Sansui AU-alpha707DR

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Gestern abend habe ich einen Verstärker fertig gestellt, der mich mal wieder klanglich völlig überzeugt hat – so ‚anders‘ klingt er! Das liegt an der x-balanced-Technologie, die ich hier einmal kurz erklären möchte:
Normalerweise versorgt ein Verstärker einen angeschlossenen Lautsprecher über ein Kabel mit den Signalen, dem Plus-Kabel. Das Minus-Kabel ist im Verstärker einfach an das Gehäuse, man nennt es auch Masse, angeschlossen. Bei der X-balanced-Technologie benutzt man zwei Verstärker, die wie ein Doppel-Operationsverstärker arbeiten, da kommt am Ende dasselbe Signal heraus wie bei einem „normalen“ Verstärker, aber alle positiven Signalanteile werden von dem einen, alle negativen Signalanteile von dem anderen Verstärker übernommen. Die Lautsprechermebrane wird nicht nur von einer Seite „geschoben“ und muss durch ihre eigenen Rückstellkräfte wieder in ihre Mittellage zurückkehren, sondern wird zusätzlich auch am Minuspol „gezogen“. Ganz nebenbei hat man auch doppelt so viel Leistung zur Verfügung, da ja nun vier Endstufen in einem Stereo-Verstärker arbeiten.

Diese Technik hat ein findiger Ingenieur bei Sansui erdacht und erstmals im AU-D11II präsentiert. Danach folgten AU-G..X (90,77,55) und die Endstufe B-2101. Später, unter dem neuen Label, folgten dann AU-alpha…DR (607,707,907). Dann verschwand diese Technik zusammen mit der Marke Sansui völlig. Einige High-Ender in den USA kopierten diese Technik zeitweilig, dennoch geriet sie in Vergessenheit. Für mich unverständlich, seit ich das erste Mal so ein Gerät bewusst gehört hatte, hat es mich nicht mehr los gelassen, nun höre ich auch zu Hause mit einem AU-G90X. Ich bin auch nicht der Einzige, der diesen besonderen, exzellenten Klang so empfindet, siehe z.B. hier: hifi-studio.de

Dieses Exemplar von 1990, ein AU-alpha707DR hatte leider einen völlig abgerauchten Kanal, weil sein Besitzer versehentlich einen Kurzschluss an den Lautsprecherzuleitungen eines Kanals verusacht hat. das nimmt diese Technolgie natürlich besonders übel. Immerhin leistet dieser 22,5 kg Bolide 2 mal 130 watt Sinus an 8 Ohm, kann aber auch mal eben 600 Watt Impulsleistung an 2 Ohm abgeben, deswegen nimmt er auch bis zu 1000 Watt aus dem Netz auf. Eine erste Untersuchung ergab, die Endstufentransistoren hatten Kurzschluss, was die 5A-Netzsicherung schwarz verfärbt und dann unterbrochen hatte. Nach Ausbau der Transistoren war erstmal kurze Ratlosigkeit angesagt:

[Bild: yAC58.jpg]

LAPT3 – was ist das denn?? Nach einer kurzen google-Recherche, kam aber rasch Klarheit in diese Bezeichnung, das kleine Sanken-Logo unten links lässt es auch vermuten, es handelt sich um „normale“ Transistoren und ich hatte als Ersatz gut passende 2SA1186 und 2SC2837 am Lager, die ich einbauen konnte.

[Bild: OKR2g.jpg]

Hier kann man die Doppel-Mono-Bauweise sehen, obschon ja hier zwei Endstufen pro Kanal arbeiten.

[Bild: PzZE7.jpg]

Beim Blick von unten in da Gerät kann man, bei genauem Hinsehen, die doppelt vorhandenen Endstufen erkennen.

[Bild: WE34p.jpg]

Von außen schaut der Verstärker wirklich gut aus, obwohl mir diese 90-Jahre-Attitüden in hochglänzendem Kunstoff an der Frontplatte, ähnlich den „Urushis“ von Pioneer und den Vollplastik-Seitenteile in Edelholzoptik nicht so recht gefallen wollen.

[Bild: by2ZT.jpg]

Die Front im Ganzen.

[Bild: 7XUa2.jpg]

Die linke Seite, man beachte das neue Sansui-Logo, welches um 1985 eingeführt wurde.

[Bild: aO7pl.jpg]

Die rechte Seite, die oberen Drehschalterpositionen sind mit LEDs markiert.

[Bild: ROBeE.jpg]

Dies ist der eher zurückhaltende Hinweis auf die erstaunliche Technologie.

[Bild: 3ZDAb.jpg]

Die Rückseite: man findet neben einem CD-Eingang noch einen Phono-Eingang (in den 90ern nicht mehr selbstverständlich) und sogar XLR-Eingänge.

[Bild: SP4Sc.jpg]

Wie oben erklärt heißt es hier eben nicht: Plus und Minus!

Man muss das mal gehört haben!! Unglaublich.

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