Sony TA-F550ES

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In dieser Woche stand ein SONY TA-F550ES auf dem Werkstatttisch, ein sehr servicefreundlich aufgebautes Gerät mit sehr guten Klangeigenschaften aus dem Jahr 1990. Er ist der kleinste aus der ES-Serie, hat es aber mit 2 mal 175 Watt sinus an 4 Ohm faustdick hinter den Ohren. Er kostete damals rund 800,- DM – ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass die im Alter von 25 Jahren immer noch rund 250,- Euro bringen. Er wiegt 11,6 kg und hat eigentlich alles, was einen guten Vollverstärker auszeichnet. Der servicefreundliche Aufbau ermöglicht ein schnelles und effektives Arbeiten.

Dieses Exemplar sollte komplett überholt werden. Bei dem ersten Test gab der Verstärker zunächst mal keinen Ton von sich. Erst das Hin-und Herbewegen einiger Schalter erbrachte einen leicht verzerrten Ton. Beim Schalten des Phono-MM/MC-Umschalters sprang mir fast der Lautsprecher aus dem Regal… also wirklich eine komplette Überholung dringend fällig!

Zunächst also der erwähnte Umschalter, den gibt es zum Glück noch neu aus laufender Fertigung, also einfach erneuern. Links der alte, rechts der neue Schalter.

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Hier der (noch ungereinigte) Verstärker mit demontierter Front, geht wirklich schnell bei dem.

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Die Platine mit allen Bauteilen ist auch schnell aus der Frontplatte ausgebaut und liegt dann so vor einem.

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Das ist die so genannte Werkplatte, auf der hinten die oben gezeigte Platine und vorne die
Frontplatte montiert wird.

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Aus der Platine werden nun nach und nach alle Schalter ausgebaut und zerlegt. Dies hier ist der Eingangswahlschalter, man ahnt schon, weshalb da kaum noch ein Ton zu hören ist.

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Das sieht nach der Reinigung doch schon ganz anders aus, gell?

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Der ganze Dreck samt den Korrosionsrückständen ist nun in den Lederstäbchen.

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Weiter geht es mit den Umschaltern, nach dem Reinigen kommt da eine Schicht Kontaktfett auf die Schaltflächen, welches sie schützt und gleichzeitig das Gleiten der Kontakte erleichtert.

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Auch die Kontakte der Gleitschieber werden gereinigt – kann man hier gut sehen – die linke Gruppe ist schon gereinigt, die andere folgt gleich.

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Die Dreh-Schiebeschalter werden auf die gleiche Art und Weise gereinigt.

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Die Reiter der Dreh-Schiebeschalter werden, um die Gefahr des Verbiegens zu minimieren, mit Kontaktstreifen von Electrolube gereinigt.

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Vor dem Reinigen sahen die so aus:

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Nachdem alle Schalter gereinigt sind, können sie wieder eingelötet werden. Man sollte aber möglichst der Platine nicht ansehen, dass da gelötet wurde, also auch dort alles gründlich reinigen.

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Auf der Platine hinten links befinden sich zwei Lautsprecherrelais, die erneuert werden.

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Hier ist die Platine wieder eingebaut und man sieht die neuen Relais.

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Ein Blick auf die Endstufe, alle „verdächtigen“ Lötstellen wurde nachgelötet.

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Jetzt kommt das Äußere an die Reihe: die Frontplatte wird vor der Montage mit einer Zahnbürste und Fensterreiniger geschrubbt, anschließend mit einem Baumwolltuch gereinigt und zum Schluss mit einem Mikrofasertuch poliert.

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Innen wird alles mit Pressluft ausgeblasen und geputzt.

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Auch die Cinchbuchsen hinten an der Rückwand erfahren die gleiche Prozedur. Die Knöpfe liegen derweil im geheizten Ultraschallbad.

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Nachdem alles wieder montiert ist, zeigt sich der TA-F550ES wieder in seiner einstigen Schönheit – auch klanglich!

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Dieser kleine Verstärker macht richtig Spaß, wenn er wieder perfekt funktioniert.

