Pioneer SX-1050 & CT-F1000

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Ein Hifi-Liebhaber aus dem Emsland schickte uns drei große Pioneer-Geräte zu, die einer Überholung bedurften. Es handelte sich um einen SX-1050 Receiver, einen PL-630 vollautomatischen Plattenspieler und ein Dreikopf Kassettendeck CT-F1000. Wirklich schöne Geräte um 1980, das größte Kassettendeck der Baureihe, ebenso der größte Plattenspieler (vom Laufwerk PL-590C abgesehen) und der zweitgrößte Receiver (es gab noch einen SX-1250). Alles in silber, alles gut erhalten – aber dringend restaurationsbedürftig. Es schien uns so, als ob die Geräte längere Zeit im Keller oder auf dem Dachboden gestanden hätten. Sie sind jetzt aber wieder völlig wohnzimmertauglich.

Der Plattenspieler hat keine Fotostrecke bekommen, diese Modell war schon oft hier und wurde daher schon häufiger vorgestellt. Daher hier nur ein Beispielfoto (das ist mein PL-630).

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An ihm musste die übliche Arbeit der Reinigung der Schalter und Potis zu erledigen, da dieses Modell sonst stark zu Gleichlaufschwankungen neigt. Zudem wurde der Tonarm eingestellt und die Cinchstecker erneuert, denn da waren total billige Plastikstecker dran in gelb und weiss – geht ja nun gar nicht! Leider waren auch die Gummimäntel der Federtöpfe zerfallen, was an sich nicht weiter stört – jedoch die Motorgeräusche des Tonarm- und Liftantriebs deutlich lauter überträgt. Ist aber auch eine Alterserscheinung, diese Gummis. Nachdem auch die Haube wieder etwas poliert wurde, sah er wieder ganz schick aus und durfte in einen Karton für die Heimreise.

Ein größeres Projekt war der Receiver. Hier mussten (und das brauchen alle diese Modelle) bestimmte Lötstellen in der Endstufe komplett überarbeitet werden, weil die sonst die unmöglichsten Fehler machen (Dirk – charlymu- kann ein Lied davon singen!). In der Schutzschaltung steckte noch ein defekter Elko, der erneuert werden musste.

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So schaut der Kamerad von innen aus. Immer wieder beeindruckend: der riesige Ringkerntrafo und die beiden Siebelkos! Unten rechts am Trafo und ganz links die beiden bereits erneuerten Relais, hinten rechts die Endstufe, die ebenfalls bereits komplett überarbeitet ist. Der Tuner, rechts in der Mitte im Bild, bekam ebenfalls eine Reinigung und einen Neuabgleich.

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Auch von aussen wurde alles gründlich gereinigt und eine komplette neue Skalenbeleuchtung wurde eingebaut.

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Das Holzgehäuse ist weitgehend schadenfrei.

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Ein optisch wirklich klassischer Receiver!

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Und so sieht er von hinten aus.

Das Kassettendeck CT-F1000, war das letzte vor der blauen Serie, welche mit CT-F800 und 900 begonnen wurde. Der 1000er hatte noch mit Lampen beleuchtete Zeiger-VU-Meter und große mechanische Tasten für die Laufwerksfunktionen. Das Laufwerk war extrem aufwändig mit zwei Motoren und drei Köpfen, nebst Doppel-Capstan-Antrieb.

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Hier ein Blick auf das Laufwerk bei abmontierter Frontplatte. Das Kassettendeck war die größte Herausforderung!

Es mussten alle vier Riemen erneuert werden und das Idlergummi des Zwischenrades. Das Gummipully des Wickelmotors habe ich mit einem exakt zugeschnittenen Stück Schrumpfschlauch mit Kleber innen, wieder dicker und griffiger bekommen. Nun funktionieren auch Vor- und Rücklauf wieder. Lediglich kurz vor Ende der Kassette schwächelt der Rücklauf ein wenig und schaltet kurz vor Ende ab, bis dahin ist er aber sehr kräftig und schnell zu Gange, der Vorlauf ist tadellos. Auch im Playbetrieb keinerlei Probleme.

Die vom Kunden angebenen Gleichlaufschwankungen rührten von einem Schalter her, der dafür zuständig ist den Capstan-Motor einzuschalten, sobald eine Kassette eingelegt wird. Den habe ich erneuert.

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Der CT-F1000 ist schon ein Riesen-Dickschiff von Kassettendeck.

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Was da alles drin steckt! Oben rechts das aufwändige Laufwerk.

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Die Bandführung aus der Nähe. Links der „small window“-Löschkopf, damals eine Sensation, benannt nach dem kleinen Fenster in der Kassette. So kleine Löschköpfe waren bis 1980 unbekannt. Gut zu erkennen: der Doppel-Capstan-Antrieb, der Ferrit-Doppelkopf und, ganz rechts unten, der Fühler, der den Motor-Schalter betätigt.
Alles wieder fit, sieht nicht nach 30 Jahren Betrieb aus, oder?

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Hier ein Gesamtbild des Gerätes, mit seinen imposanten 19cm Höhe und 12kg Gewicht.

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Die nunmehr tadellose Front.

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Das Kassettenfach – mit Pitch-Control (rechts), damit konnte man die Wiedergabe-Geschwindigkeit verändern – Musiker brauchen so etwas, wenn sie gleichzeitig zur Wiedergabe ein Instrument spielen.

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Damit man die Größe auch entsprechend wahr nimmt ist nun eine Kassette eingelegt. Immerhin reicht der Frequenzgang mit Chromsubstitutband bis 19.000 Hz.

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Die rechte Hälfte des Gerätes, ein integriertes Mischpult (MIC/DIN und LINE sind mischbar), einstellbarer Ausgangspegel und ein eingebauter 400 Hz-Generator zum Einpegeln des REC-Levels, rechts und links getrennt!

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Die wirklich großen Laufwerktasten, PAUSE rechts daneben als Kippschalter.

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Und die Rückansicht. Alle drei Geräte zusammen haben zwei volle Arbeitstage benötigt. Lennart hat sich des Receivers angenommen, ich habe die beiden anderen bearbeitet.

Wirklich schöne Anlage!

Pioneer-CTF 700-03-16547 Birkenwerder

2 Kommentare für “Pioneer SX-1050 & CT-F1000

  1. Thomas Armbrust|

    Hallo Armin,
    tolle Geräte, habe selbst so ein CT-F1000.
    Hat Pioneer eigentlich dafür jemals ein Woodcase angeboten ?
    Finde das CT-F1000 so eigentlich ziemlich „nackig“ …….
    Gruß Thomas Armbrust

  2. Ja, in den USA wurden gegen Aufpreis Holzgehäuse angeboten.

    Wir haben für den kleinen Bruder CT-F700 mal ein Holzgehäuse angefertigt, ein Bild davon haben wir ganz unten in den Beitrag oben eingefügt.

    Beste Grüße
    Armin

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