Rotel RA-2020 - ein Verstärker von 1978

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1978 war Rotel ein wichtiger Hersteller am umkämpften Hifi-Markt. leider hatte man sich in den vorangegangenen Jahren durch niedrige Preise zwar gewisse Marktanteile erkämpft, leider jedoch nicht den gewünschten Ruf. Man galt, trotz der optisch extrem solide aufgemachten Geräte, eher als „Billig-Hersteller“. Diesem Image wollte man entgegen wirken und brachte 1978 die „Serie 2000“ auf den Markt, die deutlich höhere Ansprüche erfüllen sollte. Auch die später, preislich noch deutlich höher angesiedelte, nachgeschobene „Serie 5000“ sollte endgültig den Einzug in den „Hifi-Olymp“ bewerkstelligen – was jedoch letztlich mißlang. Erreicht wurde die gehobene Mittelklasse, leider nicht die Spitzenklassen, was hauptsächlich daran lag, dass Rotel nie eigene Produktionsstätten besaß, sondern stets auf Auftragsproduktionen zurück griff. Die Preisverhandlungen mit den Zulieferern werden wohl letzlich dafür verantwortlich sein, dass die verarbeiteten Bauteile bei Rotel nie den Qualitätsstandard der anderen, wirklichen Spitzenklasse-Hersteller erreichte. In der Spitzenklasse darf man einfach keine Kompromisse eingehen. Dafür waren Rotel-Geräte stets nie wirklich teuer.

Der hier vorgestellte RA-2020 war der kleinste Vollverstärker der Serie 2000, die größeren Brüder heißen RA-2030 udn RA-2040. Es gab noch einen Vorverstärker RC-2000, eine Endstufe RB-2000, einen Equalizer RE-2000, zwei Tuner RT-2000 und RT-2100, sowie ein Kassettendeck RD-2200.

Der RA-2020 hat 2 mal 85 Watt sinus an 4 Ohm (2 mal 65 Watt an 8 Ohm) und wiegt 13 kg.

Die Kanäle setzten aus oder verzerrten, was teilweise an einem verschlissenen Relais lag – oben sieht man die Schutzschaltung mit bereits neuem Relais. Auch wurden hier diverse Elkos eneuert.

Das war auch nötig, denn mindestens einer war schon kräftig am Auslaufen. das dunkle ist kein Kleberrückstand, dieser Elko war nicht verklebt.

Hier die Endstufenplatinen, an die man, dank etlicher Steckverbinder, ganz gut heran kommt. Auch die Schalter bedurften einer gründlichen Reinigung. Das ist ein Drehschalter mit zwei Ebenen.

Links vor dem Reinigen, rechts nachher.

Das Gleiche auf der Rückseite.

Dieser Schalter ist ein Dreh-Schiebeschalter, was bedeutet, dass die Achse wie ein Potentiometer gedreht wird – der Schalter innen aber vor und zurück geschoben wird.

Auch  hier wurde wieder alles gereinigt und versiegelt.

Das Klangregelteil ist nicht gesteckt, man kann es aber, dank längerer Verbindungsleitungen unter der Werkplatte durchschieben und kann dann Bauteile aus- und einlöten.

Die Potis wurden ebenfalls überarbeitet, hier das Balance-Poti. Da wurde die Bahn im Gehäuse schon mit Fett versiegelt.

Dann konnte das Poti wieder zusammen gebaut und eingelötet werden.

Dann saßen alle Platinen wieder an ihrem Platz und das Gerät konnte wieder komplett montiert werden.

Ein Blick von oben auf die Endstufe (oben) und den Vorverstärker (unten). In der Mitte das Netzteil mit der Schutzschaltung.

Der Phono-Vorverstärker sitzt hinten an der Rückwand, ganz in der Nähe der Cinch-Buchsen und hat eine Abschirmung. Auch hier wurden diverse Elkos erneuert.

An der Rückwand gibt es noch einen Schalter, mit dessen Hilfe man den Verstärker auftrennen kann, um beispielsweise andere Endstufen anzuschließen. Dieser wird so gut wie nie betätigt – das Signal muss aber stets über die Kontakte, weshalb es immer ratsam ist, diese Kontakte zu reinigen. Hier vor der Reinigung:

Hier nachher – der Draht in der Mitte ist aus Federstahl und sorgt für das spürbare Einrasten des Schalters.

Das Äußere ist typisch für Rotel und hat sehr häufig Griff an den Fronten.

Die Front recht klar und übersichtlich gestaltet, dioe Bedienung gibt keinerlei Rätsel auf.

Die beiden großen LED-Ketten dienen als Power-Meter, für 1978 hochmodern, heute jedoch lieben die Sammler Zeigerinstrumente bedeutend mehr. Es lassen sich zwei Paare Lautsprecher anschließen, die LED-Ketten lassen sich empfindlicher schalten, damit auch bei Zimmerlautstärke schon etwas passiert.

Die Knöpfe sind aus Vollalu gedreht und an den Achsen verschraubt.

Viel Anschlussmöglichkeiten: zwei mal Phono, zwei mal Tape, Tuner und AUX.

Bei den Lautsprecher-Terminals wurde wohl schon einmal etwas verändert, denn das obere sieht nicht original aus.

Insgesamt ein qualitativ hochwertiger Verstärker, recht zeitlos gestaltet und überdies gesucht, weil selten. Wie man am Tietelbild erkennen kann, ist sogar der Originalkarton noch vorhanden.

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