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An Anschlüssen ist alles da, was man benötigt. Mehr Verstärker braucht man nicht wirklich.

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Der glückliche Besitzer dieses Gerätes hat für die komplette Überholung inkl.Mwst. und Rückversand rund 250 Euro bezahlt. Das ist es aber wert, denn der macht jetzt die nächsten 25 Jahre schön Musik…

22 Kommentare für “Sony TA-F550ES

  1. Sieht sehr interessant aus und der Preis für diesen Aufwand ist es wert !
    Ich überlege auch meinen TA-F 519R aus dem gleichen Hause restaurieren zu lassen. Der Bolide hat jetzt 22 Jahre Hifi-Dienst hinter sich. Leider ist der IR-Empfänger der FB defekt. (Fehler im Signalweg) und der Elektromechanische Eingangswahlschalter macht auch Mucken. Vielleicht lasse ich mir mal ein Angebot senden.

  2. Sehr schöner Bericht. 🙂
    Habe das gleiche Gerät hier stehen.
    Leider schon länger nicht mehr im Gebrauch da der Lautstärkepoti beim Umzug kaltverformt wurde. Achse gebrochen.
    Also wenn Ihr auch Ersatzteile verkauft. Bitte melden. 😉
    Beste Grüße aus dem Rheinland und weiter so.
    Andreas

  3. Hallo,

    das Endergebnis kann sich wirklich sehen lassen!
    Darf ich fragen, welches Lautsprecherrelais verbaut wurde?
    Ich habe damals bei einem Onkyo ein Finder 24V 40.51 genommen.

    Ich habe meinen Sony TA-F 550ES auch gereinigt, nur weiß ich nicht, welches Relais passt.

    LG Marcel

  4. Wir verbauen die Type G2R von Omron. Die blauen Finder sehen immer so aus wie Fremdkörper – passen aber gut und sind durchaus verwendbar (Baureihe 40, Ausführung 52).

    Beste Grüße
    Armin

  5. Hallo,

    vielen Dank für die Antwort. Ich war gestern noch bei Conrad und habe 2 Omron G2R gekauft:-) Habe sie heute morgen eingebaut – ein Unterschied wie Tag und Nacht. Musste nur die Kontakte 2 und 7 abknipsen, da nicht benötigt. Jetzt realisiere ich erstmal, wieviel Arbeit in einer Komplett-Restaurierung wie oben durchgeführt steckt.

    Nochmals vielen lieben Dank für die schnelle Hilfestellung

    Gruß Marcel

  6. Helmut Hanning|

    Hallo,

    las den tollen Artikel jetzt zum zweiten Mal. Einmal vor der Anschaffung, jetzt, nachdem das Prachtstück vor mir steht, ein weiteres mal. Er hat bei der Entscheidung maßgeblich geholfen. Ich konnte ihn im Internet in einem guten Zustand für 130€ erwerben. Seit dem höre ich endlich wieder störungsfrei Musik im Wohnzimmer. Der dort eingesetzte Technics SU-V7X hat leider an vielen Stellen seine Probleme. Sind diese durch bewegen der Potis und etwas fluchen für den einen Akt gelöst, läuft auch der noch ganz gut. Der Sony wird aber sehr wahrscheinlich an eine gute Soundkarte kommen und in einem anderen Raum stehen. Wirklich aus dem Wohnzimmer verbannen möchte ich ihn aber eigentlich nicht mehr.

    Vielen Dank für diese hervorragende Seite, freue mich schon weiter zu stöbern und aufgrund der Einblicke für einen weiteren Verstärker zu entscheiden, der dann letztendlich den Technics ersetzen wird. Oder aber ich entscheide mich für eine Überholung, da bin ich noch unsicher.

    Alles Gute.

  7. Hallo good-old-hifi – Team,

    ich suche schon lange einen neuen Eingangswahlschalter, der bei meinem guten Stück gebrochen ist. Gibt es eine Möglichkeit diesen Eingangswahlschalter noch irgendwo zu bestellen?

    Und besten Dank für diesen klasse Bericht!

