JBL SA-600

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Heute stelle ich Euch mal etwas ganz seltenes vor: einen JBL SA-600 von 1967. Der Vollverstärker leistet 2 mal 40 Watt sinus an 8 Ohm und wiegt rund 13kg. Er kostete 1967 1.998,- DM – was für damalige Zeiten reichlich viel war – aber JBL war schon immer ein guter Name. Verständlich aber, dass sich hierzulande nur wenige zum Kauf dieses sehr bescheiden auftretenden Verstärkers entscheiden konnten. Die großen SABA Freiburg Receiver, der im Moment gerade häufiger hier im Forum auftaucht, kostete ebensoviel, leistete ebenso viel, wies aber sehr viel mehr Ausstattung auf, war halt auch ein Receiver mit Motorsuchlauf usw.

[Bild: JBL_SA_600_08_10827_Berlin.jpg]

Schön, dass noch einer übrig geblieben ist und hier gezeigt werden kann. Er spielte bei Phono nur auf einem Kanal und hatte diverse Schalter- und Kontaktprobleme. Nach der Erneuerung eines Transistors spielte der Phonovorverstärker wieder auf beiden Kanälen. Zuvor musste ich aber noch heraus finden, was für einen Transistor ich da nehmen kann, denn er war lediglich mit der Ersatzteilnummer von JBL gestempelt und unten stand noch EBC (offensichtlich die Anschlussfolge) darauf. Es handelt sich um einen NPN-Transistor, ich verwendete als Ersatz einen BC639 – und der läuft wunderbar.

[Bild: JBL_SA_600_01_10827_Berlin.jpg]

So schaut es im Inneren aus, oben zwischen Trafo und Siebelkos die beiden übereinander liegenden Endstufen, unten der Vorverstärker. Neben einigen Unterbrechungen, kalten Lötstellen und gammelnden Schaltern und Potis hatte er aber keine weiteren Fehler. Nur eine der beiden Holzseitenteile musste neu befestigt werden, was ich durch das Einleimen eines Hartholzdübels erledigen konnte.

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Hier eine Gesamtansicht des Gerätes.

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Die Front des Verstärkers zeigt interessante Details, die linke Seite der Front ist hochkant gebürstet, der restliche rechts angeordnete Teil dagegen quer. Die Knöpfe sind ebenfalls voll massiv aus Aluminium.

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Der Netzschalter nebst Kopfhörerbuchse, die automatisch die Lautsprecher abschaltet, sowie ein Stecker eingestöpselt wird, und die Power-Kontrollleuchte darüber.

[Bild: JBL_SA_600_06_10827_Berlin.jpg]

Auf der anderen Seite finden sich Volume, Balance, Bass und Höhen, sowie der Eingangswahlschalter, darüber LOUDNESS, TEST (wofür auch immer das sein soll – es geht auch nicht aus der Bedienungsanleitung hervor – Zitat „the test switch is a special JBL feature used to balance the two stereo channels. The operation of the switch is described later in this manual“ nur da kommt dann nix mehr), Tape Monitor und Stereo/Mono-Schalter. Das Gerät ist eher zurückhaltend ausgestattet, es fehlt aber nicht wirklich etwas.

[Bild: JBL_SA_600_07_10827_Berlin.jpg]

Die Rückseite zeigt die gleiche asymmetrische Aufteilung, wie die Front und erlaubt den Lautsprechern und der Netzspannung Zugang zum Gerät.

[Bild: JBL_SA_600_02_10827_Berlin.jpg]

Alle Eingangsbuchsen finden sich auf der Unterseite (ähnlich wie bei Braun-Geräten aus dieser Zeit). Dort sind Eingänge für Tuner, Aux Tape und Phono zu finden. Die Phonoeingangsempfindlichkeit ist dreistufig schaltbar und mit einem eigenen Balance-Steller versehen, wohl wegen der damals noch nicht immer vorhandenen Antiskatingeinrichtung der Plattenspieler.

Insgesamt ein beeindruckendes Zeitdokument, heute nur noch extrem selten anzutreffen. Spielt aber Musik, als wäre er eben vom Fließband gepurzelt…

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