Onkyo M-5090 - die Superendstufe von 1982

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Die Geräte der Marke Onkyo besaßen 1982 einen ganz hervorragenden Ruf. Anfang dieses Jahres hatte Onkyo erst die große Endstufe M-5060 vorgestellt, die sowohl in der Presse als auch bei Kunden großen Anklang fand. Kurze Zeit später schob Onkyo eine noch größere Endstufe nach – eine Endstufe der Superlative – die M-5090. Kostete die M-5060 bereits 2.150,- DM, verlangte Onkyo nun über das Doppelte, nämlich 4.500,- DM für die größere M-5090. Die Leistung (sinus an 4 Ohm) wuchs von 2 mal 256 Watt auf 2 mal 400 Watt. Das knapp 30kg wiegende Gerät ist hervorragend verarbeitet und für den sehr hohen Preis bekam der Käufer auf Wunsch ein kupferfarbiges Schild vorn unten links angeklebt, auf dem stolz verkündet war: „Specially manufactured for…by Onkyo Corp. Japan“. Bei diesem Exemplar offenbar in Eile und daher schlampig etwas schief aufgeklebt. Leider hält der Kleber des Schildes bombenfest, so dass der Versuch, es gerade anzubringen, aufgegeben wurde.

Diese Platine (oben vorn im Gerät) beherbergt die Gleichrichter und die Steuerung der riesigen Power-Meter in der Front.

Über den Power-Metern sitzen auf jeder Seite vier Lampen, die nach dem Einschalten die Anzeigen zunächst rot beleuchten. Nach etwa 5 Sekunden schaltet die Schutzschaltung die Lautsprecher dazu und die Beleuchtung wechselt dabei auf grün. So wie auch hier sind die Lampen für grün meist durchgebrannt. Sie wurden alle vier erneuert. Das grün wird durch die Gummiüberzüge erreicht. Rote Folien an der Frontplatte sorgen für das Rot der anderen Lampen.

Auch die Power-Lampe wurde erneuert, da diese durchgebrannt war.

Nun ging es an die übrigen Platinen…

…das hier sind die stromverstärkenden Endtransistoren einer Endstufe,  jeweils drei parallel.

Von unten sind die Schutzschaltung mit insgesamt fünf Relais (links) und die beiden Treiberplatinen zugänglich. Alle Relais wurden erneuert, auch einige Elkos und, vor allem, die „berüchtigten“ Doppeldioden VD1221, von denen es neun Stück in der M-5090 gibt, wurden alle erneuert. Zusätzlich gab es eine Menge nachzulöten.

Hier eine der beiden Treiberplatinen, nach der Bearbeitung.

Das sind die ausgebauten VD1221, die bei der M-5090 für ein leises Brummen sorgen.

Ersetzt werden sie durch zwei in Reihe geschaltete 1N4148, was sehr zuverlässig arbeitet.

Alle erneuerten Bauteile, die bei uns jeder Kunde stets nach der Bearbeitung zurück erhält.

Nun ein Blick von aussen auf diese fette Endstufe mit den sehr hübschen Holzseitenteilen (mit hochglänzendem Klarlack überzogen) und einer 7mm starken Rauchglasplatte an der Front – sehr beeindruckend.

Das Farbspiel der Power-Meter-Beleuchtung kann die Kamera kaum einfangen, zuerst rot…

…dann zusammen mit dem Ton an den Lautsprechern der Wechsel auf grün – herrlich! Die Platte unten links gab es nur für den Erstbesitzer. Sie wurde bei Onkyo nach der Bestellung graviert und dann auf das Gerät aufgeklebt.

Auf der Rückseite finden sich vergoldete Eingangs-Cinch-Buchsen und vier Lautsprecherklemmen pro Kanal.

Der hervorragende Aufbau in striktem Doppelmono mit zwei Trafos und vier Elkos birgt eine kleine Gefahr: die Elkos in 30.000µF in 90V neigen verschiedentlich zum Auslaufen und müssen dann möglichst rasch erneuert werden. Wir ersetzen diese dann mit 27.000µF in 100V und tragen damit der Spannungsumstellung im europäischen Verbundnetz Rechnung, denn aus unseren Steckdosen kommen seit Anfang der 1990er Jahre etwas mehr als 220 V. Klanglich steht die M-5090 jedenfalls jenseits jeder Kritik.

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