Kenwood 700C und 700M

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Als Jiro Kasuga sich von seinem Bruder und dem dritten Teilhaber der Firma Kenwood im Jahre 1972 trennte, war er sauer auf die Entwicklung, die die Marke Kenwood nahm. Nach seiner Überzeugung legte man auf die kaufmännischen Aspekte zu großen Wert und vernachlässigte die Qualität der Produkte. Das wollte er besser machen. So gründete er 1973, zusammen mit einem Freund, der bis dahin bei Sony in der Entwicklung gearbeitet hatte, eine neue Firma namens Kensonic Laboratories. Die Geräte die dort gebaut wurden, waren das, was später „highend“ genannt wurde. Der Tuner T-100, der Vorverstärker C-200 und die Endstufe P-300 waren die ersten Geräte der Marke Accuphase – und noch heute gesuchte Sammlerstücke. Accuphase wurde rasch bekannt und gerne gekauft. Einige Jahre später benannte man die Kensonic Laboratories in Accuphase um – die Marke existiert noch heute und verkauft erfolgreich 2-Kanal-Stereo-Geräte, fernab von allen modischen Tendenzen. Einfach nur gute, haltbare Geräte.

Sein Bruder Nakaichi Kasuga wollte das aber nicht auf sich sitzen lassen. So wurden bei Kenwood ein Jahr später Geräte entwickelt, die in der gleichen Liga spielen sollten, wie die Accuphase. So wurden die Modelle 500, 600 und 700 entwickelt. 500 und 600 sind Vollverstärker, es gab auch Tuner dazu, die 700er sind 700C = Vorverstärker, 700T = Tuner und 700M = Endstufe. Diese Geräte waren von einer Qualität, wie man sie von Kenwood bis dahin noch nicht kannte. Absolut auf dem Niveau von Accuphase. Und auch ähnlich teuer, also quasi unerschwinglich. Deswegen ist die 700er Kombination von 1974 heute ultraselten und von Sammlern heiß begehrt und erzielt beinahe astronomische Preise.

Die Endstufe leistet 2 mal 220 Watt sinus an 4 Ohm und wiegt 27kg, der Vorverstärker immerhin noch 9,5 kg. Die ganze Kombi kostete damals rund 7.000 DM, dafür bekam man auch den gerade erschienen VW Golf!

Zusätzlich zu einer kompletten Überholung hatte sich der Besitzer neue Holzgehäuse gewünscht. Dem haben wir mit Nikos Hilfe gerne entsprochen.

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Das Innenleben des 700C lässt ahnen, dass hier kompromisslos auf Qualität gebaut wurde. Das Volume-Potentiometer (unten in der Mitte im Bild) ist übrigens leider nicht original und besitzt keinen Loudness-Abgriff, weshalb dieser 700C keine Loudness-Funktion mehr hat.

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Von oben geblickt, sieht man das gleiche Bild: überall höchstwertigste Bauteile.

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Auch innen zog man mit Accuphase gleich – alle Baugruppen werden mit schwarzen Abschirmblechen geschützt.

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Hier ein Blick von hinten in die offene Endstufe 700M- zwei riesige 22.000µF-Elkos und ein 50A-Gleichrichter rechts daneben.

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Sechs TO3-Transistoren pro Kanal sitzen auf gigantischen Kühlkörpern. Leider waren hier
chinesische Nachbauten der Marke ISC verbaut, die haben wir gegen MJ21195/21196 von ON-Semi getauscht.

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Blick von oben in die offene Endstufe mit dem 1200W-Trafo in der Mitte.

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Und nun stecken beide Gerät in ihren neuen Holzhäuschen und glänzen mit einem unwiderstehlichen Charme.

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Der Vorverstärker einzeln von oben…

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…von vorne…

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…aus der Nähe. Alle Drehknöpfe sind massiv und mit zwei Madenschrauben befestigt!

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Auf der Rückseite findet man mannigfaltige Anschlüsse und Einstellmöglichkeiten, es war
„state of the art“.

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Hier die Endstufe mit nunmehr über 30 kg, dank der Holzbehausung.

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Die Front wurde komplett neu beleuchtet, eine völlig artfremde LED-Beleuchtung wurde entfernt. Zum Glück hatten wir noch Original-Lampen dafür, Marke Stanley (NOS).

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Die Front wird von den großen Power-Metern dominiert.

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Hinten findet man Anschlüsse für drei Paar Lautsprecher. Die US-Steckdosen auf der Rückseite waren bereits alle auf eigentümliche Weise still gelegt.

Ein weiteres Highlight dieser Woche war diese Sansui-Kombi, bestehend aus einem AU-777 und einem TU-777. Der Tuner hatte bereits ein Original-Woodcase, der Verstärker leider keines.
So baute Niko nach Vorbild des Tunergehäuses eines für den Verstärker nach und furnierte das Tunergehäuse neu, damit beide Geräte nebeneinander stehen können und auch exakt zusammen passen.

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Das Ergebnis kann sich wohl sehen lassen.

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Die Geräte an sich sind bereits eine Augenweide, gewinnen aber mit den Gehäusen noch gewaltig dazu.

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Jedes Detail wurde vom Tischler genau nachgebildet, die Luftschlitze oben genau so wie die Form der Zarge auf der Unterseite.

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So komplett mit Holzgehäusen hat diese beiden wohl kaum jemand in seiner Sammlung. Da darf sich der stolze Besitzer eines gewissen Neids Anderer durchaus erfreuen.

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