ONKYO P-3090 & M-5090

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Heute gibt es mal eine etwas größere Story – weil hier kamen zwei wirklich schöne ONKYO’s an, die leider, aufgrund viel zu kleiner und ungepolsteter Verpackung, stark beschädigt waren. Es handelt sich um den Vorverstärker P-3090 und die Endstufe M-5090. Beide stammen von 1982 und sind aus der großen Integra-Serie, die später von der Grand Integra-Serie abgelöst wurde.

Die Endstufe leistet 2 mal 350 Watt Sinus an 4 Ohm, nimmt bis zu 1200W aus dem Netz auf und besitzt vier Siebelkos von je 30.000 µF/ 90V. Der Vorverstärker dazu hat wunderschöne, indirekt beleuchtete Tasten und alles ist über Relais gesteuert. Diese Kombination war mal sehr teuer und ist heute recht selten und dann auch nicht für wenig Geld zu bekommen. Beide Geräte zusammen bringen über 40kg auf die Waage.

Das mit den zu kleinen Kartons und der fehlenden Polsterung bitte nicht nachmachen, liebe Kinder!! Das sieht dann nämlich so aus wie auf den folgenden Bildern, insbesondere wenn man GLS als Versender benutzt. Die gehen bekanntermaßen am ruppigsten mit den Paketen um und weigern sich konsequent einen angerichteten Schaden zu regulieren.

[Bild: sU4WS.jpg]

Die Endstufe, die Glasscheibe vorne ist gebrochen, die Holzseitenteile an den Hirnholzseiten gequetscht, das Furnier platzte mitsamt dem dicken Klarlack ab. Was auf den ersten Blick noch recht harmlos aussieht, stellte sich bei genauerer Untersuchung als kapitaler Schaden heraus: das Chassis war komplett nach hinten gedrückt und verzogen. Dabei hatte es zum Beispiel die Kopfhörerbuchse zerissen und alle Lampen geschrottet. Selbst die massiven Kühlkörper saßen nicht mehr an ihren angestammten Plätzen und die Seitenteile passten auch nicht mehr genau. Alles musste mühevoll wieder mit Hammer und Zange gerichtet werden.

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Auch den Vorverstärker hatte es erwischt.

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Das hier waren die Lautsprecherbuchsen, die jemand mit Hilfe von viel Heißkleber dort angetüdelt hatte. Geht ja nun gar nicht, oder?

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Hier sieht man schon eines der bearbeiteten Holzseitenteile des Vorverstärkers. Zum ersten Mal arbeiteten Niko, der Tischler und Tino, der Lackierer zusammen. Niko brachte ein wunderschönes Palisanderfurnier auf die gespachtelten Seitenteile. Tino verpasste dann allen Teilen eine 5fache Lackierung in Hochglanz-Klarlack, welche jedesmal zwischengeschliffen wurde – bis man eine hochglänzende und völlig glatte Oberfläche hatte.

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Hier die andere Seite.

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Mit teilweise neuen Lampen und alles wieder schön gereinigt.

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Unten kann man noch die Klappe öffnen.

[Bild: kqriB.jpg]

Bei der Endstufe erwarteten mich noch einige Überraschungen. Eine der beiden Kanäle war stümperhaft repariert, ein 2SC1625 war gegen einen BD239B ersetzt und mit seinem Komplementär auf ein zusätzliches Stück Blech montiert worden und die Anschlüsse dann mit langen Drähte quer durchs Gerät… So etwas geht nicht. Da wurde ein Originaltranistor eingebaut und zwar an die Stelle, wo er hingehört. Die Platine (oberes Foto: vorher) wurde dann gleich komplett nachgelötet und gereinigt.

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Die Kamera macht mich krank! Eine Canon SX-130 ist jetzt unterwegs, hoffentlich gibt es künftig dann bessere Foddos!

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So schaut das überarbeitete Gerät von unten aus. Da steckt schon eine hübsche Menge Technik drin.

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Allein hier wurden fünf neue Relais eingebaut.

[Bild: ojZfn.jpg]

Hier ein Blick von oben in das Gerät, mit dem großzügigen Doppel-Mono-Netzteil.

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Nachdem auch fast alle Lampen vorne ausgetauscht waren und eine neue Kofhörerbuchse eingebaut war, konnte alles gerichtet und wieder zusammen montiert werden. Allein das hat nahezu einen ganzen Arbeitstag verschlungen…

[Bild: GpBZb.jpg]

Auch hier sind die Holzseitenteile komplett neu furniert und anschließend hochglanzlackiert.

[Bild: dq8QN.jpg]

Hier sieht man die Front komplett, die zerbrochene Glasscheibe wurde durch eine angefertigte 8mm starke Acrylglasplatte ersetzt.

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Auch hier kann man unten eine Klappe öffnen, deren seitliche Haltestifte aus Kunsstoff übrigens auf dem Transport beide weggebrochen waren. Ersatzteile dafür gibt es nicht mehr. Ich habe die 3mm im Durchmesser starken Stifte aus Kunststoff durch M3-Schrauben ersetzt, denen ich nach dem Einsetzen den Kopf absägte. Da dürfte haltbarer sein als das Original.

[Bild: HRELM.jpg]
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Die riesigen VU-Meter wechseln Ihre Farbe von rot auf grün, wenn die Schutzschaltung die Lautsprecher mit der Endstufe verbindet.
Das sieht ausgesprochen gut aus.

[Bild: xv9X0.jpg]

Hier mal ein Blick auf die Seitenkante der Acrylglasplatte, die diamantgeschliffen ist und damit völlig klar. Habe ich so bestellt und bin sehr zufrieden mit der Qualität.

[Bild: pqNh7.jpg]

Hier noch der Blick von hinten auf diese große Endstufe, die wieder originale Lautsprecherklemmen bekommen hat, was ja am authentischsten aussieht.

Es war eine Riesenarbeit, aber dabei ist eine wundervolle Vor- Endstufen-Kombination gerettet worden. Die wird noch viele, viele Jahre schön Musik machen. Es macht sogar Spaß ihr dabei zuzuschauen!

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