Nakamichi PA-7E - die Treshold-Endstufe aus Japan

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Vor ziemlich genau vier Jahren haben wir hier die Nakamichi PA-7EII vorgestellt. Heute ist die erste Version an der Reihe – immerhin hatten wir das Glück mal eine solche auf dem Tisch zu haben. Die große Endstufe (es gab noch eine kleinere namens PA-5E) kam 1985 auf den Markt und war eine Lizenzanfertigung der amerikanischen Marke Treshold um den bekannten Entwickler Nelson Pass, der es sich zur Lebensaufgabe machte, verzerrungsarme Verstärker ohne Gegenkopplung zu bauen. Das Vorbild der PA-7E war die Treshold Stasis S-300. Dieses 27 kg schwere Leistungsmonster gibt zweimal 330 Watt sinus an 4 Ohm ab, bei 8 Ohm sind es immerhin noch 200 Watt pro Kanal. Sie kostete seinerzeit rund 5.000,- DM und wurde 1988 von der PA-7EII abgelöst.

Diese Endstufe war rund 30 Jahre nicht mehr in Betrieb und sollte daher bei uns getestet werden und falls nötig überholt werden. Eine erste Übersicht zeigte ein nahezu jungfräuliches Innenleben.
Das außergewöhnliche Konzept zeigt eine Vielzahl von Leistungstransistoren in unterschiedlichen Gehäusen. Was man in diesem Bild sieht ist die Hälfte eines Kanals…
Das Netzteil ist schon sehr reichlich dimensioniert, hier sieben vier 33.000µ Elkos um die Wette, in so genannter Doppel-Mono-Schaltung. Das bedeutet, der fette Ringkerntransformator hat zwei identische Sekundärwicklungen, eine für jeden Kanal und zusätzlich zwei Gleichrichter sowie eben vier Siebelkos für die Railspannungen. Diese haben hier plus/minus 60 Volt.
An der Platine für den linken Kanal hat wohl schon mal jemand übersehen, dass die Platine mit dieser einen Schraube am Kühlkörper gehalten wird. Schade! Zum Glück war das nur eine kleine Flickarbeit, sieht aber nicht sehr schön aus. Zusätzlich befanden sich noch 100-Ohm-Widerstände an den Eingängen, die da nicht hingehören und daher entfernt wurden.
Über den vier riesigen Siebelkos gibt es ein Aluminiumplatte zur Verbindung aller Masseleitungen. Links an der Front ist die Softstarteinrichtung zu sehen, oben und unten die Leistungsplatinen, jede für einen Kanal zuständig.
Die nicht abnehmbare Bodenplatte, der Ringkerntrafo wird mit den vier Schrauben links gehalten. Die Füße rechts dienen zum Abstellen, wenn man die Endstufe an den beiden Handgriffen herumträgt.
Im Prinzip sind das nur zwei riesige Kühlkörper mit einem Netzschalter vorne
und ein paar Anschlussbuchsen hinten.
Sehr sachlich gestaltet – es gibt nur einen einzigen Knopf: ein oder aus.
Hinten finden sich die Kaltgerätebuchse (für das E am
Ende der Typenbezeichnung), Lautsprecherbuchsen und zwei Cinchbuchsen –
mehr ist schließlich auch nicht notwendig.
Man schämte sich bei Nakamichi keineswegs dafür,
dass diese Endstufen „nur“ in Lizenz hergestellt wurden, denn Nelson Pass hatte sich Teile seiner Konstruktion patentieren lassen.

Abschließend ist diese Nakamichi auch ein Zeitzeuge dafür, dass Hifi-Geräte mal ein Gebiet waren, auf dem es kaum Grenzen gab.

Ein Kommentar für “Nakamichi PA-7E - die Treshold-Endstufe aus Japan

  1. Klaus aus Dortmund|

    Ganz herzlichst bedanke ich mich für die Revision meiner Endstufe! Ihr habt eine sehr gute Arbeit geleistet, auch an meiner Accuphase C-280 Vorstufe. Das Warten auf einen Termin bei Euch hat sich gelohnt. Glücklich durfte ich die Geräte am 24.12. bei euch abholen und über die Feiertage endlich in Betrieb nehmen. Vielen Dank, toll, dass es euch gibt!

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