Realistic SA-1500

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Schon vor einiger Zeit haben wir für einen Kunden seinen ersten Hifi-Verstärker wieder aufgearbeitet. Dieser ist nicht so bekannt, weshalb wir ihn hier gerne vorstellen möchten. Er stammt etwa aus dem Jahr 1976 und leistet immerhin zwei mal 80 Watt an 4 Ohm nach DIN, bei einem Gewicht von etwa 9 kg. Trotz des unbekannten Namens Realistic, welcher die Handelsbezeichnung der Tandy Corporation war, die so etwas wie ein früher Media-Markt in den USA war, ist es ein solide gebauter Verstärker, der viel mehr hält, als er von außen verspricht. Tandy war in den USA eine weit verbreitete Handelskette, die sich in Japan Geräte bauen ließ, leider ist uns nicht bekannt, welcher Hersteller dahinter steckt. Der Besitzer hatte sich gewünscht, dass sein Verstärker wieder wie neu funktionieren sollte und darüber hinaus wollte er ein Echtholzgehäuse haben, doch dazu später mehr.

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Zunächst ein Blick nach innen. Links der kräftige Netztrafo, rechts daneben die Endstufe mit NEC-TO3-Transistoren bestückt.

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Hier ein Bild von schräg hinten unter die „verkehrt herum“ aufgehängte Frontplatine.

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Nach getaner Arbeit, bei der alle Schalter und Potis gründlich gereinigt wurden nun der erste Blick von außen. Das folierte Original-Holzgehäuse wurde von Niko (www.retro-tischlerei.de) wunschgemäß mit Palisander furniert und gleichzeitig vorne rechts und links erweitert, da die originalen Kunststoff-Eckverkleidungen kaputt gegangen waren. Anschließend wurde das Gehäuse mehrfach in klar hochglanz lackiert, so dass sich der bekannte Klavierlackeffekt einstellt. Dadurch wirkt das Gerät deutlich hochwertiger.

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Die komplett gereinigte Front, wie übersichtlich und aufgeräumt der ausschaut, oder?

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Details auf der rechten Fronthälfte…

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…und auf der linken Seite. Erstaunlich: es gibt zwei Phono-, zwei AUX- und zwei Tapeeingänge, dazu noch Tuner.

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Das Holzgehäuse in Großaufnahme, vorn links.

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Und die Geräterückseite, an der wir auf Wunsch des Besitzers auch die DIN-Buchsen für die Lautsprecher gegen dicke Polklemmen ausgetauscht haben. dafür kann nun nur noch ein Par angeschlossen werden.

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Das Typenschild aus der Nähe, weiß da jemand, wer als OEM-Hersteller in Frage käme? Nachdem wir das Gerät zu seinem Besitzer zurück geschickt hatten, schrieb er uns folgendes in unser Gästebuch:

„Ich habe heute meinen Realistic SA-1500 erhalten und kann nur sagen, dass ich überwältigt bin von der handwerklichen Arbeit, die in den Verstärker gesteckt wurde. Gemessen an der Arbeit (Palisanderfurnier für das Gehäuse mit neuen „Backen“ und Hochglanzlackierung (14x!)) ist der Preis sehr sehr günstig. Ein heutiges Gerät mit dieser Verarbeitung würde wohl locker das dreifache kosten! Der Verstärker klingt wieder wie früher und ich denke, dass ich für die nächsten zwanzig Jahre meine Ruhe haben dürfte Vielen Dank!“

So etwas liest man doch gerne!

6 Kommentare für “Realistic SA-1500

  1. Realistic hat vornehmlich bei renommierten japanischen Herstellern fertigen lassen (Mitsubishi, Sony, Sansiu, Rotel usw.) in den 80zigern gab es im Kölner Raum mehrere Tandy (Radio Shack) Filialen wo man diese Geräte und Lautsprecher kaufen konnte.

  2. scheint doch ein Exot zu sein, da das Gerät in den Tandy Katalogen von 1976 -79 nicht auftaucht, lediglich der große Bruder SA2000 und der kleine Bruder SA1000 waren in US erhältlich. die Preise für den kleinen um die 170$ für den großen 250$. Damit sollte der SA 1500 preislich irgendwo dazwischen gelegen haben.

  3. Hallo !
    Wirklich toll aufgearbeitet das Gerät. Ich selber habe auch noch so ein Teil rumstehen. Leider ist bei meinem das Lautstärkepoti defekt. Da es ja heute keine Verstärker mehr gibt die eine lautstärkeabhängige Loudness haben kriege ich dafür wohl keinen Ersatz mehr. Oder weist du oder sonst jemand der diesen Beitrag liest wo man wohl für alte Verstärker noch so ein Poti mit Mittelanzapfung für die Loudnessregelung bekommt ?

    Gruß
    Rolf

  4. Franz Ueberacher|

    Hallo,
    der SA 1500 (DM 649,00) war der Nachfolger des SA 1000 (DM 599,00) Beide Geräte hatten ein MDF-Gehäuse mit Walnussbaumfurnier, wie es für die Geräte, die auch für die USA produziert wurden, damals üblich war. Beide hatten einen hervorragenden Klang und eine erstklassige Verarbeitung. Habe noch je ein Exemplar.
    Ich war damals Bezirksleiter bei der Tandy Coporation. In Deutschland gab es 42 Filialen. In Köln z.B. am Hansaring und am Karolingerring. Wenn jemand mehr wissen will, fragt einfach nach. Ich habe noch die Originalkataloge aus der damaligen Zeit.
    Es gab super Geräte, aber auch weniger gute.
    Ich habe alle Modelle damals häufig verkauft und kann etwas über die Eigenschaften sagen.

    Viele liebe Grüße

    Franz

  5. Carsten Stahlbock|

    Ich habe auch einen sa-1500 und liebe diese kleinen alten Verstärker mit der wirklich tollen Ausstattung. Man kann ja sogar MC Tonabnehmer fahren und aktive gleichzeitig zu passiven Lautsprechern ansteuern.
    Was würde bei euch eine Reinigung der Schalter und Überprüfung des Verstärkers kosten? Gehäuse könnte ich selber machen. Was gehört da eigentlich für eine Betriebsleuchte rein? Ich hab eine ziemlich hohe Spannung gemessen…
    Liebe Grüsse
    Carsten
    P.S. Tolle Gerätevorstellungen

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