JVC A-X7

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Heute stelle ich Euch zwei Geräte von Martin (hier im Forum Leserpost) vor: den JVC A-X7, ein wirklich guter, häufig unterschätzter, Vollverstärker von 1981. Er ist der zweitgrößte der Serie (AX-1,2,3,4,5 und 9) und hat 2 mal 93 Watt sinus an 8 Ohm und wiegt 12 Kg. Die spezielle Verstärkertechnik nannte JVC damals Super-A, bei der Konzernmutter Matsushita, bzw. deren Hifi-Markenname Technics hieß es zur gleichen Zeit ebenfalls Super A (ohne Bindestrich) – und war im Prinzip das Gleiche. Man versuchte den üblichen Klasse-B -Verstärkern durch Annäherung zur Klasse-A die Vorteile (geringere Verzerrungen) dieser zu erhalten, ohne deren Nachteile (sehr starke Erwärmung, niedrige Leistung) hinnehmen zu müssen. Die sogenannten Klasse-AB war erfunden und hat sich allgemein stark durchgesetzt, nahm aber, soweit ich weiß, bei JVC seinen Anfang. Große Konzernmütter schicken häufig ihre kleineren Tochterfirmen voraus um neue Produkte am Markt zu testen, Matsuhita benutzte dafür stets JVC (z.B. für das VHS-System), der Erzrivale Sony hingegen seine Tochter Aiwa (z.B. für das DAT-System). Bei Erfolg wurde es sofort auch unter eigenem Namen auf den Markt geworfen. Die AB-Verstärker waren so ein Erfolg, auch wenn der Name dafür bei anderen Herstellern nicht verwendet wurde.

Der Fehler an Martins A-X7 (er gab keinen Mucks mehr von sich) lag in einer kleinen Diode, die im Lauf der Jahre von dem aggresiven Klebstoff zersetzt wurde, der zum Fixieren der größeren Elkos in der Produktion verwendet wird.

[Bild: JVC_A_X7_05_90419_N_rnberg.jpg]

Die rechte der beiden (auf dem Foto bereits erneuert) war es, das dunkle am Elko rechts ist der aggressive Klebstoff am Elko, der wird beinahe schwarz im Laufe der Zeit. Der Glaskörper der Diode war in der Mitte geborsten, als ich die Klebstoffreste sorgfältig entfernte, bemerkte ich durch die Berührung der Diode, dass diese mechanisch kaputt war. Offenbar hat sie teilweise bei Martin vor dem Verschicken zu mir noch gearbeitet, denn er berichtete dass das Relais immerfort ein- und ausschalten würde – nach dem Versand schaltete nichts mehr.

[Bild: JVC_A_X7_01_90419_N_rnberg.jpg]

So schaut ein A-X7 von innen aus. Ein kräftiger und hochwertig verarbeiteter Verstärker. Der Aufbau ist ungewöhnlich, denn die Endstufe ist zweigeteilt, unten links und oben rechts zu sehen. Unten rechts ist der Phonovorverstärker zu erkennen.

[Bild: JVC_A_X7_04_90419_N_rnberg.jpg]

Das ist die Platine, die auf dem Foto oben nur von unten zu sehen ist – nun von unten in den Verstärker geschaut.

[Bild: JVC_A_X7_03_90419_N_rnberg.jpg]

Das neue Relais auf einer Adapterplatine, nahm nun, wegen Platzmangel in der Bauhöhe, auf der Platinenunterseite Platz.

[Bild: JVC_A_X7_06_90419_N_rnberg.jpg]

Von außen wirkt der JVC wuchtig und für damals sehr modern, da er ein hell lackiertes Blechgehäuse und eine, damals gerade in Mode gekommene, mattsilberne Frontplatte vorzuweisen hatte.

[Bild: JVC_A_X7_07_90419_N_rnberg.jpg]

Das überaus aufgeräumte Design, mit nur ganz wenigen Bedienelementen, wird durch eine quer über das gesamte Gerät reichende Klappe ermöglicht, unter der sich alle übrigen Knöpfe verbergen.

[Bild: JVC_A_X7_08_90419_N_rnberg.jpg]

Es gibt nur grünliche Anzeigen, die unten alle in einer kleinen Sicke als LED’s ausgeführt sind und darüber informieren, welche Knöpfe unter der Klappe gedrückt sind. Die Anzeigen oben sind alle als Lampen ausgeführt, leuchten aber ebenfalls in ähnlichem grün, wobei Power und Tape-Monitor eine mehr gelbliche Einfärbung erhalten haben. Alle diese Lampen, von denen einige durchgebrannt waren, wurden gegen helle Super-LED’s ausgetauscht. Dies gestaltete sich nicht ganz einfach, da JVC mit 50 Volt Spannung und Vorwiderständen arbeitet, da musste ich einiges herum probieren.

[Bild: JVC_A_X7_010_90419_N_rnberg.jpg]

[Bild: JVC_A_X7_011_90419_N_rnberg.jpg]

[Bild: JVC_A_X7_012_90419_N_rnberg.jpg]

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Ich finde das kann sich sehen lassen, da hier optisch nicht verraten wird, dass eine Umstellung auf LED stattgefunden hat.

[Bild: JVC_A_X7_015_90419_N_rnberg.jpg]

Auch hinten alles in heller farbe gehalten, wurde damals gerade Mode (statt des ewigen schwarz).

Ein wirklich hochwertig verarbeiteter und sehr solider Verstärker, allgemein eher unbekannt und selten bemerkt.

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