Pioneer CT-F1000 - das größte Kassettendeck von 1976

sind hier: Home » Gerätevorstellungen » Pioneer CT-F1000 – das größte Kassettendeck von 1976

Nachdem Pioneer weltweit mit der Kassettendeckserie CT-F7070, 8080 und 9090, bzw. deren verbesserte Nachfolger CT-F7171, 8181 und 9191 Erfolge gefeiert hatte, wagte man sich an eine Nachfolgeserie, die dem seinerzeit gerade aufkommenden Trend zu den offenen Decks (ohne Frontklappe) entsprach. Die neuen Modelle hießen nun CT-F700 und 1000. Der Spitzenreiter CT-F1000 hatte alles, was die Technik damals bot: drei Hart-Ferrit-Köpfe, zwei Motoren mit Doppelcapstan-Antrieb und automatischer Chrom-Umschaltung. Es war das letzte große Kassettendeck von Pioneer mit Zeiger-VU-Metern, danach kamen die blauen Fluoreszens-Anzeigen. Es kostete damals 1.798,- DM – ein stolzer Preis.

Das Laufwerk in diesem Exemplar musste vollständig überholt werden: alle Verschleißteile aus Gummi wie Zwischenräder und Riemen wurden erneuert. Zum Glück bekommt man in den USA noch nachgefertigte Gummirad-Pulleys für den Wickelmotor. Das Originalteil RLA-743 gibt es schon lange nicht mehr, aber das nachgefertigte funktioniert ganz hervorragend, ist aber nicht ganz billig. Hier ein Blick von hinten auf das Laufwerk.

pioneer-ct_f1000-_1-13467_berlin.jpg

Hier von etwas weiter weg, auf der Platine unten befindet sich die Laufwerksteuerung, links daneben die große Platine sind die Aufnahme/Wiedergabe-Verstärker.

pioneer-ct_f1000-_2-13467_berlin.jpg

Von außen ganz klassisch gestylt, mit dicker Alu-Frontplatte.

pioneer-ct_f1000-_3-13467_berlin.jpg

An der Front sieht man unter dem Laufwerk einen großen Tastensatz, der die Laufwerkssteuerung elektronisch vornimmt, ein leichter Tipp genügt also.

pioneer-ct_f1000-_4-13467_berlin.jpg

Hier die großen VU-Meter, die diese Decks zu Recht bei den Sammlern so beliebt machen. Darunter befinden sich die Eingangspotis für MIC/DIN- bzw. LINE-Eingänge zum Mischen, rechts der Output-Steller.

pioneer-ct_f1000-_5-13467_berlin.jpg

Das ist der Blick in das offene Kassettenfach von oben – zum Reinigen extrem gut zugänglich.
Gut zu erkennen sind die beiden Capstan-Wellen. Die rechte ist einen Ticken größer im Durchmesser, wodurch das Band dort etwas schneller transportiert wird als links. Dies ergibt ein stets gestrafftes Band am Tonkopf.

pioneer-ct_f1000-_6-13467_berlin.jpg

Und ein Blick auf die Rückseite, Ein- und Ausgänge sind doppelt vorhanden (wofür auch immer).

pioneer-ct_f1000-_7-13467_berlin.jpg

Insgesamt ein beeindruckendes Kassettendeck mit 12 kg Gewicht, welches so manches Sammlerherz schneller schlagen lässt.

2 Kommentare für “Pioneer CT-F1000 - das größte Kassettendeck von 1976

  1. Ich besaß dieses Gerät in den 80er Jahren mit den gewaltigen Griffen als Zubehör für die Rack-Montage. Als Rauschunterdrückung verwandte ich ein dbx II 128. Das Gerät war ein echter Hingucker. Leider erfüllte es klanglich nicht die Ansprüche, die die Optik suggerierte. Oft verstellten sich mit der Zeit die Tonköpfe, was zu einem Hochtonabfall führte. Ich hatte das Gerät dann verkauft und auf einen PCM-Prozessor in Verbindung mit einem Videorecorder zur digitalen Tonaufzeichnung umgestellt. Selbst die ältesten Aufnahmen von 1986 spielen heute noch verlustfrei, bei Audio Cassetten undenkbar. Trotzdem schlägt mein Herz noch höher, wenn ich diese Gerät heute wiedersehe!

  2. Manfred Schmitz|

    Ich habe den Turm komplett, bestehend aus Pioneer PL-630, RT-707, SA-9800, CT-F1000, TX-9800 und SG-9. Ich kann sagen, dass diese Anlage wirklich einen Spitzenklang hat und bin echt stolz, sie im Besitz zu haben. Lautsprecher habe ich 2x HPM-100 8Ohm.
    Leider sind 3 Geräte nicht mehr in Ordnung. Es gibt kaum noch jemand der solche Geräte repariert, aber verkaufen würde ich sie nie. Beim Verstärker fallen immer wieder die linke oder rechte Seite aus. Beim Cassettendeck ist der Motor hinüber und die Bandmaschiene braucht neue Poties oder Reinigung. Die anderen Geräte sind noch einwandfrei, außer dem Schallplattenspieler, der gereinigt werden müßte.
    Ich habe die Anlage sogar zeitweise mit 4 Boxen laufen und das klingt eben mit Power.
    Wenn ich ins Zimmer komme, lächelt mich die Anlage an und jeder, der die sieht, ist echt begeistert. Leider habe ich alle Schaltpläne beim Umzug verloren.
    Ich werde nach und nach die Geräte reparieren lassen und dann läuft sie wieder mit vollem Klang. Da ich viel mit Musik zu tun habe, kann ich sagen, dass diese Anlage mit heutigen Modellen klanglich noch mithalten kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.