Kenwood KA-5500

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Die Marke Kenwood ist auf dem deutschen Markt seit 1968 vetreten. Zunächst nur bei einigen exklusiv ausgewählten Händlern, später dann, inzwischen viel breiter gestreut, stieg man im Laufe der Jahre zu einem der „Großen“ in der Hifi-Branche auf. 1976 war man so ziemlich an der Spitze des Machbaren und konnte ein umfangreiches Programm anbieten, welches beinahe jeden Interessenten befriedigen konnte. Da gab es zum Beispiel den heiß begehrten, großen Verstärker KA-9100, den sich kaum jemand leisten konnte, wohl aber den viel kleineren Bruder KA-5500, von dem hier heute die Rede ist. Der KA-5500 hatte die gleichen Power-Meter an der Front und auch sonst durchaus gewollte Ähnlichkeiten zu seinem großen Bruder – und deswegen wurde er auch gerne gekauft, denn der hatte einen Preis im erschwinglichen Rahmen. Immerhin wartet er mit sehr ehrlich angegebenen 2 mal 55 Watt sinus an 8 Ohm auf, die nach DIN gemessen (so wie die deutschen Konkurrenten stets angegeben waren) stolze 2 mal 85 Watt ergaben. Damit spielt er schon in der großen Liga mit und machte seine Käufer stolz und glücklich. Das Aussehen war klassisch silber, ohne Schnörkel und Spielereien – hatte aber alles, was man an einem Verstärker braucht. Das Gute daran: die waren auch noch absolut zuverlässig im Betrieb und gingen so gut wie nie kaputt.

Dieses Exemplar war auch noch absolut original und völlig unverbastelt, er hatte auch keine Defekte, sondern lediglich altersbedingte Mängel, diese allerdings schwerwiegend. Es kam nur noch relativ leiser und leicht verzerrter Ton aus den Lautsprechern und es kratzte gewaltig beim Betätigen aller Knöpfe.

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Also zunächst einmal alle Platinen oben mit Pressluft gereinigt und einige altersschwache Kondensatoren erneuert.

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Auch das Lautsprecherrelais wurde erneuert, die sind ohnehin meist völlig abgenutzt.

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Das Gerät ist wirklich praktisch und servicefreundlich aufgebaut, Front und Rückwand lassen sich abklappen, dadurch kommt man gut an alles heran.

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Jeder Schalter wurde ausgebaut, zerlegt, versiegelt und gereinigt.

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Hier ist das Innenleben eines Schalters vor der Reinigung zu sehen.

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Die Kontakte sind schwarz angelaufen…

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…nach der Reinigung glänzen sie wieder wie neu. Versiegelt wird mit einem guten Kontaktfett.

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Auch der Eingangswahl-Drehschalter bekam eine solche Kur.

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Auch hier alles etwas korrodiert…

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…und dann wieder wie neu.

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Hier sieht man die Frontplatine, direkt vor dem Wiedereinbau in die Frontplatte.

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Nun ist die Frontplatte wieder korrekt montiert.

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Ein Blick von unten in das geöffnete Gerät.

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Im Innenbereich wurde nach der Überholung (z.B. Nachlöten der Platinen) alles wieder schön gereinigt.

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Das ist die Endstufenplatine, links das geregelte Netzteil, unten in der Mitte das Lautsprecherrelais.

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Der Netztrafo und die beiden Siebelkos für die so genannten Rail-Spannungen.

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Das hat man bei Kenwood recht schlau gemacht: der Phonovorverstärker ist direkt hinten an den Cinchbuchsen untergebracht, die Weiterleitung im Gerät erfolgt dann bereits hochpegelig, was bedeutend unempfindlicher ist.

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So schaut der Kenwood KA-5500 von aussen aus.

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Hinten gibt es Anschlüsse für Phono (MM), AUX und Tuner sowie zwei Tapes und zwei Paar Lautsprecher – eigentlich alles, was für 90% der Käufer nötig war.

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Die Front überzeugt einerseits durch die massive, dicke Alufrontplatte und die übersichtliche und klare Gestaltung.

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Es gibt hübsche Kippschalter und praktische Drehschalter, dazu die beleuchteten Power-Meter. Die Bass- und Höhen-Steller lassen sich per Knopfdruck überbrücken.

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Der riesige Knopf für Lautstärke dominiert die Front, aussen ringförmig angeordnet die Balance-Einstellung. Die Power-Meter können auf Knopfdruck auch bei Zimmerlautstärke schon deutlich zappeln.

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Rechts gibt es noch einen Rumpel-Filter, einen Mono-Schalter, die Eingangswahl und unten einen Abschwächer (-20dB) und den Tape-Monitor-Schalter nebst Kopierwahl. Einen Loudness-Knopf sucht man vergeblich, wozu braucht man den auch?

Nach der Überarbeitung spielt der „kleine“ Kenwood wieder wie neu und es macht richtig Spaß mit ihm Musik zu hören.

Mal ehrlich: es müssen doch nicht immer die teuersten Spitzengeräte sein, auch die preiswerteren Modelle machen durchaus Freude – sowohl beim Benutzen, als auch beim Bearbeiten.

Ein Kommentar für “Kenwood KA-5500

  1. Richard Cramer|

    Ein schöner Kenwood Vollverstärker ist das, den ihr da wieder hergerichtet habt. Schwere und solide Qualität aus Japan. Glückwunsch an den Besitzer!
    Richard

    Vielen Dank, Richard – gerade Deine Meinung wissen wir zu schätzen.
    Beste Grüße Armin

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