamt durch langlebige Relais geschaltet. Wie weit man bei Accuphase schon in die Zukunft gedacht hat, lässt sich an den mit LINE bezeichneten Zusatzeingängen erkennen. Phono (bei Accuphase AD für Analog Disc genannt) ist umschaltbar MM oder MC. Auch ein REC-OUT-Selector ist
noch zusätzlich vorhanden.

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An der Rückwand findet sich noch ein Schalter, mit dem sich Vor- und Endverstärker auftrennen lassen.

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…und zum Schluss noch so ein kleines Detail, an dem man erkennen kann, mit welcher Sorgfalt diese Accuphase-Geräte gebaut sind. So eine simple Masseklemme hat jedes Gerät, aber auch so etwas ist hier sehr stabil, solide und extrem haltbar – wie alles an diesen Modellen. Sie stehen sehr häufig am Ende einer langen Suche nach der „endgültigen Anlage“. Und: soo teuer sind die Geräte nun auch nicht.

4 Kommentare für “Accuphase E-206

  1. jean-françois|

    Bonjour
    Je voudrais remplacé les relais de mon accuphase E 206 qui son des Omron G5R 2232P-48V
    Par quoi les avez vous remplacés merci de votre réponse bonne soirée cordialement Jean-François.

    Hello Jean-Francois,
    we dont understand french, so we answer in english. For Accuphase E-206 you can use Omron G2R-2232P-48V. We do it also. Please cut off two pins of relay.
    best regards Armin

  2. Hallo Good-Old-HiFi,
    vielen Dank für Ihre fantastischen Erläuterungen.
    Das Relais Omron G2R-2232P-48V kann ich leider nirgends finden/bestellen.
    Oder ist es identisch mit dem G2RL-24 DC48 (allerdings schwarzes Gehäuse)?
    Herzlichen Dank,
    Marc

    Lieber Marc,
    wenn man die Bezeichnung „OMRON G2R-2232P-48V“ bei google eintippt, bekommt man jede Menge zielführender Ergebnisse. Obenan gleich die Firmen RS-online und Conrad, die beide dieses Relais liefern können. Die G2RL kann man ebenfalls verwenden, diese haben ein kleineres Gehäuse und stärkere Kontakte (8A statt nur 5A).
    Beste Grüße Armin

  3. Zitat:…kleinen Schalter der Marke Alps, hier für die Funktionen Klangstellteil an oder aus, bzw. Mono/Stereo, die nicht nur kratzen beim Betätigen, sondern auch für eine verzerrte Wiedergabe sorgten. Zum Glück bekommt man diese Schalter noch neu aus laufender Produktion…

    Ich habe genau die beschriebenen Probleme bei meinem 206-er und würde die Schalter gerne tauschen. Habt ihr ev. noch eine genaue Typenbezeichnung der ALPS-Schalter ? Wäre super ! 🙂
    Thanks and so long,
    SchorseJunior

    Die Alps-Schalter haben die Bestell-Nummer SPUJ190900.
    Beste Grüße Armin

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