Akai GX-F90

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In dieser Woche hatte ich unter anderem ein AKAI-Kassettendeck von 1979 auf dem Tisch. Das Modell heißt GX-F90 und war seinerzeit das größte Gerät im Angebot dieser Marke. In diesem Jahr wurden bei allen Herstellern die neuen, reineisenfähigen Decks angeboten, da diese Kassettensorte ganz frisch am Markt war. Es wurden Wunderdinge von Metal-Kassetten berichtet, das Einzige was unter dem Strich übrig blieb, war die Tatsache, dass diese Kassetten höher aussteuerbar waren als die anderen, aber der Trend war damals umwerfend…

Das GX-F90 hat ein Zwei-Motoren-Laufwerk mit Tonwellen-Direktantrieb und drei Köpfen (Hinterbandkontrolle), die natürlich in GX-Technologie (mit einer dünnen Glasschicht auf der Tonkopfoberfläche) ausgeführt war, was eine extrem lange Lebensdauer versprach (und auch hielt!).

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Defekt war der Wickeltrieb, da das Zwischenrad völlig abgenutzt war. Also zunächst einmal das Laufwerk ausbauen und zerlegen, um an das Zwischenrad heran zu kommen. Oben ist das zerlegte Gerät zu sehen, vorne das Laufwerk, links darüber der Wickeltrieb mit den Bandtellern und oben rechts der große Direktantriebsmotor für die Tonwelle.

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Das ist der Wickelantrieb aus der Nähe, unter dem weissen Rad in der Mitte sitzt das abgenutzte Zwischenrad-Gummi. Zusätzlich wurde die Mitnehmerkupplung überholt, damit wieder ein kraftschlüssiger Antrieb der Wickelteller erfolgen kann.

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Dies ist der Tonwellen- oder auch Capstan-Motor, der die  Tonwelle direkt antreibt. Er wird mit drei Schrauben im Laufwerk befestigt und hat hervorragende Gleichlaufwerte.

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Nun sitzt die komplett überholte Wickeleinheit wieder im Laufwerk, der Wickelmotor des AKAI-eigenen Laufwerkes stammt von Canon.

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Das Laufwerk von der Frontseite her betrachtet: nur eine Tonwelle, der Löschkopf mit einem Gegenlagerstift. Unten im Bild die Schrauben zur mechanischen Einstellung der Köpfe.

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Das ist die Verstärkerplatine, die sich über die gesamte Gerätetiefe erstreckt.

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Das Netzteil, liegt hinter dem Laufwerk.

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Eine Gesamtansicht, Frontplatte noch demontiert.

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Von unten, ohne Bodenplatte. Viele servicefreundliche Stecker.

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Das ist die große Fluoreszensanzeige, umschaltbar zwischen PEAK (Spitzenwertanzeige) oder VU (volume units = Lautstärkeeinheiten, also Mittelwertanzeige). Angezeigt werden hier gerade 0 dB, denn das Deck wird gerade eingemessen.

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Die 0 dB werden mit einem Nakamichi T-100 Audio-Analyzer nachgemessen.

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Hier wird die Geschwindigkeit und die Gleichlaufschwankungen gemessen, die Schwankungen (bewertet) betragen nur 0,045%.

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Das ist das Oszilloskop beim Einstellen des Spurfehlwinkels (Azimut) des Tonkopfes.

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Alle ausgewechselten Gummiteile.

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So schaut das Gerät im Ganzen von oben aussen aus.

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Da läuft das Gerät nach Abschluss aller Arbeiten wieder…und zwar richtig gut! Es erstaunt mich immer wieder, wie gut so alte Geräte nach einer Überholung wieder aufnehmen und abspielen!

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Das beleuchtete Kassettenfach. Die Klappe sitzt nun wieder fest dort, wo sie hingehört.

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Die beiden Aussteuerungs-Doppel-Potis, darunter die Aufnahme-Kalibirier-Trimmer, womit man nahezu alle Kassettenpegel angleichen kann. Ein Oszillator ist dafür im GX-F90 eingebaut.

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Mit dem REC MUTE-Schalter kann die Aufnahme unterbrochen werden. Das erste Drücken dieser Taste unterbricht die Aufnahme und hinterlässt eine Leerstelle auf dem Band. Die Taste blinkt derweil rot. Das zweite Drücken führt die Aufnahme dann fort und die blinkende Lampe erlischt.

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Bei diesem Exemplar waren leider alle vier Haltenippel in der Kassettentür abgebrochen, die die silberne Klappe halten. Ich habe die Nippel durch Walkmanschrauben ersetzt, denn alles was man an dieser Stelle klebt, wird kaum halten.

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Auf der Rückseite fällt der große Anschluss für eine Kabelfernbedienung auf, die es als Zubehör dazu zu kaufen gab.

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Natürlich werden alle Geräte, bei denen das möglich ist, auf 240V umgestellt.

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Die Cinchbuchsen erhielten eine Politur, nun strahlen sie wieder wie neu.

Die Arbeit an den alten Geräten macht doch immer wieder großen Spaß und bereitet viel Freude (nicht nur mir).

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