Kenwood L-02A

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Die letzten drei Tage (Freitag, Montag und Dienstag) habe ich an diesem Verstärker hier gearbeitet:

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Die Geschichte dieses Gerätes ist eine traurige: vor ein paar Jahren fing er an mit den Relais zu klackern, dann kam er in eine Kenwood-Vertragswerkstatt, die fanden aber den Fehler nicht, danach erbarmte sich ein ehemaliger Mitarbeiter von Kenwood und nahm sich des Gerätes an. Darauf ging jedoch mehrmals eine der Endstufen hoch, mal die eine, mal die andere. So kam er dann zu uns. In den Endstufen waren nicht selektierte Transistoren verbaut, zum Teil welche der Marke ISC. Er erhielt also zunächst zwei komplett neue Bestückungen der Leistungshalbleiter beide Endstufen. Alles von der Marke Sanken und original, darüber hinaus selektiert, was man anhand der Kodierungen auf den Transistoren leicht erkennen kann. Die Glimmerscheiben wurden alle durch Silikonfolien ersetzt, die sind viel unempfindlicher.

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Danach wurden beinahe alle Relais erneuert, der L-02A besitzt insgesamt 24 Stück davon (kein Tippfehler!). Jedoch werden einige davon (nämlich vier) nicht im Signalweg genutzt, weshalb diese nicht erneuert werden mussten. Alle anderen 20 wurden erneuert.

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Dies hier ist der Eingangswahlschalter, direkt neben den Cinchbuchsen – so macht das Sinn. Die roten Relais (Marke NEC) sind die neuen.

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Hier sieht man mal alle ausgetauschten Altteile auf einem Haufen. Da sind noch fünf Lampen zu sehen, von denen keine mehr leuchtete. Der Riemen öffnet die große Schublade an der Front, weiter unten noch zu sehen.

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Insgesamt ist der Verstärker ziemlich unzugänglich gebaut, was einen guten Teil der Zeit in Anspruch nahm. Jede der Platinen auf der rechten Seite musste komplett ausgebaut werden und wurde penibel nachgelötet.

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Hier sieht man den Verstärker zusammen mit dem Netzteil von oben. Man kann beide Geräte zusammenstecken oder eine etwa 2 Meter lange Leitung dazwischen schalten und das Netzteil separat aufstellen.

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Von vorn sieht der Verstärker betont zurückhaltend vornehm aus, kaum Bedienungselemente, lediglich der Netzschalter, der Lautstärkesteller und eine Mutingtaste sind, neben den drei Eingangstasten Tape, Phono und others, zu sehen. Ein ganz kleiner Knopf auf der Schublade mit der Beschriftung open/close, lässt diese geräuschlos in Zeitlupe ausfahren – ein kleines Erlebnis!

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Dies erledigt ein Kassettenrekorder-Motor mit einem Spindelantrieb unten im Gerät, dort kam eine neuer Riemen zum Einsatz.
Dort befinden sich die Bedienmöglichkeiten für Speaker on/off, DC coupled oder Subsonic, Tape A oder B, der REC-Out Selector, der vierstufige Loudness-Schalter mit stufenlos einstellbarer Bass-Einsatzfrequenz und die Wahlmöglichkeit der „others“-Quellen, ebenso lässt sich dort zwischen MM und MC wählen (dazu immer ganz leise drehen! Sonst rumpelts in den Boxen). Klangsteller sucht man an diesem Verstärker vergebens, wozu auch, man käme nie auf die Idee, daran zu drehen. Er klingt, so wie er ist, schon verdammt gut.

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Alle gewählten Funktionen werden dorch kleine rote LED’s angezeigt. Diese verstecken sich alle in einer Art Schacht, der von oben indirekt beleuchtet ist. Bei geöffneter Schublade fällt dieses Licht auch auf die Bedientasten.

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Auch im Lautstärkesteller sitzt eine kleine rote LED, obwohl dieser nicht fernbedienbar ist.

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Hinten finden sich sämtliche Cinchbuchsen vergoldet und so angeordnet, dass das Netzteil noch Platz findet.

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Die Lautsprecher können wahlweise mit zwei oder vier Adern pro Box verdrahtet werden – mit vier Leitungen nennt sich das dann Sigma-Drive.

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An dieser Steckverbindung wird das Netzteil angeschlossen.

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Hier das Netzteil solo, es enthält im Prinzip vier Trafos (zwei für die Endstufen in Doppel-Mono, einen für den Vorverstärker und einen kleinen stand-by-Trafo für die Ferneinschaltung vom Verstärker aus).

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Diese drehbaren Griff dienen einerseits zum Trage des 17 kg-Netzteiles und gleichzeitig zur Führung der Kabel, sofern das Netzteil direkt an den Verstärker gekoppelt ist.

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Das ist das Gegenstück der Steckverbindung zum Anschluss an den Verstärker.

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Der Netzanschluss ist ein zweipoliger Kaltgerätestecker, der – außer bei einigen Kenwood-Geräten – auch bei Revox, Roland und älteren Siemens-Staubsaugern vorkommt. Die US-Steckdosen wurden, wegen der VDE-Vorschriften, tot gelegt, zudem wurde das Gerät auf 240 Volt umgestellt.

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Insgesamt ein denkwürdiges Stück Hifi-Geschichte, welches, aufgrund des sehr hohen Anschaffungspreises, nicht allzu häufig sein dürfte. HisVoice (Martin) hier aus dem Forum besitzt einen solchen Verstärker, den ich ihm vor vielen Jahren mal sehr preisgünstig (100 Euro) defekt überlassen habe. Hätte man mehr für verlangen können. Aber bei Martin ist er in sehr guten Händen und er hat ihn sich in mühevoller und langwieriger Arbeit wieder komplett instand gesetzt (Hut ab dafür!).

Dem stolzen Besitzer noch viel Freude mit diesem Boliden!

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