Pioneer D-23

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Die D-23 ist eine elektronische Frequenzweiche von 1976 und ergänzte die berühmte „Serie 20“, bestehend aus Vorverstärker C-21, Endstufen M-22 und M-25, Umschalteinheit U-24, Tuner F-26 und F-28, sowie der Vollverstärker A-27. Mit dieser Serie sollte ein Gegenpol hochwertigster Geräte zu der bereits angebotenen SPEC-Baureihe gesetzt werden. Die „Serie 20“ ist minimalistisch aufgebaut, aber von unrügbarer Qualität – alle Modelle dieser Baureihe sind sehr gesucht und leider auch sehr selten zu finden. Dies gilt besonders für diese Frequenzweiche!

Die „Serie 20“ erschien zum 40.Jubiläum des Pioneer-Konzerns, der übrigens vor einigen Monaten seine home-Hifi-Sparte an Onkyo verkauft hat – unglaublich für einen solchen Traditionshersteller!

Wem nicht ganz klar ist, wozu man so ein „electronic crossover“ benötigt (was durchaus verständlich wäre!), sei dies hier kurz erklärt: man kann die Musiksignale bereits am Vorverstärkerausgang in 2, 3 oder 4-Wege aufteilen und dann verschiedene Endstufen nur diese Hoch-, Mittel- oder Tieftonbereiche verstärken lassen. Die (passiven) Lautsprecher benötigen dann keine Frequenzweichen (aus Kondensatoren und Spulen bestehend) mehr. Dies sorgt dafür dass hier kaum noch Phasenverschiebungen stattfinden, zudem sind elektronische Weichen erheblich genauer als passive. Auch lässt sich während der Wiedergabe sowohl Übergangsfrequenzen, Flankensteilheiten udn Pegel der einzelenen Chassis verändern und so per Ohr geklärt werden, wie sich dass dann anhört. Da der Gesamtaufwand sehr hoch ist und beileibe nicht alle, sondern nur sehr wenige Boxen für den so genannten „Mehrwegebetrieb“ geeignet sind – dadurch sind diese Frequenzweichen extrem selten anzutreffen. Sehr teuer waren Sie zudem auch, die D-23 kostete seinerzeit rund 2.500,- DM.

Sie erscheint äußerlich keineswegs minimalistisch, finden sich doch siebzehn Knöpfe an der Frontplatte – man kann aber auf keinen verzichten, die D-23 wäre sonst nicht so uneingeschränkt anwendbar.

Defekt war nichts an der Frequenzweiche, wohl machten aber alle Schalter und Potis Geräusche in den Lautsprechern – also alles erst mal zerlegen, reinigen und versiegeln.

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Dies hier ist einer der Drehschiebeschalter – vor der Behandlung.

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Hier nun glänzt und strahlt alles bereits wieder.

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Die Pegelsteller wurden ebenso gereinigt. Die Kratzgeräusche werden stets von den Rückführscheiben (in der Mitte um die Achse angeordnet) verursacht, wenn diese korrodiert sind – nicht von den Schleifern (aussen angeordnet und dunkel), wie häufig vermutet wird.

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Hier ist der Rückführring gereinigt und poliert, anschließend wurde er noch mit Kontaktfett versiegelt.

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Auf allen Platinen flogen diese blauen 10V-Tantal-Perlen raus und wurden durch hochwertige Elkos ersetzt.

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Die D-23 ist extrem servicefreundlich,  jede Front-Platine lässt sich nach dem Entfernen von drei Schrauben und dem Abziehen von vier Steckern komplett heraus nehmen und bequem bearbeiten – vorbildlich! Links ein Dreh-Schiebeschalter, rechts ein Stufenpotentiometer.

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Hier kann man den modularen Aufbau sehen: die dritte Platine von rechts ist gerade ausgebaut.

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Hier steckt sie normalerweise drin.

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Auf diesem Bild ist alles wieder komplett eingebaut, sehr übersichtlich aufgebaut das Ganze! Die Stecker sind nummeriert und beschriftet.

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Auch von oben: ein hervorragend aufgebautes Gerät, Techniker lecken sich alle zehn Finger nach so etwas.

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Das sind die Frontplatinen von hinten betrachtet.

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Das ist das aufwändige Netzteil.

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Die Verkabelung ist sehr sauber verlegt.

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Hier nun der erste Blick von aussen auf die Frequenzweiche.

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Die Front – auf den ersten Blick eher unübersichtlich – wofür sind die ganzen Knöpfe bloß?

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Von links nach rechts: Volume für den Bass-Kanal; oben die obere Grenzfrequenz, einstellbar von 63 bis 630 Hz; unten die dazugehörige Flankensteilheit – 6, 12 oder 18dB pro Oktave wählbar.

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Dann folgt (falls gewünscht) der Tief-Mittelton-Kanal, von 63 bis 3200 Hz wählbar.

pioneer-d-23-18-60486-frankfurtDaneben (falls gewünscht) der Mittel-Hochton-Kanal, von 320 bis 16000 Hz wählbar.

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Und ganz rechts der Hochtonkanal, wiedergebend ab 1600 bis 16000 Hz einstellbar.

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Durch die Schalterstellungen „flat“ lassen sich die Tief-Mittelton- und Mittel-Hochton-Teilbereiche auch überbrücken, so dass man dann eine 3-Weg oder 2-Weg-Frequenzweiche erhält. Universell einsetzbar also.

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Der Netzschalter ist von innen beleuchtet.

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Hinten wird es nun wirklich spartanisch: nur Eingang und die maximal vier mögliche Ausgänge gibt es dort.

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Wohl dem, der sogar noch die Originalverpackung zu diesem extrem seltenen Gerät hat, macht es gleich noch wertvoller.

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Die Arbeit an dieser Endstufe hat besonders viel Freude bereitet, da es so unglaublich servicefreundlich aufgebaut ist. Ohne diesen Umstand wäre es wohl doppelt so teuer geworden.

Ein Kommentar für “Pioneer D-23

  1. Wieviel hat die Revision denn gekostet? Und wo kann man sie machen lassen?
    Gruß
    Jan

    Hallo Jan,
    so eine komplette Überholung kostet etwa 250-300 Euro – hier bei uns.
    Beste Grüße Armin

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