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Restaurierung eines Saba VS-80 Verstärkers

Saba Logo Deutscher Klassiker von 1970

 

Ein hübscher Verstärker im Holzhäuschen mit 2 x 30 Watt Sinus- und 2 x 40 Watt Musikleistung (daher der Name).

Mein Kunde aus Baden-Württemberg, der dieses Gerät seinerzeit neu gekauft hat, brachte ihn persönlich vorbei (man bedenke die Entfernung, aber er machte hier in der Nähe Urlaub).

Eigentlich sollte das Gerät nur die dem Alter entsprechende Reinigung bekommen, weil die Schalter aussetzten und die Potis kratzten. Beim Verladen ins Auto brachen jedoch zwei der Schiebepotis ab, die kleinen abgebrochenen Näschen brachte er in einer Streichholzschachtel mit...

Zunächst habe ich alles gereinigt, wie immer. Dann habe ich mit Zwei-Komponenten-Kleber versucht die Näschen wieder anzukleben. Das sah auch zunächst gut aus, hielt aber nicht wirklich. Nach wenigen Betätigungen hielt ich den Knopf mitsamt Näschen wieder in der Hand. Ich versuchte nun kleine Bleche mit Cyanidkleber als Näschenersatz zu verwenden - aber zwischen Kunststoff und Blech auf so einer kleinen Fläche genügend Halt zu finden, erwies sich als unmöglich.

Aufgeben? Zunächst tat ich dies, ließ die Bleche drin und bat den Kunden per E-mail, die Potis nur mit äußerster Vorsicht zu betätigen...

 

Saba VS-80   Saba VS-80

 

Dann fiel mir per Zufall in meinem Lager ein Saba 8080 Receiver in die Hände, den ich vor einigen Monaten für 5 € mit Abholung ersteigert hatte, dessen Gehäuse sich aber als unrettbar entpuppte, technisch war er aber o.k. Mein Blick fiel auf die dort senkrecht angebrachten Schiebepotentiometer.

In dieser Sekunde war die Idee geboren: die baue ich in den VS-80! Und richtig, nachdem ich diese dort ausgebaut hatte, erwiesen sie sich als eben die exakt passenden für den Verstärker! Also raus mit den defekten (links im Bild) und rein mit den kompletten.

Auf dem rechten Foto kann man noch die herausgespülten Schmutzreste sehen, das wurde selbstverständlich noch vor der Montage gesäubert.

Schiebepotentiometer nicht mit dem üblichen Kontaktspray behandeln, das spült auch die Schmierstoffe mit heraus, weshalb anschließend die Betätigung nicht mehr schön ist, sondern sehr hart und ruckelig. Daher nur Öle, Ballistol oder Kontakt 61 verwenden, lange einwirken lassen und häufig von Anschlag zu Anschlag betätigen.

 

Saba VS-80   Saba VS-80

 

 

Im Bild oben links sind die ausgebauten, defekten Potis zu sehen - unten links die intakten, bereits in den Verstärker eingebaut.

Nun strahlt er wieder in alter Schönheit und spielt auch so auf. Die Rückseite ist - wie dies bei deutschen Fabrikaten jener Zeit so üblich war - komplett mit DIN-Anschüssen versehen.

 

Saba VS-80   Saba VS-80

 

Ich denke das hat sich wirklich gelohnt und mein Kunde hat sicherlich viel Spaß mit seinem "neuen" alten Gerät!

 

Saba VS-80

Der Kunde zahlte für diese komplette Restaurierung nur 146,97 €