Nakamichi ZX-7

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Heute stelle ich Euch ein Kassettendeck vor, das einen stolzen Namen trägt: Nakamichi! Das ZX-7 stammt von 1981 und verfügt über drei getrennte Köpfe (soweit ich weiß ist Nakamichi weltweit der einzige Hersteller der diskrete Tonköpfe in Kassettengeräten verbaut hat), ebenso drei Motoren (einer für den Bandantreib, einer zum Wickeln und einer für das Heben der Tonköpfe und Gummiandruckrollen), dazu Doppelcapstanantrieb – alles in richtig sauguter Qualität. Warum dann nur das ganze Gehäuse nebst Knöpfen in recht billigem Kunststoff verpackt wurde, bleibt das Geheimnis der Japaner – bei einem Preis von knapp 2.000,- DM für dieses Deck hätte es auch zu besseren Materialien reichen sollen. Aber der Frequenzgang von 20…21.000 Hz (bei Metal) versöhnt schnell wieder, der Klang kann sich wahrlich sehen lassen – ich höre zwischen CD und Hinterband so gut wie keinen Unterschied.

Defekt war die Laufwerkmechanik, allem voran das Zwischenrad (auch idler genannt), welches hier schon steinhart war und beim Entfernen in drei Stücke zerfiel. Auch die Riemen waren schon schlapp. Zudem war die Feder der Kupplung völlig erlahmt und alles war, wen wundert es, nach rund drei Jahrzehnten ziemlich verschmutzt. Bei Nakamichi ist allerdings ziemlich viel Demontage notwendig um an das eigentliche Laufwerk heran zu kommen – das habe ich auch schon servicefreundlicher gesehen. Aber nachher lief es wieder nahezu geräuschlos mit einer (für Kassettendecks) Klangqualität, die einem Tränen in die Augen treiben kann.

[Bild: Nakamichi_ZX_7_02_63477_Maintal.jpg]

 

[Bild: Nakamichi_ZX_7_03_63477_Maintal.jpg]

Das Laufwerk, in insgesamt drei Ebenen aufgebaut, von denen man zwei abbauen muss. Da vergehen schon mal ein paar Stunden…
Der weisse ist der Wickelmotor, der große der Capstanmotor und der kleine rechts unten der Hebe-/Senk-Motor.

[Bild: Nakamichi_ZX_7_04_63477_Maintal.jpg]

Innenansicht des gesamten Gerätes, elektronisch ist da nichts zu verbessern!

[Bild: Nakamichi_ZX_7_01_63477_Maintal.jpg]

Die drei getrennten Tonköpfe – einmalig, so etwas gibt es nur bei Nakamichi. Die vielen Rädchen unten dienen der exakten Azimutheinstellung – bitte nicht dran drehen!

[Bild: Nakamichi_ZX_7_05_63477_Maintal.jpg]

Blick von aussen, oben.

[Bild: Nakamichi_ZX_7_06_63477_Maintal.jpg]

Die Front wirkt schon ein wenig überladen, man kann mittels einem eingebauten Generator jedes Band kanalweise getrennt einmessen und zwar für Normal (EX), Chromsubstitut (SX) und Metall (ZX) getrennt. Und auch getrennt nach Pegel (400 Hz) und BIAS (15kHz). Mir ist auch kein anderer Hersteller von Kassettengeräten bekannt, der sich wagt eine BIAS-Einstellung bei 15 kHz vorzunehmen. Üblich sind 8 oder 10 kHz.

[Bild: Nakamichi_ZX_7_07_63477_Maintal.jpg]

Die Klappe öffnet mechanisch und ist leider in der Mitte offen. Dadurch gibt es eine Menge Staub im Kassettenfach.

[Bild: Nakamichi_ZX_7_08_63477_Maintal.jpg]

Die rechte Seite mit den viefältigen Einstellmöglichkeiten. Auch der Wiedergabeazimuth kann mittels 15kHz-Generator exakt eingestellt werden. Zwei Leuchtdioden weisen einem den Weg.

[Bild: Nakamichi_ZX_7_09_63477_Maintal.jpg]

An der Rückseite gibt es sogar einen (Kabel-)Fernbedienanschluss.

Aber Spaß gemacht hat die Arbeit an diesem großartigen Kassettendeck schon!

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