Hitachi HCA-7500 und HMA-7500

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Zunächst möchte ich ein Holzgehäuse zeigen, welches in dieser Woche von unserem Tischler Niko kam und für einen Kenwood KA-9800 angefertigt wurde. Es passt auch für die Modelle KA-9100 oder KA-9150.

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Das Besondere an diesem Gehäuse stellt die Ausführung ohne Lochbleche dar, obschon hier Kühlöffnungen an drei Seiten des Gehäusese vorhanden sind. Niko hat dies alles unter den eingefrästen Schlitzen, die umlaufen, verborgen. Dies sieht sehr elegant aus.

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Die Holzgehäuse sind aus schwarzem MDF, damit nach dem Fräsen die Schlitze dunkel sind.

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Vorne sind schräg eingelassene Kanten angebracht.

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Das Furnier ist amerikanisch Nussbaum, welches den alten Originalgehäusen am ähnlichsten ist. Alle Gehäuse werden zweimal geölt und dann mit einer Wachsschicht versehen, welche poliert wird.

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Auch hinten sind die Kanten furniert. So ein Gehäuse kostet fix und fertig 249,- Euro.

Als Höhepunkt der Woche hatte ich die berühmte Vor-/Endstufenkombination von 1978 der Marke Hitachi auf dem Tisch. Es waren die Modelle HCA-7500 und HMA-7500. Die damals gerade neu erschienene Zeitschrift Audio (Chefredakteur Hannes Scholten) kürte diese Kombi sofort zur Referenz. Dabei war die Technik damals brandneu, denn Hitachi hatte die großen Leistungstransistoren in MOS-FET-Technologie für Audioanwanwendungen entwickelt, um damit dem Konkurrenten Sony mit seinen erfolgreichen V-FET-Geräten (z.B. TA-5650 und TA-8650) etwas entgegen zu setzen. Und das gelang nachhaltig. Die Kombination kostete zusammen rund 2.000,- DM und wurde von Hitachi allein in Deutschland 100.000mal verkauft. Für Hitachi ein Wahnsinnserfolg, denn die Marke führte hierzulande stets ein Mauerblümchendasein. Die Zeitschrift Audio mit dem sensationellen Test tat ihr Übriges dazu.

Der Vorverstärker hat zwei Phonoeingänge mit schaltbarer Impedanz und Kapazität, dazu zweimal Tape inkl. Kopierschaltung, sowie Tuner und AUX. Die Endstufe ist zwar nicht besonders kräftig, sie leistet 2 mal 75 Watt an 8 Ohm, ist dafür aber mit einem Doppel-Mono-Netzteil ausgerüstet und hat die bereits erwähnte MOS-FET-Endstufe. Die Optik wurde durch zwei große, gelbe Zeiger-Leistungsanzeigen aufgewertet. 1980 kam dann eine gleichnamige Kombination als Nachfolger auf den Markt, als MKII, die sich aber optisch und technisch deutlich unterschied.

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Im Vorverstärker gammelten alle Schalter und Potis. Diese wurden ausgebaut, zerlegt und gereinigt. Oben im Bild einer der Schalter, bereits ausgelötet. Die vier Kontaktreiter (rechts) wurden beiseite gelegt. Man kann unten die vier Kontaktschienen erkennen – und auch wie korrodiert diese sind – na ja, nach 38 Jahren kein Wunder.

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Zwei der Kontaktschienen aus der Nähe  – vor der Reinigung.

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Hier nach der Reinigung – so sahen die 1978 beim Einbau auch mal aus.

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Die vier Reiter werden mit Kontaktstreifen gereinigt. Die dunklen Streifen auf dem weissen Material zeigen den Reinigungseffekt an.

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Die Kontaktschienen werden mit einem speziellen Kontaktfett versehen, zunächst etwas auftragen, dann mit einem Pinsel gut verteilen.

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Danach können die vier Kontaktreiter wieder an ihren Platz.

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Dann kann der Schalter wieder zusammengebaut werden.

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Wenn alle Schalter wieder eingelötet sind…

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…werden die Platinen noch gründlich gereinigt.

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Hier ein Blick von unten in den offenen Vorverstärker.

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Und der Einblick von oben. Hinten: Eingangswahl und Phonoentzerrer, unten: Pegelverstärker und Netzteil, vorne links: Klangstellteil, vorne rechts: Volume, hinten links: Netztrafo.

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Ein Bild von aussen. Der Deckel sieht leider nicht mehr so schön aus.

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Die Front präsentiert sich hingegen recht neuwertig.

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Auf der linken Seite Klangsteller und Power-Schalter, unten Hi und Lo-Filter.

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Auf der rechten Seite der Tape-Selector und die Eingangswahl, rechts Volume und -20dB-Muting, unten der Mode-Schalter und die Balance, daneben die beiden Schalter für  Impedanz und Kapazität, auf beide Phono-Eingänge wirkend.

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Hinten übersichtlich alle Ein- und Ausgänge.

 

Nun zur Endstufe:

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Das Doppel-Mono-Netzteil mit zwei Trafos, zwei Gleichrichtern und vier Elkos.

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Das sind die „berühmten“ MOS-FET-Transistoren (2SK49 und 2SJ134), nebenbei: die sind keineswegs besser als die V-FET-Transistoren von Sony.

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Das ist die Treiberplatine, auf der sich Spannungssymmetrie, Offset und Ruhestrom für jeden Kanal einstellen lassen.

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Blick von unten.

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Hier ein Blick von aussen, übrigens mit dem (ungelochten) Deckel des Vorverstärkers, denn der Blechdeckel von der Endstufe war nicht dabei (möglicherweise fehlt der!).

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Hier die Front, deren schwarz doch schon recht ausgeblichen ist.

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Eine der großen Leistungsanzeigen.

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Und hier noch die Rückwand dieser erfolgreichen Endstufe. Sie war bedeutend, weil sie die erste Großserien-MOS-FET-Endstufe war, weil sie sehr preisgünstig war und weil sie den Zeitgeist sehr gut traf. Wie gesagt: einhunderttausend verkaufte Kombinationen waren doch ein sehr beachtlicher Erfolg.

Ein Kommentar für “Hitachi HCA-7500 und HMA-7500

  1. Hallo, supertolle Beschreibung!
    Ich benutze zur Zeit auch die Hitachi HCA+HMA 7500er. Sind seit Mitte der 80er in meinem Besitz.
    Entspechen die Teile noch den heutigen Anforderungen um sehr gute Lautsprecher zu versorgen?

    Lieber Wolfgang,
    die Anforderungen waren damals keine anderen als heute, nur waren die Käufer damals bereit, sehr viel mehr Geld auszugeben dafür (man muss aber die Kaufkraft bedenken beim Preise vergleichen!). Das ist auch der Grund dafür, dass die Geräte von früher so viel besser verarbeitet waren und auch so lange halten.
    Beste Grüße Armin

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