Neckermann JVC Scope Receiver

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Heute stelle ich Euch ein Gerät der Marke Neckermann von etwa 1970 vor. Soweit ich das im Internet erfahren konnte, wurde das Gerät bei JVC gefertigt, aber überwiegend mit Buchsen nach deutscher Norm ausgestattet. JVC hieß seinerzeit hierzulande noch Nivico (Nippon Victor Company, JVC steht für Japan Victor Company) und wurde von U. Fiszman nach Deutschland importiert. Erst sehr viel später wurde eine eigene Niederlassung in Friedberg (Hessen) eröffnet, JVC wurde 1927 gegründet und befand sich seit 1954 im Besitz der sehr größeren Marke Matsushita (heute nur noch unter Panasonic bekannt). Diese haben JVC im Jahr 2008, wegen stetig steigender Verluste, endgültig an Kenwood verkauft. Dabei war JVC ein relativ großer Hersteller mit rund 36.000 Mitarbeitern, der u.a. das VHS-System erfand und weltweit in den Markt brachte. Auch als Hersteller von wirklich bemerkenswerten Hifi-Geräten war JVC jahrzehntelang bekannt und gemocht.

Dieser Neckermann wurde offenbar seinerzeit im Auftrag in Japan gefertigt, wobei Neckermann eigentlich die meisten Geräte vom deutschen Hersteller Körting in Grassau (wurde später von der jugoslawischen Marke Gorenje übernommen) fertigen liess und anfangs auch Körting nannte, später den eigenen Namen Palladium (nach dem Edelmetall) dafür verwendete. Die Marke Körting verkaufte hingegen in den Jahren 1966 bis 1978 Receiver unter den Markennamen ELAC, Blaupunkt und Siemens, die durchaus einen guten Ruf (besonders die Empfangsteile) genossen. 1978 wurde Körting dann dem juoslawisvchen Staatskonzern Gorenje übereignet, die Produktion von Hifi-Geräten wurde wenig später endgültig eingestellt und nur noch Baugruppen gefertigt.

JVC hat hier einen netten kleinen Receiver abgeliefert, der in erster Linie durch die auffällig gestaltete Skala überrascht, von Neckermann als „Oszilloskop-Design“ bezeichnet (wegen des Rasters). Er verfügt über etwa 2 mal 15 Watt Dauerton Ausgangsleistung, Phonoeingänge für Magnet und Kristall-Abnehmer und einen Tape-Monitor, sowie zwei hinten schaltbare Lautsprechergruppen. Ich hatte den noch niemals zuvor gesehen – deshalb hier eine Vorstellung.

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Blicke in das geöffnete Gerät von oben und unten. Die mit immerhin vier TO3-Transistoren ausgestattete Endstufe in der Rückwand, die gleichzeitig als Kühlkörper dient, ist deswegen nicht sichtbar. Sie arbeitet als quasikomplementäre Endstufe mit Ausgangselkos.

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Verräterisch: dieser Zettel klebt unten am Gerät!

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Ein hübsches Holzhäuschen ziert den kleinen JVC-Neckermann.

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Die Front wird von den vier Schiebepotis und der quadratischen Skala dominiert.

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Hier beides von Nahem. Die Zeiger sind quer für FM und hochkant für AM angeordnet und bewegen sich gleichzeitig – das sieht sehr lustig, vor allem aber ungewöhnlich, aus.

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Das Feldstärkeinstrument und die Stereo-Anzeige, die ich durch eine LED ersetzt habe, da nur rund 3-4 Volt anliegen (die LED wurde mit Vorwiderstand angeschlossen!).

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Die AFC-Schaltung ist wirklich sinnvoll gemacht: man stellt den Sender so gut wie möglich ein und drückt dann das Knopfinnenteil ein, es rastet dort ein wie im Bild gezeigt, womit die AFC (automatic frequency control) aktiviert wird. Dreht man dann später am Senderwahlknopf springt der Innenknopf automatisch heraus – sehr praktisch!

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[Bild: Neckermann_821_853_011_04895_Schmerkendorf.jpg]

An der Rückseite (ober hinter dem Abdeckgitter verbergen sich die Endstufen) wurde beinahe alles auf deutsche Norm gebracht – einzig die Auftrennung von Vor- und Endverstärker blieb in Cinch-Norm – erstaunlich in dieser Preisklasse.

Das Gerät macht einen durchaus anspruchsvollen Eindruck – auch klanglich nicht übel!

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