Marantz 1550 und Pioneer CT-F700

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Zuerst ein gerade fertig gewordenes Holzgehäuse passend für einen Marantz 1550, das hieß im Original WCV115 (passt auch für  1515 und 1530).

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in klassischem Nussbaum echtholzfurniert, zweifach geölt und gewachst, danach mit Antikwachs behandelt und poliert.

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Wir bauen Gehäuse für alle Hifi-Klassiker für 249,- Euro (in Nussbaum, Sonderfurniere gegen Aufpreis).

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Es gibt nur ein Kassettendeck mit drei Zeigerinstrumenten: das Pioneer CT-F700. Es stammt aus dem Jahr 1978 und war das mittlere Modell in der Hierachie. Der Große war der CT-F1000, der kleine der CT-F500. Das CT-F 700 ist ein richtig großes Deck, eindrucksvolle und dicke Frontplatte, viele Knöpfe und Lampen und alles richtig solide gebaut.

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Das Laufwerk ist ebenso riesig, wie es das Äußere vermuten lässt. Hier gab es Vieles an Gummiteilen zu erneuern, an Laufflächen zu reinigen, an Kupplungen zu überholen und an Federn zu kürzen oder zu recken. Dann lief die Mechanik wieder einwandfrei.

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Da gibt es schon einiges an Riemen und Zwischenrädern – und alles von einem Motor angetrieben.

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Das ausgebaute Laufwerk auf meinem Arbeitstisch. Beim Ausprobieren der ersten Kassette fiel sofort ein beinahe üblicher Fehler der meisten 2-Kopf-Decks auf: die VU-Meter schlugen bis zum Anschlag aus und zappelten dort herum und die Wiedergabe war zu leise und stark verzerrt. Dies liegt meistens an defekten Aufnahme/Wiedergabe-Umschaltern, besonders dann, wenn die Geräte längere Zeit unbenutzt herum standen. Daher muss man in solchen Fällen diese Umschalter ausbauen und reinigen. Einsprühen mit irgendwelchen „Wundermitteln“ hilft meist nur für sehr kurze Zeit. Besser ist der „Königsweg“:

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Zunächst lötet man die Umschalter aus – das sind schon einige Lötaugen.

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So sehen die beiden Umschalter aus. Sie werden beim Betätigen der RECORD-Taste um etwa 5 mm nach links gezogen, an dem schwarzen Kunststoffteil.

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Das sind die beiden ausgebauten Umschalter. So oder ähnlich sehen die bei den meisten Kassettendecks aus (bei Decks mit Hinterbandkontrolle nicht vorhanden!).

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Um an die Schaltkontakte im Innern heran zu kommen, verwende ich einen Vornschneider. Vorsicht, die Laschen nicht über 180 Grad aufbiegen – die brechen sonst leicht ab.

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Wenn alle Laschen senkrecht stehen, kann der Schaltschlitten (unten, das helleTeil) heraus genommen werden.

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In diesem Schlitten sitzen die Kontaktreiter, hier neun Stück. Die müssen alle beiseite gelegt werden. Auch hier vorsichtig sein, die dürfen nicht verbogen werden.

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Nun liegen alle neun Kontaktreiter rechts.

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Die Kontaktschiene ist korrodiert und verschmutzt, das sorgt für den beschriebenen Fehler.

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Mit einem Lederstäbchen und etwas Cramolin (ein Kontaktreiniger) wird die Schiene zunächst gereinigt, anschließend erfolgt eine Reinigung mit Metarex-Watte. Dann wird die Schiene blitzblank poliert. Danach wird eine Schicht Kontaktfett zum Versiegeln auf die Reihe Kontakte aufgebracht. Das sorgt für leichtes Gleiten und sichere Versiegelung.

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Die Kontaktreiter werden mit speziellen Kontaktstreifen von Electrolube gereinigt. Die sind schneeweiß, man kann den Abrieb daher gut sehen.

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Dann kommen alle Reiter wieder an Ihren Platz zurück. Man muss hier auf die Feder im Schalter achten, damit diese wieder an Ihren Platz kommt und den Schalter nach jeder Betätigung sicher wieder zurück stellt.

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Die Laschen müssen nun vorsichtig wieder zurück gebogen werden, ich mache das mit einer kleinen, verstellbaren Wasserpumpen-Zange (Kobra Mini).

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Danach sieht der Schalter wieder aus wie vorher. Bevor man ihn wieder einbaut, testen, ob mechanisch alles funktioniert.

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Hier sind nun beide Schalter wieder zurück an ihrem Platz und eingelötet. Sie funktionieren wieder wie neu und das wird auch sehr lange so bleiben.

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Danach wurde das Deck eingemessen, hier der 400Hz-Pegel bei 0dB…

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…und hier der 10kHz-Pegel bei -20dB.

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Hier findet man alle Trimmerpotis zum exakten Einstellen, weiter oben der A/W-Umschalter.

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Das Original-Holzgehäuse wurde neu furniert (Echtholz) und zweifach geölt und gewachst, anschließend mit Antik-Wachs behandelt und poliert. Passt wunderbar zum CT-F700.

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Eine eindrucksvolle Front mit Acrylglasdeckel vor dem Kassettenfach.

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Zwei VU-Meter und ein zusätzliches Meter für (umschaltbar) Peak-Anzeige (nennt sich hier Dynamic-Level) oder Bias.

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Ein hochwertiger Ferritkopf (mitte) und ein Fühlschalter (links) im gut beleuchteten Kassettenfach.

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An der Rückwand keine Überraschungen. Da das Gerät vom Military-Markt stammt, ist es für viele Spannungen zwischen 100V und 240V einstellbar. Es wurde auf 240V umgestellt und erhielt ein neues VDE-gemäßes Netzkabel.

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