Rotel RA-1412

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Die Marke Rotel wurde 1961 gegründet und stellte zunächst keine Geräte unter eigenem Namen her, sondern übernahm Dienstleistungen der ersten japanischen Hersteller, die ihre Geräte in die USA exportierten, um diese auf die dortigen Verhältnisse (Spannung, Empfangsfrequenz, etc.) umzurüsten. Bald schon wurde aber eine eigene Fertigung aufgenommen und die angebotenen Geräte fielen durch Ihre massiven Frontplatten und dicken Knöpfe auf, alles sehr massiv und wuchtig – dabei durchweg gut verarbeitet. Alles in Aluminium gehalten und mit aufälligen gelben Fenstern (Skalen oder andere Anzeigen). Durch die sehr solide Verarbeitung sind auch noch heute viele dieser Geräte in Betrieb. Sie sind selten wirklich defekt.

Heute stelle ich den größten Vollverstärker vor, den RA-1412 von etwa 1975, der sich mit seinen 2 mal 160 Watt sinus an 4 Ohm nach DIN damals schon zu den kräftigsten Verstärkern zählen durfte. Er wiegt 22,5 kg und ist mitsamt den 19-Zoll-Griffen 54cm breit. Der Vertrieb in Deutschland erfolgte damals über die Firma Dahl, die zur gleichen Zeit auch Visonik und CEC verkauften. Er kostete rund 2.500 DM.

Der erste Auslöser das Gerät zur kompletten Überholung zu geben, war der explodierte „Knallfrosch“ – ein Kondensator der Marke Rifa (das einzige Produkt aus Deutschland in diesem Gerät!) – ein Vorgang der leider sehr häufig vorkommt, zum Glück aber nicht gefährlich ist. Es können, in sehr seltenen Fällen jedoch Brände entstehen, da die Kondensatoren sich gerne mit einer Stichflamme verabschieden.

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Der Knallfrosch war zudem auch wenig wirksam an der Geräterückwand montiert, Funkenlöscher sollten aber besser direkt am Netzschalter platziert sein. Die neuen X2-Kondensatoren sind nun am Netzschalter montiert und zwar für jeden Kontakt einer, so wird der Netzschalter noch lange halten und das Knacken beim Ein- und Ausschalten ist wie weggeblasen.

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Der Netzschalter ist aber im RA-1412 so angebaut, dass er beinahe die linke Seitenwand berührt. Ich habe daher vorsichtshalber eine Isolierung an der Seitenwand angebracht.

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In der Schutzschaltung wurden einige Elkos und das Lautsprecherrelais erneuert.

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Das ist das heutige Schickal fast aller Geräte dieser Baujahre: die Schalter sind alle korrodiert und haben sehr schlechten Kontakt, was zum Aussetzen oder auch Verzerren der Signale führt. Daher wurden alle Schalter ausgebaut, zerlegt und gereinigt.

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Man kann ja mal raten, was vorher und was nachher ist.

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Das Gerät ist schon sehr übersichtlich aufgebaut, dennoch musste die vordere Werkplatte (unten im Bild ganz vorn) komplett ausgebaut werden, damit man alle Schalter herauslöten konnte.

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Von unten kann man alle Schalter sehen, auch hier wurden etliche Elkos erneuert.

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Das Netzteil ist streng in Doppelmono aufgebaut, also jeweils ein Trafo, ein Gleichrichter und zwei große Siebelkos für jeden Kanal. Interessanterweise wurden die beiden geregelten, sysmmetrischen Netzteile gleichartig an die beiden Trafos angeschlossen – der eine versorgt plus, der andere minus. Sehr konsequent.

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Äußerlich stechen die Rotels schon deutlich hervor – alles sieht einwenig anders aus, als bei den anderen Herstellern. Vorne gibt es die riesige, dicke Alufrontplatte mit den massiven Aluknöpfen, die Anschlüsse befinden sich an den Seiten des Gerätes.

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Die Front ist klar untergliedert: rechts und links die Auswahl der Ein- und Ausgänge mit eckigen Knöpfen. Unten in einer Reihe die Klangbeeinflussungen, der Mode- und der Tapeschalter, darüber die Rotel-typisch gelben Power-Meter und Volume und Balance-Steller.

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Die gelbe Farbe der Meter kommt auf dem Foto nicht so zur Geltung, die massiven Alu-Knöpfe hingegen schon.

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Hinter dem sehr großen Volume-Knopf mit dem Balance-Ring drumherum verbirgt sich ein Sechsfach-Poti von Alps aus der RK-Baureihe – sehr hochwertig.

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Links befinden sich die Anschlüsse für drei Paare Boxen, auch sehr stabile Klemmen, die auch etwas größere Querschnitte aufnehmen können.

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Gegenüber auf der rechten Seite befinden sich alle Eingangsbuchsen. Zweimal Phono (einmal zusätzlich sogar in DIN!), zweimal Tape (beides auch in DIN), zweimal AUX und Tuner sind anschließbar. Zusätzlich können Vor- und Endverstärker aufgetrennt werden. Es finden sich sogar kleine Schiebeschalter für Phono-Eingangs- Spannung und -Impedanz.

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Hinten finden sich hauptsächlich die Kühlkörper der kräftigen Endstufen. Die US-Steckdosen wurden wie üblich still gelegt und die Netzspannung auf 240V umgestellt.

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Nun kann der RA-1412 wieder einige Jahrzehnte Musik machen…diese Geräte sind kaum tot zu kriegen.

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