Pioneer SX-9000

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So, heute stelle ich Euch die wirklich anstrengende Rettung eines Pioneer SX-9000 vor. Dieser wundervolle Receiver von 1971 hat 2 mal 60 Watt sinus an 8 Ohm und war seinerzeit der größte im Programm (SX-3000 und 6000 waren die kleineren Brüder), er wiegt 15,7 kg. Aufgabenstellung vom Besitzer wieder ordentlich herrichten und das Gehäuse in Ahorn natur furnieren. Nun gut – da Niko (der Tischler) gerade da war, Gerät aus dem Holzhaus raus und ihm letzteres mitgegeben, Auftrag: in Ahorn furnieren. Vierzehn Tage später bringt Niko das Holzhäuschen in Ahorn zurück. Es hätte etwas länger gedauert und ist auch etwas teurer geworden, weil er die Frontleisten aus Nussbaum entfernt und ebensolche aus massivem Ahorn nachgefräst hat. Das sah, nach einer Renuwell-Behandlung sehr gut aus (Bilder kommen weiter unten) – wenn auch Ahorn garantiert nicht jedermanns Geschmack ist und es auch nicht so passend zu diesem über 40 Jahre alten Gerät ist (ich ahne schon wieder die konträren Kommentare!) – das Gehäuse sieht wirklich klasse aus!! Dann das Gerät auf den Tisch genommen: ach du Schreck!! Was ist da denn los?? (vorher hatte ja noch niemand hineingeschaut – was ein fataler Fehler war!) Zuerst fiel mir das gerissene Skalenseil ins Auge, na gut, so was kommt vor, aber bei weiterem Hinsehen waren da noch ganz andere schlimme Sachen zu sehen: in diesem Gerät haben längere Zeit Mäuse gelebt und alles, was nicht aus Metall ist, angenagt – so auch das Skalenseil. Zudem haben die Ausscheidungen der possierlichen Tiere die Metallteile wirklich arg mitgenommen. Normalerweise hätte ich an dieser Stelle das Unterfangen abgebrochen und dem Besitzer geraten, das lieber sein zu lassen – aber was dann mit dem wunderschönen Ahornholzhäuschen anfangen, dass inzwischen bei Niko auch schon bezahlt war. Also Ärmel hoch und ran ans Werk:

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So präsentierte sich das Geräteinnere, vor allem das Tunerteil. Es funktionierte nichts mehr. Nach etlichen Tagen, das Tunerteil und den Dekoder instand zusetzen, kam uns die Idee den Stereo-Dekoder aus einem SX-770 zu entnehmen (baugleich) und den Drehko, samt komplettem Frontend aus dem Ersatzteillager (ein Neuteil!) zu verwenden – ein ALPS-Dreifach-FM-Drehko, wie er in vielen Tunern und Receivern der späten 70er Jahre verbaut ist – und das Gerät damit wieder einsatzfähig zu machen. Zusätzlich war es sehr mühselig die gesamte Optik des Receivers wieder voll wohnzimmertauglich zu bekommen und die Beleuchtung zu erneuern. Einzig die AM-Anzeige ist tot, weil man die völlig geschlossenen Gehäuse mit den Lampen nicht auf bekommt. Aber AM ist ja wohl zu verschmerzen, oder? Nach weiteren zwei Tagen müseliger Arbeit präsentierte sich das Gerät nunmehr so:

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Der transplantierte Dekoder aus dem SX-770.

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Der „künstliche“ (weil fremde) Tuner nunmehr in das Gerät eingebaut und entsprechend angepasst – mechanisch und elektrisch.

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Gesamtinnensicht des Gerätes nach dem Umbau. Ganz rechts im Bild kann man sehen, dass der SX-9000 zwei Drehkos hat, einen für AM und einen für FM. Vom neuen Drehko (AM und FM) ist natürlich nur die FM-Sektion aktiv. Beide Drehkos werden von einem gemeinsamen Seil bewegt.

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So das hier ist das fertige Gerät im neuen Holzhaus (bitte nicht über den Geschmack streiten! – Handwerklich ist das wirklich schön geworden). Das untere Foto zeigt die hübsche Front des SX-9000.

[Bild: pioneer-sx9000-9-4088hqc31.jpg]

Unten drunter gibt es noch eine Klappe für selten gebrauchte Bedienelemente.

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Die Front im Detail. Im untersten Bild ist die Reverb-Anzeige zu sehen, denn der SX-9000 hat eine mechanische Hallspirale an Bord, mit der man einen künstlichen Hall erzeugen kann (Spielerei halt).

[Bild: pioneer-sx9000-16-408wzea5.jpg]

Auch von hinten kann sich das Gerät wieder blicken lassen. Aber was für eine Plackerei insgesamt!

Deshalb: Glückwunsch an den Besitzer – er hat jetzt ein absolutes Unikat – sowohl optisch als auch technisch im Verborgenen – empfängt aber wieder sauber und in Stereo!

Schönes Wochenende!

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