Pioneer SX-1080 ein großer Reiceiver von 1978

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1978 war Pioneer einer der größten Hifi-Anbieter weltweit, das Angebot umfasste alles, was das Herz enes Hifi-Fans begehrte, Vorstufen, Endstufen, Vollverstärker, Plattenspieler, Kassettendecks, Bandmaschinen, Lautsprecher, Kopfhörer, Kompaktanlagen, sogar aktive Frequenzweichen und: eine starke Stereo-Receiver-Linie. Gerade diese verkaufte sich weltweit hervorragend und reichte vom kleinen SX-590 über SX-690, 790, 890, 980, 1080, 1280 bis zum riesigen SX-1980. Der hier heute vorgestellte SX-1080 war schon ein ganz schönes Dickschiff von über 20kg und einem Preis von 3.198,- DM. Das war sehr viel Geld damals, ich verdiente rund 1.500 DM brutto im Monat seinerzeit. Dafür leistete das Gerät satte 2 mal 120 watt sinus an 8 Ohm. Und langlebig waren die , wie alle Geräte aus dieser Zeit, sonst würden wir die heute nicht noch so häufig wieder herrichten.

Dies ist die Platine, die die Schutzschaltung und den Softstart beherbergt. Unter Softstart versteht man ein Relais, welches den dicken Widerstand (links im Bild unter einer Metallabdeckung zu sehen) nach etwa 1 Sekunde nach dem Einschalten überbrückt. Der Widerstand sitzt direkt in der Netzzuleitung zum Transformator und verhindert so eine erhöhte Stromaufnahme beim Einschalten. Diese starke Stromaufnahme kann auch einen 10 A-Sicherungsautomaten ansprechen lassen, wenn es keinen Softstart gibt – aber das nur bei sehr kräftigen Geräten, so wie diesem hier. Rechts im Bild das Lautsprecherrelais, das natürlich erneuert wurde, damit es wieder gut klingt. Auch die Elkos der Schutzschaltung sind alle neu.

Hier die Gesamtansicht von unten in den Receiver, rechts in der Mitte ist die eben erwähnte Platine zu sehen, nur ein kleiner Teil des Gerätes.

Dies ist eine der beiden Treiberplatinen der 120Watt-Emdstufen. Ein Kanal hatte die unschöne Erscheinung, dass es zeitweise extrem laut knallte in den Boxen – auch wenn das Volume-Poti auf ganz leise stand.

Diese beiden Transistoren waren die Übeltäter, also wurden sie erneuert.

Hier die Endstufen komplett, in der Mitte sind die Stromverstärker zu sehen, vier Stück pro Kanal.

Das ist das sehr potente weiche Netzteil, mit einem 1100 Watt-Ringkerntransformator und zwei 22.000µF-Siebelkos.

Das ist das geregelte Netzteil, auch hier wurden alle Elkos erneuert.

Das Tunerteil mit einem 4-Gang-FM-Drehko und einem leider defekten IC (PA1002A), welches leider nicht mehr erhältlich ist und bei diesem Exemplar den Fehler verursacht, dass es bei eingeschaltetem FM-Multipath oder bei eingeschaltetem Mode-Schalter (Stellung MONO) die Wiedergabe sehr leise werden lässt. Man kann diesen Fehler auch hervorrufen, indem man das linke und rechte Ausgangssignal direkt am IC verbindet. Dieser Fehler konnte also leider nicht beseitigt werden, aber man kann auch so gut damit leben, denn der Empfang und Klang sind hervorragend, solange keiner der beiden Schalter betätigt wird.

Hier ist die Vorderseite des Gerätes bei demontierter Front.

Eine Gesamtansicht des offenen Gerätes von oben.

Nun ist wieder alles zusammengebaut und man kann das wundervolle Holzgehäuse bewundern.

Die Front mit den etwas zu „bunten“ Lampen für die Quellenanzeigen und den schwarz unterlegten Instrumenten gegenüber den hell unterlegten der Vorgängerserie (SX-450 bis SX-1250).

Man kann zwei Paar Lautsprecher anschließen und hat eingebaute Wattmeter. Die vier kleinen schwarzen Schieber unterhalb der Skala dienen zum Markieren der Lieblingssender.

Die Skala wird von oben indirekt beleuchtet. Unten befinden sich die Schalter für Multipath (Mehrwegeempfang), 25µs Demphasis (nur für USA) und MUTING OFF-Schalter – dann rauscht und knattert es beim Abstimmen recht laut.

Rechts finden zwei Tape-Monitor-Schalter mit Überspielmöglichkeit, Mono-Stereo und Loudness, nebst Balance und Volume, oben der Eingangswahlschalter für zwei Plattenspieler, Reserve (AUX) sowie AM und FM. Die Senderwahl erfolgt über einen großen Knopf, ganz rechts gib es noch einen Pegelabsenker von -20dB.

Im Klangregelteil, welches ebenfalls komplett mit neuen Elkos bestückt wurde, können zwei unterschiedliche Einsatzfrequenzen für Bässe und Höhen gewählt werden. Zusätzlich kann das ganze überbrückt werden (TONE OFF).

Hinten finden sich alle Anschlussbuchsen für die erwähnten Eingänge, sogar ein Tapeanschluss in DIN, daneben können Vor- und Endstufe aufgetrennt werden.

Sachgerecht gibt es auch zwei Phono-Masseklemmen, eine Ferritantenne für AM und Anschlüsse für Aussenantennen wahlweise in 300 oder 75 Ohm.

Das Gerät erhielt ein neues Konturen-Netzkabel und die US-Steckdosen wurden still gelegt, da diese Buchsen nicht VDE-konform sind.

Auch wurde dieser schöne Receiver auf 240V umgestellt, womit die internen Spannungen ganz leicht unter den Nominalwerten liegen, was allemal besser ist, als wenn diese alle knapp 10% über den Nennwerten liegen. Oftmals laufen dann schon Kondensatoren aus deswegen.

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