Marantz PM-8

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Heute war ein interessanter und dicker Vollverstärker auf meinem Tisch – ein Marantz PM-8 von 1980. Dieser Vollverstärker kam zusammen mit seinen kleineren Brüdern PM-4,5 und 6 auf den Markt, nachdem Marantz seine Nomenklatur völlig umgestellt hatte. Verstärker hießen nun nicht mehr 1XX0, sondern eben PM – keine Ahnung wofür die beiden Buchstaben standen. Er kostete damals gut 2.500,- DM und man bekam gegen Aufpreis ein schönes Holzghäuse. Er wog stolze 26 kg und leistete beachtliche 2 mal 200 Watt Sinus an 8 Ohm. Klanglich gilt diese Baureihe als Spitzenklasse. Er stellt die konsequente Weiterentwicklung des 1300DC dar.

Dieses Exemplar kam in einem jämmerlichen Zustand bei mir an, er war über 30 Jahre zugequalmt, was ich zunächst für dunkles champagner hielt, stellt sich beim Putzen als helles silber heraus. Zudem war der Halter für den Phono MM/MC-Umschalter abgebrochen, wodurch der Knopf durch das Loch in der Frontplatte ins Geräteinnere verschwand. Zudem war das Gerät wohl noch nie geöffnet worden, wodurch dicke Staubflocken und -mäuse im Innern anzutreffen waren.

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Hier der abgebrochene Schalthebel.

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Innen Staub und Schmutz allüberall…und eine dicke Nikotinschicht, hier auf den Knöpfen:

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Nach einer vollständigen Reingung innen wie aussen, zeigt sich, dass so eine dicke Nikotinschicht auch ihre Vorteile hat: sie konserviert hervorragend, das Material darunter zeigt sich beinahe jungfräulich.

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Ausser einer kompletten „Schalterkur“, d.h. alle Schalter werden gründlich gereinigt und versiegelt und neuen Lautsprecherrelais (drei Stück!) musste noch Ruhestrom und Offset beider Endstufen eingestellt werden, da diese sich recht und links völlig unterschiedlich erwärmten. Nun bleiben beide relativ kühl – lediglich der Trafo in der Mitte wird nach längerer Zeit ganz schön warm. Auch das Holzgehäuse wurde „renuwiert“.
(Dieses Kunstwort steht für eine Renovierung mit dem Holz“wunder“mittel Renuwell – fantastisch!)

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Nunmehr wieder in vornehmem Silber, zeigt sich der PM-8 als wahrlich kräftiger Verstärker mit noblem Understatement.

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Die Front wirkt ein wenig überladen, aber alles ist dermaßen solide und satt rastend ausgeführt, dass man ihm die Vielfältigkeit der Schalter und Potentiometer nicht übel nimmt.

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Unter dem dicken Griff mit dem Marantz-Schriftzug befinden sich die Lautsprecherwahlschalter (2 Paar) sowie ein Schiebeschalter, dessen Sinn mir nicht klar ist. Der heißt Flat-Amp Normal und Bypass. In Stellung Bypass ist kaum noch etwas zu hören, in Normal ist alles prima – weiß da jemand etwas, wozu der Schalter gut ist?

[Bild: Marantz_PM_8_017_31008_Elze.jpg]

Auch von hinten alles solide und vergoldet. Due US-Steckdosen wurde aus VDE-Vorschriftsgründen tot gelegt, das Gerät auf 240V umgestellt.

[Bild: Marantz_PM_8_018_31008_Elze.jpg]

Das Typenschild war sogar noch unter der Schutzfolie!

Nun darf er wieder die nächsten 30 Jahre Musik machen! Bestimmt ein gesuchtes Sammlerstück.

Ein Kommentar für “Marantz PM-8

  1. Hallo,
    ein sehr schönes Gerät und eine gute Arbeit.
    Ihr schreibt mittlerweile das ihr keine Marantz PM-7 und PM-8 Verstäker mehr zur Reparatur annehmt, aber wie siehts denn da mit einem PM-80 aus?
    Grüsse Alex

    Ein PM-80 ist kein Problem – es gehen nur PM-7 und PM-8 nicht.
    Beste Grüße
    Armin

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