    Gruß Jörg

  8. Es geht aus der Anfrage nicht eindeutig hervor, um welches Gerät es sich handelt. Die allermeisten Ersatzteile aus dieser Zeit sind jedoch leider nicht mehr erhältlich.

    Beste Grüße
    Armin

  9. Hallo Herr Kahn,

    es handelt sich genau um diesen Verstärker SONY TA-F550ES.
    Wenn man nach Ihrer Aussage nur noch schlecht an Ersatzteile für diese Verstärker kommt werde ich wohl nicht drumherum kommen einen gebrauchten zu erstehen.

    Kann mich vom SONY TA-F550ES einfach nicht trennen. War mein erster Verstärker, von meinem ersten Lohn und Weihnachtsgeld, nach meiner Lehre 1989-90

    Danke für die rasche Antwort!

    Gruß Jörg

  10. Eine Lasche ist bei mir gebrochen am Bauteil (schwarz) mit den 14 Schleiferkontakten. Fixieren wäre noch möglich, hätte dann aber natürlich nur noch eine Quelle.

    MFG Jörg

  11. Ja genau! Ein Befestigungsschlitz für die Betätigungsachse.
    Ist mir passiert nach dem ich das Bauteil aus dem Ultraschalbad nehmen wollte. Ist runtergefallen und wie es so kommen muss kam der Schritt nach vorn…

    Dumm gelaufen! 🙁

    MFG Jörg

  12. Danke für den Rat. Hatte es schon versucht, hat sich aber wieder gelöst.

    Haben Sie denn eine Empfehlung welchen Kleber (Marke) ich für einen weiteren Versuch benutzen kann? Werde es dann nochmals probieren.

    MFG Jörg

  13. Wir verwenden dafür Pattex Kraft-Mix -besonders schnell- es gibt auch -besonders fest-, das muss dann länger härten. Die Klebestellen müssen aber völlig sauber und trocken sein!

    Beste Grüße
    Armin

  14. Hallo good-old-hifi – Team,
    gerade bin ich über diesen Bericht gestolpert. An meinen TA-F550ES muss ich nach Jahren nun noch mal ran. Komplettes Programm, aber diesmal richtig.
    Meine Fragen dazu:
    1) Wo kann man den Schalter ‚Phono MM-MC‘ bekommen?
    2) Gibt es den Umschalter ‚Source direct‘ auch noch als Neuteil? Oder Alternativen? Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, dann ist das Teil ähnlich wie der MM-MC-Schalter. Aber länger (6x Um) und mit aufgesetztem Drück-Schiebe-Mechanismus.

    Grüße
    Andreas

    Hallo Andreas,
    die kleinen Schalter (MM/MC) gibt es noch neu bei farnell zu kaufen, den SOURCE/DIRECT-Schalter muss man reinigen, man bekommt ihn nicht mehr als Neuteil.
    Beste Grüße Armin

  15. Hallo good-old-hifi – Team,
    bin gerade über den Bericht gestolpert, da ich dieses Gerät mein eigen nenne und es jetzt aus dem Keller rausgeholt habe um ihn wieder her zurichten. Der Grund warum er im Keller eingelagert war ist das er den Geist auf gegeben hat und damals war der Trafo durch also ich jetzt einen Trafo von einem Beyerdynamics Mic Amp genommen und siehe da Er Läuft wieder und oh Wunder ohne Knacken knarzen und sonstiges, aber Ich meine er ist zu Schwach da ich aber keinen Schaltplan bekomme weiß ich jetzt nicht mit welcher Trafo Sek. Spannung er betrieben wird, vieleicht könnt ihr mir ja da weiterhelfen Momentan habe ich zweimal 27,5V an der sekundär seite und bin der Meinung das er dort eigenlich 35V-40V haben müsste.
    Grüße aus Berlin

    Nach dem Service-Manual, welches unter hifi-engine.com kostenlos erhältlich ist, müssen an der Hauptspannung etwa 2 mal 38-40 Volt anliegen) nach Gleichrichtung +/- 55V. Zusätzlich werden aber noch +/- 25 Volt Gleichspannung benötigt. Beste Grüße Armin

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