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Restaurierung eines Kenwood KR-9400 Receivers

Kenwood Logo Hier möchte ich ein Restaurationsobjekt vorstellen, von dem ich selbst nicht glaubte, dass es mir nach der Fertigstellung solche Freude bereiten würde.

 

Zur Vorgeschichte: der Kunde suchte schon lange nach einem geeigneten Restaurator, der ihm sein Gerät wieder richtig instandsetzen sollte, das er in schlechtem Zustand erworben hatte. Er hatte allerdings einige Ansprüche:

Die Skalenbeleuchtung sollte in LED-Technologie ausgeführt werden, die Holzseitenteile fehlten und sollten ersetzt werden, die AM-Ferritantenne war völlig zerquetscht und baumelte lose am Gerät – das ganze Gerät sah aus, als hätte es eine Jahreszeit auf der Müllhalde verbracht...

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Etwas missmutig begann ich die übliche Arbeit und reparierte erstmal die Ferritantenne, reinigte alle Schalter und Potis, erneuerte das Relais, warf alle Knöpfe ins Ultraschallbad und versenkte die Frontplatte im Reinigungsbad.

Bei diesem Modell fiel es viel leichter auf LED's umzustellen, die Anzeigen für den gewählten Eingang, die FM-Stereoanzeige und der Skalenzeiger sind alle im Original schon von Leuchtdioden beleuchtet, dann ist es nicht stilbrüchig auch die Skala so zu erhellen.

Als dann alles wieder montiert war und die von mir in das Gerät eingebauten superhellen (18cd) Leuchtdioden (indirekt) die Skala mit Flutlicht versorgten, da begann dieses Exemplar mir zu gefallen, mehr und mehr... das Blau der Skala ist einfach unbeschreiblich!

Bei beiden Instrumenten wurden jedoch gezielt wieder konventionelle Birnchen eingesetzt – wegen des diffusen Lichts, das eben nur Glühlampen verbreiten.

 

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Nachdem nun auch der Drehko gereinigt und das Tunerteil neu abgeglichen war und alles wieder zusammengebaut war, hatte ich ein Einsehen: das Gerät erhielt vier Füsse unten drunter und die beiden fehlenden Holzseitenteile entstanden aus 8mm Sperrholz und einem etwas größerem Stück Leimholz in 18mm Stärke. Zunächst mussten diese in der richtigen Stellung aufeinandergeleimt- und verschraubt werden, dann an den ebenfalls richtigen Stellen gelocht und aufgefräst werden, damit die Seitenteile angeschraubt werden konnten.

Also ab zum Baumarkt und mit dem Mann an der Säge "geflirtet". Ich musste ein 40cm breites Brett nehmen, damit er mir davon 155mm abschnitt, schmalere Bretter gingen nicht in der Säge.

Das Sperrholz bekam ich "normal" im Zuschnitt. Die Materialkosten halten sich im Rahmen, etwa 20 € alles zusammen, inkl. einem Satz Schrauben und Scheiben, nebst zweier Leisten, die die sichtbaren Hirnholzseiten bedecken sollten. Dazu kamen dann aber noch Beize und Lack, Leim und Schrauben (die die Bretter miteinander verbinden).

Nachdem alles soweit war, betrat mein Sohn die Werkstatt und erzählte mir dann, dass er nicht bemerkt hätte, dass die Seitenteile nicht "original" gewesen seien, hätte ich ihn nicht darauf hingewiesen.

 

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So darf er nun wieder zu seinem Besitzer zurück. Er spielt auch wirklich fantastisch auf mit seinen 2 x 120 Watt an 8 Ω, da muss er sich nicht verstecken und kann mit dieser Ausgangsleistung zu Recht als "Monster-Receiver" bezeichnet werden.

Die Rückseite zeigt die umfangreichen Anschlussmöglichkeiten; rechts im Bild die reparierte Ferritantenne. Man sieht man kaum noch, dass die völlig im Eimer war.

 

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Interessant an dieser Kenwood-Receiver-Baureihe ist die etwas merkwürdige Typologie aus diesem Modelljahr: KR-2600; KR-3600; KR-4600; KR-5600; KR-6600; KR-7600 und dann der KR-9400. Der KR-9600, der da eigentlich hingehören würde, kam erst später und passte dann auch nicht richtig in die Reihe – warum auch immer Kenwood das so gemacht hat, wird wohl ein Rätsel bleiben.

Aber schön isser geworden, oder nicht?

 

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Der Kunde zahlte für diese komplette Restaurierung — mit zusätzlichem, aufwändigem LED-Umbau und Erstellung neuer Seitenteile — dennoch nur 332,77 €, was sich auf alle Fälle gelohnt hat. Dieser KR-9400 spielt und sieht aus wie neu!