Mitsubishi - die Diamanten der 80er Jahre! DA-A15DC und DA-M10 und DA-C20

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1979 entwickelte man bei Mitsubishi Geräte der absoluten Spitzenklasse und bot diese weltweit an. Sie wurden, in erster Linie, wohl wegen der sehr hohen Preise, jedoch nicht häufig gekauft, so dass man heute diese Geräte suchen muss, sofern man Interesse daran hat. Das ist sehr schade, denn diese Geräte sind in jeder Hinsicht wirklich qualitativ sehr, sehr hochwertig. Bis 1977 hatte sich der riesige Mitsubishi-Konzern weitgehend aus dem HiFi-Geschäft zurück gehalten, als der amerikanische ITT-Konzern um die Erstellung einer kompletten HiFi-Serie bat, mit Ausnahme der Lautsprecher – und zwar nur für Europa. In Deutschland hatte ITT zuvor die Marken Graetz und Schaub-Lorenz gekauft und hatte am Hifi-Markt nur sehr mageren Erfolg, denn die Geräte waren zuvor nicht attraktiv gestaltet und technisch nur untere Mittelklasse. Unter dem Namen „HiFi 80“ gab es dann ab Herbst 1979 Receiver, Vollverstärker, Vorverstärker, Endverstärker, Kassettendecks und Plattenspieler, allemit Alufronten, die bis heute durchaus Freunde finden. Einige Modelle, wie z.B. der Plattenspieler DP-86A, fanden sich dann auch im späteren Mitsubishi-Programm wieder.

Mit der „High-End-Serie“, bestehend aus zwei Vorverstärkern (DA-P10 und DA-P20), zwei Preceivern (DA-C7 und DA-C20), drei Endstufen (DA-A7, DA-A10 und DA-A15), zwei Tunern (DA-F10 und DA-F20), zwei Kassettendecks (DT-30 und DT-40) und einer Power-Meter-Anzeige (DA-M10) brach Mitsubishi dann Ende 1979 mit einem Paukenschlag in die HiFi-Welt ein. Ausschließlich so gut designte und aufwändig konstruierte Geräte anzubieten, alle nur im oberen Preissegment angesiedelt, das hatte sich bisher, ausser dem kleinen Hersteller Accuphase, noch keine japanische Marke gewagt – es gab einfach weder Mittel- noch Unterklasse, nur Spitzenklasse!

Drei dieser wundervollen Geräte, die in Ostfriesland schon lange Zeit ihren Dienst tun, waren nun bei uns in der Werkstatt zur Überholung. Ich war sehr gespannt, diese Geräte mal näher betrachten zu dürfen, denn ich kannte sie bisher nur von Testberichten und HiFi-Jahrbüchern.

Die Endstufe DA-A15DC ist die größere der beiden, die kleinere heißt DA-A10DC, sieht aber ganz genau so aus. Die Bezeichnungen sind Programm: die 15 steht für 2 mal 150 Watt sinus, die 10 für 2 mal 100 Watt sinus, beides sinus an 8 Ohm und sehr konservativ gemessen. Die Konstruktion ist streng in Doppel-Mono ausgeführt und kein störendes Gehäuse trübt den Blick auf die edle Endstufe, da stehen die Trafos, Siebelkos und riesige Kühlbleche offen auf dem Chassis und alles ist in vornehmen mattschwarz gehalten. Beide Endstufen sind bis auf die Anzahl der Endtransistoren und der Größe der Siebelkos völlig identisch.

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Hier schaut man von unten in die geöffnete Endstufe. Die Platine lässt sich leicht abschrauben und in eigens dafür vorgesehene Schlitzeeinstecken, die dann eine „Service-Stellung“ zum Messen und Löten ermöglicht – ach, wären doch alle Geräte so konstruiert!

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Auf der Platine befanden sich nur diese beiden Relais, die es zu erneuern galt, der Rest war noch in hervorragendem Zustand, jedoch wurde die Platine komplett gereinigt und nachgelötet.

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Hier sieht man den Bereich unter der Platine, links einer der beiden Doppel-Elkos (jeweils 2 mal 12.000µF) von unten, darüber die Emitter-Widerstände und rechts einen der Leistungstransistoren (2SA747 und 2SC1116 von Sanken).

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Von Aussen eine schlichte Augenweide, man kennt ähnliche Gebilde, z.B. Pioneers M-22 oder Onkyos M-505 – aber auch die sind immer wieder heiß begehrt. Die DA-A15DC hat oben rechts und links kleine aufgeklebte Punkte, die als Temperaturindikatoren fungieren. Ändern diese Punkte ihre Farbe von rot auf schwarz, sind die Kühlkörper rund 60°C warm und es wird empfohlen, die Endstufe abzuschalten.

