Sansui AU-G90X

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So jetzt ist ein Sansui Verstärker von 1985 bei mir fertig geworden, ein AU-G90X von 1985, der über die sogenannte X-Technologie verfügt. Ich erkläre diese gleich hier. Über dieses Modell ist im Netz außerordentlich wenig zu finden, bis auf die Tatsache, dass über den Klang des Gerätes Wunderdinge berichtet werden. Er hat 2 mal 130 Watt Sinus an 8 Ohm, wiegt 17kg und verfügt über ein sehr aufwändiges Phonoeingangsteil mit MC-Transformatoren. Man kann hier auswählen zwischen MM, MC-high Output, MC -low Output in zwei Stufen. Zusätzlich sind noch CD, Tuner und zwei Tapes anschlißebar. Ein schwarzes Gerät mit nicht besonders auffälligem Aussehen.

Der Hammer ist die X-Technologie! Hier ging man einen ganz anderen Weg der Verstärkung. Es gibt zwei Endstufen pro Kanal, eine für die positiven Halbwellen, die andere für die negativen. Erst am Ausgang finden beide Endstufen an den Plus- und Minus-Anschlüssen für die Lautsprecher zusammen. Es gibt daher tatsächlich vier Siebelkos, vier Ruhstrompotis und sage und schreibe sechs Offset-Potis! Hier muss einiges abgeglichen werden, bevor das richtig arbeitet. Völlig verblüfft saß ich vor meinen Lautsprechern (es sind ja immer dieselben!) und konnte nicht glauben, was sich da abspielte. Ich war bisher immer der Meinung, Verstärkerklang sei, falls überhaupt bemerkbar, nur ganz marginal – aber das, was dieser Verstärker da von sich gibt, das glaubt man erst, wenn man es hört!

Defekt war leider Etliches, hier war von einer „normalen“ Radio/Fernsehwerkstatt vorgearbeitet worden, die den Reparaturversuch abbrachen, mit der Begründung, da (Zitat!) „beim Schalten der Phono-Taste ein leichtes Knistern zu hören ist, lässt dies auf einen Defekt der Endstufentransistoren schließen und an die käme er als Ersatzteil nicht heran“. Selten größeren Schwachfug gehört.
Kein einziger Transistor der Endstufe war defekt, dafür ein Doppel-FET im Phonovorverstärker, eine Masseunterbrechung in der Schutzschaltung, eine Zenerdiode in einer der Treiberstufen, kalte Lötstellen in Massen und dazu gammelnde Schalter und Potis, sowie durchgebrannte Lämpchen. Im Netzteil fielen obendrein auch noch ab und zu die -29 Volt aus. Ich wusste nicht so recht wo ich anfangen sollte. Aber nach und nach wurde es ja. Hat aber gedauert.

[Bild: Ulp0h.jpg]

Das sind die vier Endstufen (immer je zwei Transistoren) unten im Bild ist einer nicht zu sehen.

[Bild: NYrvX.jpg]

Anderer Blickwinkel – das Netzteil.

[Bild: pnSfD.jpg]

Von vorne ein ganz gewöhnlicher Verstärker.

[Bild: hIZAx.jpg]

Edle Holzseitenteile.

[Bild: g7QJG.jpg]

Schon viel Kunststoff, aber der Klang entschädigt dafür.

[Bild: nhhnN.jpg]

Das sollte man sich merken: X-Balanced-System, nicht nur so ein Name!!

[Bild: QIdOn.jpg]

Auch von hinten, nichts ungewöhnliches, nur die Lautsprecheranschlüsse heißen nicht + und -, sondern HOT und COLD.

Ein Kommentar für “Sansui AU-G90X

  1. Jörg Schlimbach|

    Das kann ich so nur bestätigen. Ich habe auch einen AU-G 90 X und bin wirklich sehr zufrieden mit ihm. Ich war immer auf der Suche nach so einem gut klingenden Verstärker. Jetzt hat meine ewige Suche endlich ein Ende. Habe Accuphase gehabt, aber der Sansui ist ebenso gut, wenn nicht sogar besser.

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