Pioneer und Akai von 1971

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Diese drei Geräte waren in der abgelaufenen Woche an der Reihe, sie gehören zusammen und wurden von ihrem Besitzer als Neugeräte vor über 40 Jahren neu gekauft – und funktionieren noch immer. Der Verstärker nur noch auf einem Kanal, der Tuner mit magerem Empfang und die Bandmaschine nur recht schwach – alles offensichtlich schon längere Zeit nicht mehr benutzt. Doch nun wurde alles wieder in (fast) Neuzustand versetzt und alles funktioniert auch wieder völlig ohne Probleme. Sehr robust und haltbar die drei!

Der Verstärker und der Tuner von Pioneer waren das beste und teuerste, was man damals von diesem Hersteller in Deutschland kaufen konnte. Der Verstärker SA-900 und der Tuner TX-900 kamen 1971 auf den Markt, der Verstärker war der größte im Programm, die kleineren Brüder hießen SA-500 und SA-700. Er hatte für damals erstaunliche 2 mal 64 Watt sinus an 4 Ohm und 2 mal 100 Watt Musik, er wiegt 15 kg. Der dazu gehörende Tuner TX-900 war einer besten Tuner, die zu diesem Zeitpunkt weltweit angeboten wurden. In der ZF-Schaltung wurden bereits FET-Transistoren verwendet. Auch hier gab es kleinere Brüder namens TX-500 und TX-700. Zusammen mit den Receivern FX-330, SX-770 und SX-1500TD und den noch heute begehrten Lautsprechern CS-E500, -E700 und -E900 ein sehr starkes Programm. Größere Modelle wurden jedoch bereits kurze Zeit später nachgereicht (SA-1000 und TX-1000).

Dazu hatte der noch heute stolze Besitzer sich eine Bandmaschine von AKAI gekauft, das Modell GX-220D. So etwas kostete damals rund 1.800,- DM, rund 2-3 Monatsgehälter. Zwar nur 18cm Spulen, aber alles, was das Herz begehrt: drei Köpfe, drei Motoren, Auto-Reverse-Wiedergabe, stolze 23 kg Gewicht.

Zunächst der Verstärker – Pioneer SA-900:

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Blick von unten in das offene Gerät. Hier war eine Endstufe defekt. Da die Endtransistoren (2SC1115) nicht mehr beschaffbar sind, wurden moderne TO3-Nachfolger eingebaut. Die andere Endstufe war bereits lange Zeit zuvor repariert worden, wobei dort Ersatztypen eingesetzt worden waren. Nunmehr sind dort vier gleiche Transistoren mit frischer Wärmeleitpaste montiert. Der damals entfernte Ruhestromsteller (und durch einen Festwiderstand ersetzte) wurde, ebenso wie der im anderen Kanal defekte erneuert. Die spezielle Bauform der Trimmer (von Nichicon) gibt es auch nicht mehr, weshalb wir dies durch zwei größere Trimmer gleichen Ohmwertes ersetzt haben,jedoch auf der Unterseite der Platine – funktioniert aber tadellos.

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Anschließend konnte der korrekte Ruhestrom eingestellt werden und es wurden auch noch einige Kondensatoren erneuert. Danach liefen die Endstufen wieder sauber, alle Schalter und Potis wurden gründlich gereinigt und die Power-Lampe erneuert.

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Hier der komplett gereinigte Verstärker von aussen:

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Die Holzseitenleisten an der Frontplatte sind aus massivem brasilianischen Rosenholz.

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Ein echter Klasssiker, oder?

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Hinten finden sich zwei Phono-Eingänge, die auf alles, was es gibt ausgelegt sind: Kristallabnehmer, MM oder MC – der SA-900 kann alles, auch Tape-Head und Mikrofon.

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Vor-und Endverstärker sind auch auftrennbar.

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Der Tuner TX-900 war der adäquate Empfänger zum SA-900. Er war iom Vergleich zur Konkurrenz sehr teuer, bot aber auch überragenden Empfang.
Zwei getrennte Drehkondensatoren für AM und FM, alle Baugruppen auf getrennten Platinen.
Der dazugehörige Tuner war nicht minder aufwändig konstruiert. Ein Blick in die Technik:

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Von aussen exakt passend zum Verstärker.

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Der Tuner bekam eine komplette Verjüngungskur und eine neue Beleuchtung. Empfang und Klang sind wirklich beeindruckend.

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An der Rückwand findet man eine BNC-Buchse für den Koaxialanschluss, sehr ungewöhnlich. Die Norm stand seinerzeit noch nicht fest. Der Kunde erhielt einen Adapter für unsere heutigen Antennenstecker dazu geliefert.

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Man beachte den Schriftzug, das ist noch der „alte“, die Schrift „Ben Pioneer“ kam erst ein Jahr später.

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Die AKAI Bandmaschine stammt aus der ersten Serie ohne Crossfield-Technik, womit sich AKAI in Europa eingeführt hatte. Da die norwegische Marke Tandberg eine sehr ähnliche Erfindung ebenfalls patentieren ließ und auf den Markt gebracht hatte, suchte man bei AKAI andere Wege. Es wurden neuartige Tonköpfe mit extrem kleinen Spalten entwickelt, die zudem mit einer schützenden Glasschicht überzogen waren, was ihnen eine extrem hohe Lebenserwartung bescherte. AKAI gab darauf lebenslange Garantie! Die Maschine musste komplett mechanisch
gewartet werden, sowie auf RMG-Band (LPR35) eingemessen werden. Danach lief sie wieder wie neu.

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Ein Blick von hinten in das geöffnete Gerät: man erkennt den Capstan-Motor in der Mitte, die beiden (schwarzen) Wickelmotore rechts und links daneben.

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Von etwas weiter weg.

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Frisch gereinigt von vorne.

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Es ist schon beinahe unglaublich in welchem Zustand die Mechnanik an diesem über 40 Jahre alten Gerät ist.

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Auch von hinten präsentiert sich die Maschine in nahezu neuwertigem Zustand.

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Es hat wirklich sehr großen Spaß gemacht, diese Geräte wieder in Ordnung zu bringen. Die Zeit konnte ihnen so gut wie nichts anbhaben. Glückwunsch zu diesen Geräten!

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