JVC 4VR5445

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Heute wurde wieder ein ganz schwieriger Fall gelöst (dank Dieters Hilfe). Es handelt sich hier um einen Quadroreceiver aus dem Jahr 1971 der Marke JVC. Das Modell heißt 4VR5445, leistet 4 mal 50 Watt Sinus und wiegt 15 kg. Er gehört (natürlich!) Klaus – alias JVC_Graz.

Der Defekt, den Klaus nicht fand (was aber auch niemanden wundern sollte) lag im Tuner – er wollte nicht so recht. Die Ursach fand sich zunächst in etlichen Transistoren in der ZF-Stufe, die dort nicht hinpassen, dort hatte jemand (vermutlich Klaus, im guten Glauben) 2SC710 gegen BC548 ersetzt – das haut nicht hin. Diese verstärken keine HF, weil es NF-Transistoren sind! Als alle vier erneuert waren rauschte der Tuner schon wieder ferundlich, empfing aber leider nichts. Mit einem Finger auf dem FM-Oszilator kamen dann schon einige verschneite Sender herein – also war die Eingangsstufe wohl defekt. Das Vertrackte daran ist, dass diese sich im Inneren des sogenannten Frontends (also dem Drehkondensator) befindet. Also auslöten und das Skalenseil dafür abnehmen. Als er heraus und geöffnet war, konnte man schon ahnen, was die Ursache für den Ausfall der Eingangsstufe war:

[Bild: UKWGE.jpg]

Das unten im Bild befindliche Blech liegt im Normalzustand innen im Frontend – und diese schwarzen Schmauchspuren weisen eindeutig auf einen dicken, fetten Blitzschlag hin. Dies hatte dem Eingangstransistor, einem 2SK19 (ein uralter FET-Transistor) das Leben ausgehaucht – an sich extrem selten, aber ein Blitzschlag…

[Bild: odzKY.jpg]

Zusätzlich hatte Klaus, weil er es gut gemeint hatte, alle diese Anschlüsse unten am Frontend nachgelötet – auh den in der Mitte. Nur wenn man den zulötet ist die Eingangsstufe kurz geschlossen, aber das hatte sich durch den Ausbau ja erledigt.

Nun wurde alles neu abgeglichen und schon sprudelten die Sender – sogar ohne angeschlossene Antenne! Des Rätsels Lösung: der Quadroreceiver hat eine eingebaute FM-Antenne!

Leiber währte die Freude über den wieder funktionierenden Tuner nicht lange, denn es spielte nur ein Kanal – obschon alle Endstufen intakt waren und mit Signalen versorgt wurden, wie eine Messung ergab. Wir fanden dann den Lautsprecherwahlschalter als Übeltäter heraus, dort war der Blitz wohl wieder hinausgefahren, denn er war völlig verkohlt und teilweise geschmolzen.

[Bild: evREq.jpg]
[Bild: UG4ji.jpg]

Die Kontaktflächen waren völlig verbrannt und es war Zufall, ob da noch Kontakt hergestellt wurde. Das Röhrchen im Vordergrund war mit der Schraube darunter verschweißt vom Blitz!

[Bild: sA47H.jpg]

Hier der Schweißpunkt auf der Schraube, nachdem das Röhrchen gewaltsam entfernt war. Nun war guter Rat teuer, es fand sich aber in irgendeiner Kramkiste ein ganz ähnlicher Drehschalter, dessen Kontakte dann auf die alten Pertinaxplatten transplantiert werden konnten und von daher alles retteten. Welch glücklicher Zufall! Nun wurden noch alle Schalter gereinigt und dann spielte dieser „state-of-the-art-Quadro-Receiver“ (Zitat Klaus) wieder wie in alten Zeiten.

Hier noch ein paar Bilder von innen:

[Bild: RqMpR.jpg]

Immerhin: getrennte Netzteile für die Front- und Rear-Endstufen!

[Bild: F1aiF.jpg]

Da versteht man, wie der Klaus auf die „state-of-the-art“-Einschätzung kommt.

[Bild: KPCqV.jpg]

Hier der wieder funktionierende Tuner.

[Bild: KKaGZ.jpg]

Anblick von aussen – das Gehäuse blieb in Graz!

[Bild: HoNkD.jpg]
[Bild: WGXXL.jpg]

Interessantes Detail: der Skalenzeiger wechselt seine Farbe von weiß auf rot, wenn ein Sender empfangen wird – sieht einfach nur genial aus!

Nun darf er wieder heim nach Österreich!

[Bild: drinks.gif]

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