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An die charakteristischen Griffe kann man die Power-Meter-Einheiten (werden gleich nachfolgend beschrieben) anschrauben, die zwar auch sehr, sehr hübsch sind – aber dann sieht man die Endstufe nicht mehr…

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Von hinten gibt es zwei Pegelsteller für die Eingangsbuchsen und zwei Terminals für Lautsprecher, A und B genannt. Diese Ausgänge lassen sich wahlweise vom Preceiver oder vom Power-Meter aus fernsteuern, dazu dient die dreipolige Buchse ganz rechts.

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Hier die Siebelkos aus der Nähe.

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Als Zubehör gab es die Anzeigeeinheit DA-M10 zu kaufen, die man wie im Bild gezeigt, vorne an der Endstufe montieren konnte.

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An der Anzeigeeinheit gibt es eine Fernsteuermöglichkeit für die Lautsprechergruppen, eine Umschaltung für die Empfindlichkeit der Instrumente und zwei Pegelsteller für rechts und links. Ansonsten strahlt diese Anzeige die Anziehungskraft dieser Geräteserie von Mitsubishi aus, der man sich nur äußerst schwer entziehen kann.

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An der Rückseite finden sich dann Cinch Ein-und Ausgänge, womit man die Anzeigeeinheit überall einschleifen kann, sie aber auch einfach z.B. an Tape-Out-Ausgänge anschließen kann.

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Auch hier findet sich die Fernsteuermöglichkeit für die Lautsprechergruppen A und B.

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Der Preceiver, also ein Vorverstärker mit eingebautem Tuner – ohne eigene Endstufen – ist das größte Modell der Baureihe, der DA-C20. Auch hier wurde mit viel Material und sehr hochwertigen Bauteilen richtig Wertiges konstruiert. Die Marke Accuphase, hatte es ab 1973 vorgemacht und war recht erfolgreich damit.

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In der Mitte der Eingangswahlschalter, links der Netztrafo und rechts hinten die Schwungmasse für das Tuningrad.

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Auch hier wieder die absolute Service-Freundlichkeit, mit nur wenigen Schrauben lässt sich das gesamte Tunerteil weg klappen und man kommt an die darunter liegenden Platinen heran.

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Dies ist die Abstimmskala des DA-C20, sie ist nichts als Längsskala ausgeführt, sondern als runde Scheibe, deren obere Hälfte in einem Fenster sichtbar ist. Auch dort wieder sehr servicefreundlich: die Scheibe lässt sich um etwa 5 Winkelgrade verdrehen, um die Genauigkeit des Zeigers einzustellen. Genial.

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Das Gerät ist flacher als die Endstufe, an der Front aber exakt gleich groß.

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Die Front ist sehr übersichtlich aufgebaut und auch hier ist der Vorverstärker vollständig in Doppelmono aufgebaut, sehr aufwändig!

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Man findet eine Phonovorstufe für MM und MC vor und statt eines Balance-Stellers zwei getrennte Pegelvorsteller für jeden Kanal. Die Lautstärke wird mit dem Attenuator eingestellt.

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Oben befinden sich zwei große Anzeigen für Feldstärke und Ratio-Mitte des Tuners.

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Hier noch einmal die Skala, die PLL lockt den Sender etwa 1 Sekunde nach dem Einstellen automatisch.

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Hinten gibt es auch hier bereite erwähnte Fernsteuermöglichkeit der Lautsprechergruppen, man kann das Kabel einstöpseln, wo man möchte. Denn die Anzeige DA-M10 war ja nur optionales Zubehör.

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Hier das Antenneanschlussterminal an der Rückseite.

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Die Anschlussbuchsen für Phono, AUX und zwei mal Tape, sowie für den Ausgang Richtung Endstufe.

Stolz sein darf derjenige, der eine solche Anlage sein eigen nennt, daher ganz besondere Glückwünsche an Kulle!

Ein Kommentar für “Mitsubishi - die Diamanten der 80er Jahre! DA-A15DC und DA-M10 und DA-C20

  1. Ich habe bei meinem Vorverstärker DA-C20 Probleme mit dem Lautstärkeregler. Der ist wohl verstaubt und es krächzt ein wenig bei der Lautstärkeregulierung. Könnt Ihr mir eine Adresse nennen, die dies beheben können bzw. reparieren?

    Lieber Rolf Kasper,
    diese Frage wäre eigentlich besser in einer email gestellt worden – denn es ist ja wohl kein Kommentar.
    Auf der Seite von good-old-hifi zu fragen, ob wir jemanden nennen können, der so etwas macht, ist schon lustig. Natürlich können wir das – deshalb schreiben wir doch auch solche Berichte. So etwas machen wir an den Mitsubishis besonders gern.
    Beste Grüße Armin

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